Monatsrückblick Oktober

Gelesen: Die Radleys, Im Überschwang
Gehört: Den Soundtrack „Nightmare before Christmas“

Gelernt: leider immer noch nicht meine neue Bank-Pin 😦

Gesehen: unglaublich tolle, nette, wunderbare Menschen und sehr viele Marienkäfer

Gedacht: Meine Füße bringen mich um!

Gesagt: ziemlich viel

Gefreut: Sebastian Fitzek und Astrid Rosenfeld getroffen zu haben 🙂

Geärgert: über die Deutsche Bahn, die nicht EINMAL pünktlich war und mich über diverse Bahnsteige hetzte

Gelacht: über diesen Tweet: „Sterb!“ „Imperativ, mit i!“ „Sterbi?“ von @Frau_Mustermann 🙂 🙂 🙂

Geweint: ja, weil ich dachte, mein Meerli stirbt. Hat sich aber berappelt!

Getrunken: Na klar!

Gegessen: Udon mit Honig-Sesam-Ente… whoooaaa!

Gekauft: die ersten Khakis

Gefunden:

Gemacht: Zur Buchmesse gefahren und ins Theater gegangen

Ein Wochenende in Braunschweig/ Der Seelenbrecher in der Kömödie am Altstadtmarkt

Am Freitag machte ich mich auf Richtung Braunschweig zu einem Theaterbesuch, auf den ich mich schon lange gefreut habe. Ich wollte zur Kömödie am Altstadtmarkt und mir Sebastian Fitzeks „Seelenbrecher“ angucken! Ich muß gestehen, ich bin keine große Theatergängerin, aber auf diese Umsetzung war ich sehr gespannt!

Eigentlich sollte auch das Häkelschwein wieder mit, aber es versteckte sich so gründlich, daß ich es nicht fand und es zu Hause bleiben musste. Vermutlich hatte es nur Angst vor einem psychopathischen Serienkiller 🙂 Dieses Foto schoß meine Wohnungs-Überwachungskamera:

Was Dein Häkelschwein tut, wenn Du nicht zu Hause bist!

In Braunschweig angekommen erstmal ins Hotel. Kleiner Spaziergang, leicht zu finden und recht hübsch am Bürgerpark gelegen.

Zimmer mit Aussicht

Allerdings war das Zimmer schon „bewohnt“, in Braunschweig fand gerade die Invasion der Marienkäfer statt. So viele habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen!

Das waren noch längst nicht alle! 🙂

Und zum Abschluß das totale Grauen – die Toilette! Keine Angst, sie war kein spinnenverseuchtes Dreckloch, sie war blitzsauber, aaaber… in jeder Telefonzelle oder Zugtoilette ist mehr Platz! Umdrehen unmöglich, bücken nur unter akuter Gefahr einer Gehirnerschütterung, weil man dabei mit dem Kopf gegen die Tür knallte, Ellenbogen bitte angewinkelt lassen. Ehrlich, ich kenne wenigstens drei Leute, die da nicht reingekommen wären! Was macht man da? Wieder auschecken mit der Begründung „Tut mir leid, Ihr WC passt mir nicht.“?

Nur seitlich reinquetschen, bitte nicht umdrehen oder bücken und lassen Sie die Arme eng am Körper. EINKLEMMGEFAHR!

Bei strahlendem, milden Wetter machte ich mich dann auf in die Altstadt, die wirklich schön ist. Ohne Stadtplan allerdings nicht ganz einfach, sich in den vielen Gassen und Plätzen nicht zu verlaufen. Ich dachte, da Braunschweig ja „Eulenspiegel-Stadt“ ist, würde ich etwas mehr von ihm finden. Das war leider nicht der Fall, vielleicht habe ich aber nur an den falschen Stellen gesucht. Als Kind hatte ich ein Buch mit Eulenspiegelgeschichten, das ich überhaupt nicht mochte. Wahrscheinlich, weil die Geschichten ja eigentlich nicht für Kinder gedacht sind.

