Treibgut von Maren Schwarz

(c) Gmeiner Verlag Elena Dierks gibt sich die Schuld am Tod ihrer Tochter Lea, die an einem stürmischen Wintertag im Kinderwagen über die Klippen der Kreidefelsen auf Rügen ins Meer gestürzt ist. Sie verliert darüber den Verstand und wird in die Psychiatrie eingeliefert. Jahre später glaubt sie, ihre Tochter im Fernsehen in einem Bericht aus Amerika erkannt zu haben. Das Schicksal der jungen Frau geht einer in der Psychiatrie beschäftigten Schwester derart unter die Haut, dass sie dem pensionierten Kommissar Henning Lüders davon erzählt. Er nimmt sich der Sache an und macht eine unglaubliche Entdeckung …

Eine Frau, die seit mehr als zwei Jahren kein Wort mehr gesprochen hat, fängt bei einer Weihnachtssendung im Fernsehen plötzlich an, zu schreien und ist nicht mehr zu beruhigen. Natürlich nimmt niemand das ernst denn sie befindet sich in Stralsund in der Psychiatrie. Selbstverständlich wünscht sich eine Frau, die sich schuldig am Tod ihres einzigen Kindes fühlt, dieses Kind mit aller Macht zurück. Nur eine Krankenschwester erwägt immerhin die Möglichkeit, daß ihre Patientin sich nicht geirrt haben könnte, als sie im Fernsehen ein Kind sieht, welches ihr verblüffend ähnlich sieht. Kommissar Lüders, rüstiger Endsechziger mit einer guten Portion Neugier, fängt an, in Elenas Vergangenheit zu forschen und stellt schnell fest, die Frau ist ganz allein auf der Welt. Der Ehemann ist tot, die Eltern sind tot, Nachbarn, die etwas wissen könnten sind ebenfalls tot, sogar die Pensionswirtin, in der die kleine Familie damals wohnte, hatte einen bedauerlichen Unfall. Sind das wirklich alles nur Zufälle, oder steckt mehr dahinter? Wurde das Kind doch entführt? Und wenn ja, warum und von wem? Eine Lösegeldforderung hat es nie gegeben…

Dieses Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Zu spannend ist die Frage, was damals tatsächlich passiert ist und ob sich Elena nicht in ihrer Verzweiflung doch geirrt hat – und die Geschichte hält den Spannungsbogen bis zum Ende durch. Die Charaktere sind realistisch und sympathisch, vor allem ihr Engagemant, einer völlig Fremden zu helfen, noch dazu bei einer so unsicheren Angelegenheit, empfand ich als sehr positiv. Die einzig wirklich unrealistische Sache ist die Haltung der Klinik. Niemals würde ein Arzt auf Grund der Intervention einer Krankenschwester einen derart offenen Umgang mit einer Psychiatriepatientin zulassen. Das wäre allerdings zu wünschen!

Dieses Buch bekommt 🙂 🙂 🙂 🙂 und meinen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Film über eine Kunst-Installation von ChapTer Kronfeld in SecondLife

Eigentlich wollte ich einen Artikel über diese Installation hier schreiben, stellte aber fest, ich empfinde sie als zu verstörend, um sie in Worte fassen zu können. Vielleicht gelingt das mit meinem Video besser:

