Friesenkinder von Sandra Dünschede

(c) Gmeiner Verlag
Vor der KZ-Gedenkstätte im nordfriesischen Ladelund wird die Leiche eines iranischen Arztes gefunden. Alle Hinweise deuten auf einen Mord mit fremdenfeindlichem Tatmotiv hin und schnell findet Kommissar Thamsen erste Verdächtige in der rechten Szene. Dann wird jedoch ein Neugeborenes aus dem Husumer Krankenhaus entführt und zwischen den beiden Fällen scheint es einen Zusammenhang zu geben. Kommissar Thamsen nimmt zusammen mit seinen Freunden Tom, Haie und Marlene die Ermittlungen in die Hand …

Was liegt näher, als die Verdächtigen eines Mordes, bei dem ein ausländischer Mediziner getötet und ausgerechnet an einer KZ-Gedenkstätte abgeladen wird, in der Neonazi-Szene zu suchen? Eigentlich nichts, denkt sich Kommissar Thamsen. Aber er zögert, denn einerseits ist das all zu offensichtlich, andererseits ist er schockiert, wie tief der braune Sumpf im friedlichen Nordfriesland tatsächlich ist. Er taucht ein in eine Mauer des Schweigens und der Angst, denn niemand will so recht mit der Sprache heraus. Erst recht nicht, als immer klarer wird, daß die Freundinnen der örtlichen Neonazi-Größen allesamt Patientinnen dieses Arztes waren. Thamsens Freund Hajo, der ja alle und jeden kennt, bekommt zudem heraus, daß es einige ledige Mütter zu geben scheint, deren Schwangerschaften nicht so reibungslos verliefen, denn – es gibt keine Kinder!

Dieser Roman beschäftigt sich mit den aberwitzigen Ideen der ewig Gestrigen und deren Rassenidealen. Denn gerade die Friesen galten als die reinsten Arier. Kommissar Thamsen und seine Freunde geraten in ein ungeheuerliches Komplott, das so abwegig in der heutigen Zeit gar nicht ist, denn: was in der Medizin machbar ist, wird auch gemacht. Von irgendwem. Spannend und gut erzählte Krimikost, 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 Smilys.

Ich danke dem Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Hab keine Angst mein Mädchen von Sigrid Hunold-Reime

(c) Gmeiner Verlag
Michelle kommt nicht über den Tod ihrer Schwester hinweg und überlässt nichts mehr dem Zufall. Sie plant ihr Leben bis hin zur Partnerwahl und der Geburt der zwei Kinder. Um sie zur Besinnung zu bringen, verzaubert sie die Freundin ihrer Mutter: Im Körper einer alten Frau wird sie zur Ruhe gezwungen. Aber der Zauber hat seine Tücken. Michelle landet in einem Pflegeheim für Demenzkranke. Dort lernt sie die 82-jährige Magdalene kennen. Die will den Mörder ihres Mannes stellen. Michelle flüchtet mit ihr …

Michelle ist durch und durch rational, so rational, daß sich jeder an ihre Terminplanungen halten muß. Selbst ihre Mutter wird nur zu genau verabredeten Zeiten telefonisch durchgestellt. Trotzdem hat sie einen liebenswerten Ehemann, der sich neben seinem Job um die beiden Kinder kümmert, die Michelle nur zu haben scheint, weil es eben so erwartet wird. Kurz gesagt, Michelle ist reichlich unsympathisch.

Michelles Mutter ist das ganze Gegenteil, eine warmherzige, lebensfrohe Frau, die seit Jahren versucht, wieder einen Zugang zu ihrer Tochter zu bekommen. Als alles nichts hilft, bittet sie ihre Freundin Lily um Hilfe und stellt damit das Leben ihrer Tochter komplett auf den Kopf. Diese findet sich von Jetzt auf Gleich im Körper einer 80jährigen wieder und da sie gleichzeitig das Bewußtsein einer Deißigjährigen hat, benimmt sie sich für ihre Umwelt so merkwürdig, daß man sie in eine Klinik zwangseinweist. Dort in der Klinik hält sich Michelle an ihre Rationalität als letzten Rettungsanker und sucht sich genau die Frau als Hilfe, die genau so wenig dement zu sein scheint, wie sie selbst: Magdalene, die behauptet, ihr Mann wurde ermordet. Und noch etwas gibt Michelle Hoffnung, ihr altes Leben wieder zu bekommen: Magdalene kennt Lily!

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, besonders die immer wieder eingestreuten Interviews verschiedenster Personen. Es regt zum Nachdenken an. Über Mutter-Tochter-Beziehungen, das Alter. Trotz des ernsten Hintergrundes (Michelle muß ein Trauma verarbeiten) ist die Geschichte durchaus auch komisch und spannend. Manchmal wünscht man sich fast, man hätte auch eine „Hexe Lily“ im Bekanntenkreis.

Ich vergebe 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 Smilys, danke an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Töpfermarkt in Großenrode

Auf einem Töpfermarkt gibt es Keramik, natürlich^^ Geschirr, Gartentiere (es gab MEEEERSCHWEINCHEN!!! Leider sehr teuer…), und Kunst. Die Bilder sprechen für sich, einfach nur WOW!

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Unsere „Beute“ fiel bescheidener aus, aber sehr hübsch:

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Theater der Nacht – Northeim

Gestern Abend war ich tatsächlich zum ersten Mal im Theater der Nacht, Masken- und Figurentheater. Zusammen mit Zaph, dem Mann für´s virtuelle Theater, ganz im realen Leben^^. Ich wußte, allein das Gebäude würde ihn faszinieren:

Theater der Nacht in der ehem. Feuerwache
Der Dachdrache schützt alle Figuren, Puppenspieler und Besucher

So war es dann auch, er war Hin und Weg. Ist das Gebäude äußerlich schon eine Schau, so erwartet einen eine zauberhaft schöne Phantasiewelt, sobald man es betritt. Im Foyer befindet sich ein kleines Café und man kommt, schon während man den Kaffee genießt, nicht aus dem Staunen und Gucken heraus!

Hier findet ihr die Homepage des Theaters mit Bildern, Infos, Spielplan, alles, was man wissen muß

Wir haben „Der Hexenjäger“ angesehen. Der Herr Magister von Pauck wittert überall Hexen und ist redlich bemüht, dieses Übel auszumerzen. Allerdings wird er recht unsanft auf den Boden der Tatsachen geholt ^^ Das Stück ist wunderbar skurril und schräg, die Puppen echte „Typen“ und die ganze Inszenierung und Ausführung einfach großartig. Wir haben den Abend sehr genossen und werden sicher in Zukunft oft zu Gast sein im Theater der Nacht!