Ein Eulenspiegel-Zeichen! Diese Fliesen sind überall um den Dom im Pflaster eingelassen
Ein wirklich großer, klassizistischer Bau, heute zum Glück ein Hotel (mit vermutlich größeren Toiletten*g*)
Burg Dankwarderode
Der Braunschweiger Löwe
Bronzerelief des Rathausplatzes. Sehr schön: die Bezeichnungen der Häuser in Braille auf den Dächern und...
...ebenso die Erklärungstafel (daneben noch eine für Sehende)
Die Krönung des Abends! 🙂

Was ich mir alles so angeguckt habe, könnt ihr nebenstehend sehen (in das Bronzerelief hätte ich ja zuuu gerne das Häkelschwein gesetzt!). Gegessen habe ich sehr gut asiatisch HIER im „coa“ und dann ging es Richtung Theater. Wirklich SEHR gespannt! Von aussen wirkt es gar nicht so, als wäre da Platz für ein Theater, aber: zweistöckiger Zuschauerraum (Parkett und Rang), gut einsehbare Bühne, bequeme Sitze – einfach schön 🙂 Es war die vorletzte Vorstellung und sie war voll! Nach dem Einlass machten alle erstmal die Handys aus, klar – und dann, gespannte Erwartung. Dramatisch untermalt mit dezenten Schneesturmgeräuschen und den erbärmlichen Schreien der Opfer ;)!
Die Handlung erzähle ich jetzt nicht, ich gehe davon aus, die meisten kennen das Buch – und wer nicht, dem will ich hier nichts verraten und sage nur: unbedingt lesen! Sehr gelungen fand ich allerdings die Lösung, die Gedanken von „Caspar“, der Hauptperson mit Amnesie, als Backround laufen zu lassen, wenn er sich an Bruchstücke seines Lebens erinnert. Und, natürlich, diese Szene, in der das gebannte Publikum vor Schreck laut aufschrie! Schliesslich sah man sich einen Thriller an :)! Es war wirklich gelungen und ein wunderbarer Abend.
Nach der Vorstellung dann per Taxi ins Hotel (Ja, ich schwelgte im Luxus, grinz!), aber durch dieses Gassengewirr im Dunkeln hätte ich den Weg vermutlich nie gefunden. Am Samstag dann nach einem opulenten Frühstück noch ein wenig Stadtbesichtigung und am Nachmittag dann zurück nach Hause.

Schön war´s in Braunschweig!

Romantik kann man nicht essen oder Warum tut der Buchhandel sich so schwer?

Der Sascha Lobo schrieb hier etwas zur „Buchsituation“ und ganz, ganz unten steht da sowas wie „Denn bereit UND fit für die Transformation ist meiner Einschätzung nach ungefähr keiner, und zwar – man mag es glauben oder nicht – aus weitgehend romantischen Gründen.“ Also es geht da, natürlich, ums Marketing, Buch vs. E-Book, Aufbruch zu neuen Ufern, den der Buchhandel aus eben den romantischen Gründen verschnarcht.

Sind Buchhändler, Verleger, Autoren, Vertreter, Buchmenschen so überhaupt, Romantiker?
Irgendwo schon. So ein ganz kleines bisschen jedenfalls. Ich habe in einer ganz kleinen (nicht mehr existenten!) Berliner Buchhandlung gelernt, an einer schmiedeeisernen Registrierkasse mit Kurbel, Kassenbuch-Aufstellung jeden Abend per Hand und Taschenrechner! Meine Chefin war eine alte Dame von 70 Jahren, die durchaus etwas preussisches an sich hatte, wenn sie zur Mittagszeit das Haupt zum Dank über den Linseneintopf senkte. Die Buchhandlung hatte uralte Holzmöbel, war leicht angestaubt, unglaublich vollgestopft, roch so wahnsinnig gut nach „Buch“ – und kämpfte täglich und schlußendlich vergebens ums Überleben. Alle anderen Buchhandlungen begannen langsam, auf Computer umzustellen, es gab schon sowas wie BTX (Bildschirmtext), wir kommunizierten per Telefon und POSTKARTE! Und ich glaube, meine Chefin würde das heute immer noch so machen. Völlig unzeitgemäßer persönlicher Kundenkontakt. Wenn ich ihr vorgeschlagen hätte, wir bräuchten eine Homepage und könnten Kundenschriftverkehr jeglicher Art effizienter per Email erledigen, das hätte sie kaum verstanden. Aber die Buchhandlung war wunderbar, so wie die von Hugh Grant in „Notting Hill“ oder (jajaja, Klischee, ich weiß!) die vom Meg Ryan in „Email für Dich“.