Lesung im Teehaus und ein „Klassiker“

Am Samstag habe ich mal wieder eine Lesung in meinem Teehaus veranstaltet, diesmal etwas aufwändiger, nämlich mit musikalischer und tänzerischer Einlage meinerseits. Also, meines Geisha-Alter-Egos. Ich stelle immer öfter fest, es ist fast so, wie ein Auftritt im realen Leben: man muß einen Ablaufplan erstellen und proben, proben, proben, bis alles richtig sitzt. Zwar sitzt man „nur“ am PC und drückt ein paar Knöpfe, aber soooo einfach ist es denn doch nicht 😉
Ich las ein Märchen vor, dann führte ich einen Tanz auf mit dem schönen Titel „Geschichte einer Liebenden“ und danach erzählte ich dann die Fabel vom „Hasen auf dem Mond“ Tsuki no Usagi. Auf dem Paravant hinter mir seht ihr das Motiv dazu.
Wenn man während einer Vorstellung Musik laufen lässt, sollte man sein Micro abschalten, da es sonst zu Rückkopplungen kommen kann. Das habe ich gemacht. Und dann erklärte ich, was es mit dem Paravant auf sich hat und begann, die Fabel zu erzählen. Ratet, was ich vergessen hatte! Genau, ich vergaß, daß Micro wieder ANzuschalten!!! Mein Publikum saß ca. 10 Minuten in absoluter Stille da, meditativ umrahmt vom Plätschern des Brunnens und dem leisen Klingeln meines Windspiels vor der Tür! NEIIIIIIIN!!!!

Sie waren aber zum Glück geduldig und warteten, bis ich wieder „da“ war 🙂 Später erfuhr ich dann, das war DER Klassiker in SL. Vermutlich blieben sie deshalb alle so brav sitzen ^^, sie nahmen es mit Humor. Ich fing also nochmal mit Tsuki no Usagi an und alles war wunderbar!

Ich liebe asiatische Märchen und eines fällt mir immer wieder auf, wenn ich sie lese: so fremdartig die japanische, oder überhaupt die asiatische, Kultur auch sein mag im Gegensatz zu unserer europäischen, die Grundmotive ähneln sich sehr. Es gibt böse Stiefmütter oder Schwiegerväter, die „drei Töchter/Söhne“, von denen die jüngsten Exemplare immer die Schönsten und Edelsten sind, unlösbare Aufgaben, um die Liebe zu erlangen…. Und es gibt einen unerschöpflichen Fundus für noch sehr viele weitere Märchenabende im Teehaus! 🙂

Der Finger der Vernichtung!

Gestern habe ich mal wieder ein bisschen an meinem Teehaus herumgebastelt, aber wirklich nur ein ganz kleines bisschen, ich schwöre es! Es ist egal, ob man eine reale Wohnung neu einrichtet oder ein Haus in SL, Spass macht beides. Es gibt nur einen signifikanten Unterschied: Es kostet kein Vermögen in SL und es ist viel leichter, etwas zu korrigieren. Ich möchte statt wehender Vorhänge lieber Schiebetüren am Eingang haben? Bittesehr, ein paar Klicks später ist das erledigt 🙂

Ich hätte ja nie gedacht, daß ich mein virtuelles Zuhause mal genau so lieben würde wie mein reales, es ist aber so. Ich bastel da liebevoll rum, verschiebe hier was, ändere da was und bin stolz auf mein Haus.

Und DANN passiert es! Mir „fällt“ ein Stift runter, so ein winzigkleines Teil, das man ohnehin nicht braucht… Lag da auf dem Bambus-Fußboden. Aus Erfahrung weiß ich, sowas am Besten sofort aufzuheben, weil man es gerne vergisst und dann nicht mehr findet. Wäre ja an sich kein Problem, aber jedes Teil besteht aus sogenannten „Prims“, das sind die Bausteine, aus denen jedes Teil in SL gemacht ist. Und wenn da sehr viele „verlorene“ Teile rumfliegen, ist das nicht gut. Ich klicke…. mit der Maus einen Zehntelmillimeter daneben, treffe den Fußboden – UND MEIN HAUS IST WEG! AAAAHHH!!! Ich bin der Terminator, ich besitze den Finger der Vernichtung! Und das um 2.30 Uhr morgens, neeeee, oder?!

Es ist eine verdammte Fieselei, so etwas wieder korrekt hinzustellen, mindestens so, wie ein komplettes Geisha-Make-Up aufzutragen… Na fein, dann mal los! Um 3.20 Uhr war ich dann fertig, die Geisha fiel ins Bett und ich auch^^

Das ist das Tückische an virtuellen Welten: Man hebt sich keinen Bruch beim Türen einbauen, kann aber mit einem winzigen Klick alles zunichte machen, was man in mühevoller Kleinarbeit hingestellt hat!