Auslauf Indoor & Outdoor

Gestern kam mein mobiles Auslaufgehege für die Herren Meerlies an. Im Sommer sollen sie ja, zumindest stundenweise, raus an die frische Luft ins Grüne. Es ist 1,20 m im Quadrat, also nicht riesig aber ausreichend – und es soll ja hauptsächlich die Flucht im Schweinsgalopp verhindern. Ich dachte mir aber, solange, bis es draussen warm und trocken genug ist, könnte man das Ding ja Indoor schon mal als Käfig-Erweiterung testen:

Zuerst wurde ja seeeeehr skeptisch geguckt, was ist denn DAS nun schon wieder?! Mit lecker Futter funktioniert es aber fast immer, Scheu zu überwinden. Meerlis sind nun mal freßgierig :). Vor allem Piggeldy! Wobei, wie das mit dem raus- und reinhopsen funktioniert, hatte Frederik diesmal schneller raus ;)!

Schönheit und Trauer von Yasunari Kawabata

(c) Amazon
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Eine doppelte Liebesgeschichte, von dem japanischen Nobelpreisträger in Bildern von nuancierter Erotik und Leidenschaft erzählt.
Nicht nur um die Neujahrsglocken der berühmten Tempel zu hören, fährt Toshio Oki zum Jahresende nach Kyoto. Vor allem will er seine ehemalige Geliebte Otoko wiedersehen. Mehr als zwei Jahrzehnte sind vergangen, seit er die damals Sechzehnjährige verließ, die nach einer Fehlgeburt nur knapp dem Wahnsinn entgangen war.

Inzwischen ist er ein erfolgreicher Schriftsteller, sie eine bekannte Malerin. Otoko empfängt ihn gemeinsam mit ihrer Freundin Keiko kühl und distanziert. Keiko entfaltet ihr ganzes Verführungstalent, um den lange zurückliegenden Verrat an Otoko zu rächen …

Oki ist ein Mann in mittleren Jahren, der vor über zwanzig Jahren eine leidenschaftliche Affäre mit der damals 16jährigen Otoko hatte, die von ihm schwanger wurde. Obwohl er verheiratet war und zwei kleine Kinder hatte, kümmerte er sich nach ihrer Fehlgeburt weiter um Otoko, bis diese mit ihrer Mutter nach Kyoto umzog. Otoko ist inzwischen eine bekannte Kyotoer Malerin, die mit ihrer jungen Schülerin Keiko in einer Beziehung zusammenlebt, aber Oki noch immer liebt. Oki hat seine damalige Beziehung zu ihr in einem vielbeachteten Roman beschrieben und da sie darin erkannt wird, wird sie natürlich immer wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sein Wunsch, Otoko wiederzusehen, entspringt nicht primär dem Gedanken, ihre Beziehung wieder aufzunehmen sondern eher seinem schlechten Gewissen. Er ist der Meinung, er hat damals ihr Leben ruiniert.

Obwohl die Sprache des Buches wirklich schön ist, konnte ich mich damit nicht sonderlich gut anfreunden. Alle Personen bleiben völlig distanziert und kühl, selbst Keiko, die eifersüchtig ist, Otoko rächen will und am Ende eine Tragödie auslöst, wirkt nicht emotional. Man fragt sich unweigerlich, wo da bitte die Leidenschaft ist, die dieses Handeln rechtfertigt. Allerdings darf man dieses Buch auch nicht mit europäischen Maßstäben messen! Es ist ein japanischer Autor, der eine japanische Liebesgeschichte geschrieben hat. Die Symbolik ist in Japan extrem wichtig und trägt wesentlich mehr zum Verständnis der Handlung bei, als das Handeln der Personen selbst. Und die symbolischen Szenen sind wirklich wunderbar beschrieben! Trotzdem bekommt es von mir „nur“ drei 🙂 🙂 🙂