Am deutlichsten wurde die Diskrepanz Kaufmann – Buchhändler für mich in der Berufsschule. Natürlich ist ein Buch zuerst mal eine „Ware“, die verkauft werden muß und soll. Und für die die gleichen Gesetze des Marktes gelten, wie meinetwegen für Wollstrümpfe und Hackfleisch. Aber Bücher sind eben „Ware mit Seele“ – und das macht es so kompliziert. Einer meiner Berufsschullehrer stöhnte: „Meine Güte, ihr Buchhändler seid immer so… ELITÄR!“ Tja, vermutlich liegt das an der „Ware Buch“, daran, daß Menschen, die mit Büchern zu tun haben, diese lieben, weil zu Büchern eben emotionle Beziehungen entstehen (können). So wie ein Zoohändler kein Tierhasser sein sollte und ein Weinhändler seine Weine liebt. Und das TUN sie! Habt ihr schon mal einen Weinhändler schwärmen hören?

Leider hörte meine Buchhandlung noch während meiner Ausbildung mit dem Existieren auf und ich sattelte auf Industriekauffrau um. Gänzlich andere Baustelle, da verkauft man alles vom Bleistift bis zum Stahlträger. Und genau da liegt auch der größte Unterschied zum Buchmarkt: da ist es mir nämlich vollkommen egal, was ich verkaufe. Ich entwickle keinerlei Emotionen zu Stahlträgern. Ist so! Keiner wird ein so wunderbares Buch wie „Die unendliche Geschichte“ von M. Ende auf den Tresen knallen wie ein Pfund Mett und fragen: „Dürfen´s noch ein paar Seiten mehr sein?“
Bücher sind ein emotional belastetes Gut und darum kann man damit einfach nicht umgehen wie mit profanen Wassergläsern im 6er-Pack. (Schul- und Sachbücher mal aussen vor gelassen, andere Liga.) Ein belletristischer Autor, der nicht viel Herzblut in sein Buch schreibt, könnte es lassen. Ein belletristischer Verleger ohne Liebe zu seinen Büchern… schwer vorstellbar. Und der Balanceakt zwischen knallharter Marktwirtschaft und Liebe zum Buch ist einer, für den mir auch keine Lösung einfällt. Wollte ich auch gar nicht, ich wollte nur mal so schwadronieren, warum es der Buchhandel nicht leicht hat. Denn, man muß ja nicht verrückt sein, aber…. 🙂

Im Überschwang von Hannelore Elsner

(c) KiWi Verlag
»Ohne Spiel ist mir das Leben einfach zu ernst.«

Mit viel Wärme, Poesie und zartem Humor erzählt Hannelore Elsner aus ihrem Leben – von den Schätzen einer bayerischen Kindheit, dem Schmerz über den frühen Verlust ihres Bruders und Vaters, dem Glück der ersten Liebe, von ihren Lehrjahren als Schauspielerin und der Freude an einem Beruf, der Achtsamkeit gegenüber dem Leben lehrt.

Zuerst einmal, Hannelore Elsner ist keine „Schriftstellerin“. Das Buch erzählt keine chronologische, zusammenhängende (Lebens-) Geschichte nach dem Motto : Ich wurde geboren, ging zur Schule, drehte den Film und den und den und dann den, bekam ein Kind usw.
Das sie eine Schriftstellerin wäre, wird auch nicht behauptet, aber sie ist eine wunderbare Erzählerin! Sehr oft hatte ich beim Lesen folgende Vision: Wir sitzen irgendwo zusammen, beim Kaffeetrinken, und Hannelore Elsner kommt rein, setzt sich dazu und plaudert völlig frei und ungezwungen über Episoden ihres Lebens. Genau so liest sich das Buch. Und da ich ebenso oft ihre Stimme im Kopf hatte, dieses melodiöse Timbre, konnte ich hören, wie sie sagt, was sie schreibt.
Die Sprache ist sehr wichtig in diesem Buch. Oft poetisch aber auch bisweilen äußerst nüchtern. Poetisch ist sie dann, wenn sie über ihre Kindheit spricht, die Sommer bei der Oma z. B. Nüchtern wird sie oft, wenn es um Liebesbeziehungen geht, das hat fast einen „Aufzählungscharakter“: „Wir kamen zusammen und trennten uns nach 3, 5, 8 Jahren.“ Punkt. Hannelore Elsner ist keine „Drama Queen“, sie differenziert sehr genau, welche Emotionen für die Öffentlichkeit sind und welche bei ihr bleiben. Was nicht gesagt wird, was zwischen den Zeilen steht, sagt wenigstens genau so viel aus, wie das, was gesagt wird.

Herzhaft gelacht habe ich bei der Beschreibung, was für Verrenkungen es erfordert, sich UNTER dem Nachthemd zu waschen (im Internat der „Englischen Fräulein“), weil mir exakt dasselbe passiert ist: auch ich stand, natürlich unbekleidet, vor einer langen Reihe Waschbecken und eine Ordensschwester schoß auf mich zu, wickelte mich in meinen Bademantel und hielt mir einen Vortrag über „Unkeuschheit“! 🙂 Ich war vollkommen Baff, dies Anfang der 80iger Jahre! Manche Dinge ändern sich wohl nie…

Ein interessantes und wunderbares Buch! 🙂 🙂 🙂

Meine Frankfurter Buchmesse 2011 #fbm11

Bookfaces 2011

Gestern war es dann endlich wieder soweit: ich machte mich auf nach Frankfurt und trotz nachhaltiger Versuche der Verkehrsmittel, dies zu verhindern (jahaa Cantus und Deutsche Bahn, IHR seid gemeint!), kam ich rechtzeitig an! Am Eingang wurde ich pünktlich von Frau @lachgas abgeholt, wofür ich mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bedanke! 🙂

Messeturm bei Kaiserwetter

Auf dem Weg zu Halle 4 kam ich an dem im Hof stehenden „Audi-Ufo“ vorbei, in dessen Inneren eine interessante Installation zu bewundern war, „murmurstudy“:

An der Decke sind so eine Art „Fernschreiber“ installiert, die alle „Tweets“ mit dem Hashtag „#fbm11“ ausdrucken und auf diesen Papierschlangen zu Boden rieseln lassen. Man steht also sozusagen in einer papierenen „Twitterwall“, schon cool!

In Halle 4 wollte ich zu „Bookfaces“, gleich als erstes, bevor ich völlig derangiert aussehe und weil ich dachte, ich muß lange anstehen, weil jeder so ein Foto möchte. Aber es war noch nichts los, darum kam ich mit meinem tollen Wort „Kontrapunkt“ gleich dran. So hatte ich genügend Zeit, zu BookRix zu schlendern und Tim Maicher (@maicherinho) zu besuchen und mit Nils zu plaudern. Natürlich gab es auch einen Glückskeks!

mit Tim am BookRix.Stand

Danach dann gleich zum #Twittagessen, auf das ich mich schon riesig freute!Nicht nur auf die Tweeties, die ich vom letzten Jahr schon kannte, nein, auch auf neue Tweet-Gesichter! Dabei durfte ich schon gleich mein Buch „28 Tage“ für Steffen Meier vom Ulmer-Verleg signieren 🙂

die stolze Autorin mit Steffen Meier
Miss Bookfair Wibke Ladwig foltert mein Haekelschwein 🙂
Miss & Mister Bookfair W. Ladwig & P.Weinbrenner (auf seinem Shirt steht übrigens "Sumo-Elfe!:) )
mit meiner Verlegerin Sandra Vogel vom Piepmatz-Verlag (alias "Piepmama")
Die Bloggerclique von Lovelybooks! Leider kenne ich nicht alle aber MrRail, Binea, Libromanie, Bücherkinder, Kimimimi33 und Buchkolumne sind dabei!

Ich lernte Frauke Watson kennen, Holger Ehling, Rebekka Kirsch, @bookberry und viele andere interessante Buchmenschen. Leider alles viel zu kurz, da ich ja am liebsten mit allen reden wollte, hüpfte ich zwischen den einzelnen Grüppchen hin und her (jaaa, da konnte ich noch hüpfen!). Nach dem Twittagessen dann auf zu Droemer-Knaur, zum Gespräch mit Sebastian Fitzek. Sebastian plauderte wie immer sehr charmant über dieses und jenes, nur im Groben über sein neuestes Buch „Der Augenjäger“, eher so allgemein, was er sich beim Schreiben so denkt. Das schönste Zitat war für mich der Satz: „Je härter desto Frau!“ Der bezog sich darauf, daß ja gerade Frauen oft richtige Hardcore-Krimis lesen und er, gerade von Frauen, öfter Mails erhalten hat, in denen ihm gesagt wurde, er könne durchaus noch härter schreiben 🙂 Und die Passage, in der er erklärte, gerade gestörte Persönlichkeiten hätten oft überpenibel saubere und ordentliche Wohnungen, da sie in dem Bemühen, nicht auffallen zu wollen, alles besonders perfekt machten. Ich nehme das hiermit zum Anlass, weniger zu putzen und mich somit als „normal“ zu outen! Und an dieser Stelle möchte ich mal ausdrücklich sagen, wie toll ich es fand, daß Sebastian Fitzek trotz privatem Megastress (Söhnchen David Noah musste ins Krankenhaus!) noch signiert hat und Zeit für ein Grinsen auf unserem Foto und für jeden, der da anstand, ein freundliches Wort hatte! Das ist durchaus nicht selbstverständlich und ich bin sicher, alle Fans verstehen, daß er sich dann sehr schnell vom Acker Richtung Berlin gemacht hat…