Echte Kunst in Second Life und der Fluß des Geldes…

Vorgestern las ich eigene Lyrik bei zaphodEnoch in der Kulturschaukel. Es war eine intime, keine Veranstaltung, vermutlich trieb das schöne Wetter die Mehrheit auch abends eher nach draussen statt vor den Rechner. Ausserdem sind lyrische Lesungen nun mal kein Krimi 🙂 Nicht, daß ich was gegen ein großes Publikum hätte, aber in einer kleinen Runde kann man schon mal dazwischenfragen: „Kannst Du das bitte nochmal lesen?“ und auch besser diskutieren.
Ich stellte auch mein Sparschweinchen (für Tips) auf und am Ende war auch etwas drin zu meiner Freude 🙂 Da ich nach der Lesung noch Zeit hatte, besuchte ich anschliessend ChapTer Kronfeld auf seiner „Baustelle“, er baut gerade mit anderen Leuten auf einem Areal Galerien auf. ChapTer ist bildender Künstler im RL (also Real Life ;)) und stellt seine real existierenden Gemälde in Second Life aus. Das machen übrigens sehr viele Künstler, man denke nur an die, noch bis 31.03. geöffnete, Orbitale Galerie über dem Krümelkram! Und das finde ich toll! So kann ich mir Bilder oder Objekte ansehen, die ich sonst sicher niemals sehen könnte.
Jedenfalls schickte ChapTer mich dann los, mir eine benachbarte Galerie anzugucken (vermutlich war er nur zu höflich, mir zu sagen, daß ich ihn gerade einfach störe, wenn ich da dumm rumstehe, grinz!) und da fand ich es dann: MEIN Bild!

Es heisst „Going Home“ und ich habe es vom Fleck weg gekauft! Also meinen gerade verdienten Lesungs-Tip gleich wieder umgesetzt^^. Und es ist tatsächlich ein anderes Gefühl, ein „echtes“ Kunstwerk aufzuhängen als nur ein „Bild“ (Foto, Poster, etc.), selbst wenn es „nur“ virtuell ist. Ich kann das beurteilen, ich besitze auch im RL ein echtes Kunstwerk (nee, keinen Picasso oder Warhol oder Rembrandt, also, Kunstdiebe, bleibt zu Hause!), ich habe einen völlig anderen Bezug dazu als nur „Wandverschönerung“. Irgendwo auf dieser Welt existiert dieses Bild ganz real auf einer Leinwand, eine echte Künstlerin hat es gemalt (sie heisst Masako!) und Dank SL hängt es nun in meinem virtuellen Home 🙂

Das erste Schweineabenteuer

Seit zwei Wochen wohnen nun Piggeldy (Piggel Peanut) und Frederik (Freddy Flausch) bei mir. Nach anfänglich heftigen Kloppereien herrscht nun Frieden. Den hat ein Herr namens „Hugo Boss“ eingeläutet, also zumindest mitgeholfen hat er. Wie er das gemacht hat?
Wenn man zwei rivalisierende Männchen hat, braucht man erst einmal Geduld und einen Wassersprüher (mit WASSER gefüllt!!!). Wenn man merkt, die beiden gehen gleich aufeinander los, sprüht man sie kurz an, sie erschrecken sich und lassen erstmal voneinander ab. Und sie bringen diese feuchte Schrecksekunde nicht mit MIR in Verbindung, denn vor mir sollen sie ja keine Angst haben :). Bei Piggeldy und Frederik hat das nur ca. viermal funktioniert, dann hat es sie nicht mehr beeindruckt. Ich musste aber dann den Käfig putzen, dazu müssen die Bewohner aber in die Tragebox. Ist ein Katzentransporter, also für den Moment groß genug, aber nicht, wenn die sich da drin prügeln! Also habe ich die Kuscheldecke mit Hugo Boss besprüht und die Schweine gleich mit. Natürlich vorsichtig, nicht ins Gesicht sondern ein Spritzer auf die Hinterseite ;). Warum? Ob das für die Schweinchen gut riecht oder nicht, weiß ich nicht. Aber es riecht alles vollkommen fremd und, sehr wichtig, es riecht GLEICH! Seitdem gibt es keine Beißereien mehr 🙂 Natürlich wird sich noch gejagt und auch um den Futtertrog gezankt (Hau ab! Deine Gurke ist viiiel grüner als meine!!!), aber das ist normal und hört schnell wieder auf. Trotzdem behalte ich die beiden weiter im Auge, das KANN so funktionieren, MUSS es aber nicht!