mit Sebastian Fitzek bei Droemer

Meinen nächsten Termin hatte ich dann beim Gmeiner Verlag mit Carolin Sperber und Frank Liebsch. Ich fürchte, ich habe den beiden ein Ohr abgekaut mit meiner Twitter-Begeisterung! Was ja vielleicht zur Folge hat, daß der Verlag bald auf Twitter auftaucht… 🙂 Ich glaube, es war für beide Seiten ein erfreuliches und erfolgreiches Gespräch und ich freue mich schon sehr auf die weitere Zusammenarbeit!

Damit war der „offizielle“ Teil für mich erledigt und ich konnte auch mal ein bisschen rumschlendern, einen Plausch mit Frau Römgens vom Karin-Fischer-Verlag halten, einen leckeren Obstsalat essen. Bei Diogenes traf ich zu meiner großen Freude die Autorin Astrid Rosenfeld (Adams Erbe), die wirklich sehr bezaubernd ist! Somit habe ich auch in diesem Jahr ein Foto: Autor mit Haekelschwein! Und es tröstete mich auch darüber, daß ich Hannelore Elsner bei KiWi nicht erwischt habe. Ich hatte ihr Buch dabei zum signieren…aber frau kann ja nun mal nicht alles haben (seufz!).

Astrid Rosenfeld balanciert das Haekelschwein
mit Astrid Rosenfeld bei Diogenes

Da dieser Beitrag jetzt schon seeehr lang ist und das wichtigste drinsteht, poste ich jetzt noch ein paar fotos mehr für euch, so quasi „bildliche Eindrücke“ und schliesse für dieses Jahr!

IHN stört der Trubel ja überhaupt nicht!
Joscha Sauer (nichtlustig) beim signieren. es war soo voll...
... daß ich den Lemming machte! 🙂
das Open Space Ufo (Foto by Steffen Meier)
nein, die Hallen sind NICHT voll! (Foto by Steffen Meier)
was vom Tage übrigblieb 🙂

Hab ich BIG BROTHER auf dem Rechner? #bundestrojaner

Über die FAZ und nicht zuletzt Twitter hat ja vermutlich jeder Mensch am Wochenende vom sog. „Bundestrojaner“ gehört. Dieses fiese Spionageprogramm, welches der ChaosComputerClub (CCC) geknackt hat.

Ich bin nun wirklich kein Nerd oder Geek oder wie sonst diese ganzen PC-Cracks alle heißen und habe nicht wirklich Ahnung davon, ob so ein Programm das wirklich alles so kann, wie beschrieben, aber wenn nur die Hälfte davon stimmt und möglich ist, ist das ein echt dicker Hund! Und ich denke, der CCC würde sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, wenn deren Erkenntnisse nicht hieb- und stichfest beweis- und recherchierbar wären. Andernfalls käme das ja einem Selbstmord gleich.

Was bedeutet das denn aber nun genau? Zuallererst mal ist es verfassungswidrig. Punkt. Jetzt kommt natürlich so ein Lieblingsargument daher: „Wenn Du nichts zu verbergen hast…“
Habe ich was zu verbergen? Jein.
Ich habe keine Bombenbauanleitungen auf dem Rechner und auch keinen Al-Qaida-Schriftverkehr. Aber ich habe, wie jeder Mensch auf dieser Welt, Dateien auf dem Rechner, deren Inhalt Dritte ganz einfach nichts angeht!
Die Vorstellung, irgend so ein LKA-Heini sitzt an seinem Schreibtisch und lacht sich über mein privates Liebesgeschwurbel mit „Hasi-Pupsi“ schief – NEIN, NEIN, NEIN!
Oder lästert über die Speckröllchen meiner Bikini-Fotos vom letzten Urlaub: „Booah, guck Dir die fette Kuh an!“ EY, hallo, das sind MEINE Speckrollen, ja?!
Ganz davon abgesehen, daß die Typen dafür bezahlt werden, sich auf MEINE Kosten zu amüsieren! Okay, das war jetzt ja noch überspitzt lustig. Weniger komisch wird es, wenn man darüber nachdenkt, daß Otto-Normalbürger für den Staat ganz leicht erpressbar wird.