Frederik gen. Freddy Flausch

Gestern war wieder Schweine-Hausputz angesagt. Das Wohnzimmer ist mittlerweile schweinesicher, d. h. keine Kabel am Boden und der Zugang hinter die Nachtspeicherheizung (Starkstromkabel!) mit paßgenauen Brettern verrammelt. Noch Kissen rund um das Sofa gestopft, also, dann lassen wir die Beiden mal los… BÖSER FEHLER! Also, zu 50 %… Piggeldy war ja von Anfang an der Mutigere von beiden. Er stromerte neugierig rum, erkundete mein Bücherregal, kam etwas staubbeflust wieder raus und wollte nach Hause. Allerdings traute er sich nicht über die extra angeschaffte Holzbrücke. Ich machte drei Versuche, ihn mit einem Kohlrabiblatt da rüber zu locken, aber in letzter Minute drehte er immer ab. Er ließ sich allerdings leicht fangen und bekam das Blatt trotzdem :).
Frederik, der kleine Schisser, schoß zielstrebig Richtung Sofa, fand radargesteuert die einzige, winzige Lücke zwischen den Kissen, verschwand blitzschnell unter dem Sofa – und blieb da! Woher weiß dieses Meerschwein, wo mein Sofa ist, was das ist und wie man da runterkommt??? Sowas hat der doch noch nie gesehen?! Tja, somit war dann zum Flausch-Halali geblasen! Das kleine Biest scheuchte mich den Rest des Abends fröhlich im Kreis um das Sofa und hockte dann immer genau unter der Ecke, an der ich gerade NICHT war 😉 Irgendwann hatte ich die Faxen dicke, ich legte eine Freßfährte und ging schlafen. Passieren konnte ihm ja nichts und wenn er Hunger hat, wird er schon rauskommen. Falsch gedacht! Am nächsten Morgen festgestellt, nicht die keinste Knabberspur an Gurke und Salat. Mit der Taschenlampe unters Sofa geleuchtet, Freddy gesichtet… Ich holte dann meinen Nachbarn zu Hilfe, mit vereinten Kräften war das Flausch-Halali in 2 Minuten beendet und ein sehr hungriges Schweinchen wanderte ganz schhnell an den heimischen Futtertrog 🙂

Piggeldy gen. Piggel Peanut

Schnapsleiche von Sabine Trinkaus

(c) Gmeiner VerlagWO IST WALTER? Walter Hutschendorf ist weg! Und mit dem Verschwinden des Bonner Schnapsfabrikanten ist es auch mit der Ruhe für Britta Brandner vorbei, wird sie doch mit der Suche nach ihrem Arbeitgeber beauftragt. Dass ihr die trinkfeste, rheinische Frohnatur Margot zur Seite steht, die mangelnden Sachverstand durch großen Enthusiasmus wettzumachen sucht, erleichtert die Lage nicht wirklich. Dennoch kommt das ungleiche Gespann mit seinen unkonventionellen Ermittlungsansätzen dem dunklen Familiengeheimnis der Hutschendorfs schon bald gefährlich nahe …

Wenn der, allein zeichnungsberechtigte, Seniorchef eines Unternehmens spurlos verschwindet, just in dem Augenblick, in dem Verträge zu unterzeichnen sind, wirft das Probleme auf. Erst recht, wenn es mit der Juniorchefin deswegen einen Mordskrach gibt…
Die Hutschendorfs sind eine reiche aber keineswegs feine Familie, die durchaus einige Leichen im Keller haben. Und weil sie möchten, daß diese Leichen bleiben, wo sie sind, wollen sie natürlich keine Polizei. Also nicht so richtig jedenfalls… Darum beauftragt Agathe Hutschendorf, altersgiftige Matriarchin des Clans, ihre Physiotherapeutin Britta damit, bei der verhassten Schwiegertochter herumzuschnüffeln. Die hätte nämlich ein brauchbares Motiv, Walter besser tot zu sehen: im Falle einer Scheidung bekäme sie keinen einzigen müden Cent vom Hutschendorf´schen Vermögen. Britta macht sich, äußerst widerwillig daran, sich umzuhören. Tatkräftig unterstützt wird sie dabei von der Haushälterin Margot, die zwar überhaupt keine Ahnung hat, was sie tut, das aber mit viel Power!