Herr X, der irgendeinen für den Staat interessanten Job hat (Politik, Pharmaindustrie, sowas in der Art), hat ein Techtelmechtel mit Fräulein Y – und Frau X hat keine Ahnung. Durch die Skype-Überwachung weiß Staat nun davon und klopft bei Herrn X an: Wir wollen, daß Du dieses und jenes für uns machst, sonst….“
Anderes Beispiel? Bittesehr:
Der kath. Religionslehrer Z ist homosexuell, was natürlich niemand weiß und wissen darf. Er ist bei seinen Schülern beliebt, macht einen guten Job, alles prima. Aber er surft auf einschlägigen Gay-Sites, was wir ihm ja gerne gönnen. Schliesslich hat er in seiner Position mit dieser „Ausrichtung“ genug Probleme… Und dann? Dann sitzt da einer, der spioniert und sich denkt: „Ach guck mal da, die Schwuchtel mach ich fertig!“ (Ja nun, auch vor dem Spitzelrechner sitzt NUR ein Mensch, oder?)

Diese Beispielliste ließ sich noch lange fortführen und ich muß sagen, das erschreckt mich ganz gewaltig. So schön diese Computerwelt ist und wie viele tolle Sachen man auch damit machen kann, vielleicht sollte man für gewisse Dinge doch wieder auf ein gutes, altes Tagebuch zurückgreifen. So aus Papier, mit einem schönen Einband – und mit Tinte darin schreiben.

Die Radleys von Matt Haig

(c) Amazon
Lernen Sie die Radleys kennen, eine total verbissene Familie.
Auf den ersten Blick wirken sie wie eine ganz normale Familie: Vater Peter ist Arzt, Mutter Helen kümmert sich um die beiden pubertierenden Kinder Clara und Rowan. Doch warum erstickt Peter fast am thailändischen Salat, warum nimmt jedes Tier
vor Clara Reißaus und warum kann Rowan nachts nicht schlafen und hat trotz Lichtschutzfaktor 60 Probleme mit der Haut?
Das Geheimnis der Radleys ist so unfassbar wie offensichtlich: Sie sind abstinente Vampire!

Also eigentlich sind die Radleys ziemlich normal. Vater Radley ist Landarzt, Mutter Radley ist Mitglied im örtlichen Lesekreis, Sohn Radley übt sich erfolglos in Lyrik und Tochter Radley ist in der vegetarischen „Ich-esse-keine-Tiere“-Phase. Das sie einen enormen Ibuprofenverbrauch haben, fällt nicht so auf (Papa ist schliesslich Arzt!), aber daß in ihrem Garten nie ein Vogel zwitschert, jeder Hund in ihrer Nähe knurrt und jault, jede Katze flüchtet und die Pferde durchgehen, das merken die Menschen im Dorf sehr wohl. Clara und Rowan sind die Freaks der Schule, ohne genau zu wissen, warum eigentlich. Denn das sie Vampire sind, haben ihre Eltern ihnen bisher verschwiegen! Bis Clara auf einer Party einen zudringlichen Jungen beißt, um ihn sich vom Leib zu halten. Am Ende ist der unerwünschte Verehrer tot und Familie Radley muß (rote!) Farbe bekennen.

Bis auf das Original (Dracula) mag ich eigentlich keine Vampirromane, schon gar nicht diese süßlichen Teenager-Gothic-Schnulzen, aber die Radleys sind – eben anders 🙂 In ihrem „verbissenen“ Bemühen, so normal wie nur möglich zu erscheinen, gibt es immer wieder situationskomische Momente, sei es nun Peter Radley, der gerne mal die Blutproben seiner Patienten kosten würde oder Sohn Rowan, der schon zum Frühstück Berge fast rohen Fleisches vertilgt. Besonders gefallen hat mir die Liste der historischen Personen, die als Vampire durchs Leben gingen, u.a. Lord Byron und Jimi Hendrix 😉 Wer also einen Vampirroman ohne Buffytouch, Rüschenhemden und Weltschmerz lesen möchte, der lese „Die Radleys“! 🙂