Die Geschichte ist spannend und unterhaltsam erzählt, deckt nach und nach Ungeheuerliches auf und verzichtet auch nicht auf Humor, der allerdings manchmal ein bisschen ins Absurde driftet. Allerdings weckte er auch Kindheitserinnerungen, ich kannte eine solche Industiellenfamilie, die sich recht gut für die Hutschendorfs einsetzen liesse: die alte Matriarchin im Obergeschoß, der Seniorchef in der Beletage, der Juniorchef samt ungeliebter Schwiegertochter im Erdgeschoß – und sie hatten auch einen dicklichen Sohn ohne Freunde! Allerdings waren sie doch einen Tick netter als die Hutschendorfs und ich war sowieso nur „die Tochter vom Personal“ ;)…

Ich vergebe 🙂 🙂 🙂 🙂 Smilies und danke dem Gmeiner Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Lesung im Teehaus

Trotz meines formellen Geisha-Outfits las ich moderne japanische Literatur, die Geschichte „Der Igel“ aus dem Buch „Die seltsamen Methoden des Dr Irabu“. Das Publikum war „handverlesen“ 🙂 und seehr geduldig, die Geschichte dauerte doch 90 Minuten. Eine Gelegenheit für mich, zu zeigen, wie eng Tradition und Moderne in Japan nebeneinander existieren, denn ebenso wie die Geishakultur ist auch die Yakuzatradition sehr alt und muß eben zwischen diesen beiden Gegensätzen hindurch balancieren.

Die Pension am Deich von Sigrid Hunold-Reime

(c) Gmeiner Verlag
Tomke ist wieder allein. Paul hat sich nun doch für seine Frau entschieden. Frustriert stürzt sich Tomke in die Arbeit in ihrer Frühstückspension, doch am liebsten würde sie auf ihre Homepage schreiben „Paare unerwünscht, Singles bevorzugt.“ Zu ihren Gästen gehört die verträumte Liebesromanautorin Anne, die gedrängt wird, endlich realitätsnahe Geschichten zu schreiben. Außerdem ist da Monika, perfekt organisierte Ehefrau und Mutter von Zwillingen. Als ihre Kinder sich entschließen fernab der Heimat zu studieren, fehlt Monika eine Aufgabe und auch in ihrer Ehe beginnt es zu kriseln …

Drei grundverschiedene Frauen, die eigentlich „keine Lust“ haben: Tomke, die keine Lust hat, sich wieder in ihrer Frühstückspension abzurackern, der aber nichts anderes übrig bleibt, um Paul, den Feigling, zu vergessen.
Anne, die keine Lust hat, die vertraut-eingefahrene Schiene ihrer Liebesromane zugunsten moderner „Locations“ zu verlassen und
Monika, die von ihrem Mann Frank zu einem Spontan-Trip an die Nordsee entführt wird, worauf auch sie keine Lust hat.
Im Laufe des Buches erfährt der Leser langsam mehr über die Frauen, so wie sie sich auch langsam einander annähren. Nur bei Monika überstürzen sich die Ereignisse, es sieht so aus, als wäre ihre Ehe am Ende und gemeinsam mit ihren neuen Freundinnen schmiedet sie einen Plan, es ihrem Mann heimzuzahlen. Das klappt auch alles bestens, bis….

Das Buch liest sich angenehm flüssig, ist sehr schön erzählt und hat mir gut gefallen. Allerdings würde ich es nicht zum Krimigenre zählen, eher zum (durchaus spannenden!) Frauenroman. Und das Lektorat hätte sich vielleicht entscheiden sollen, ob Tomkes verschiedener Gatte nun „Gerold“ oder „Gerald“ geheißen hat :), da er aber nicht mehr unter den Lebenden weilt, stört ihn das vermutlich nicht weiter…
🙂 🙂 🙂 🙂 Smilies

Herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag für dieses Rezensionsexemplar.