Montsrückblick Juli

Gelesen:

Kopf oder Zahl, Sterbenskalt

Gehört:

Du glaubst doch nicht wirklich, daß ich still liegen bleibe, wenn ich eine Frau wie dich im Arm habe?!

Absolut tolle Hang-Musik.

Gesehen:

Minions, House of Cards UK

Gedacht:

Man kann tatsächlich zweimal im Leben denselben Menschen lieben (oder vielleicht hörte man auch niemals damit auf und es gab nur eine Unterbrechung?) Und: Ich will ne Hang!

Gesagt:

Nichts. Ich habe (wissend, jawohl!) gelächelt.

Gefreut:

Über ein wunderbares Wiedersehen 🙂 Und über eine sehr überrumpelnde Brunch-Einladung!

Geärgert:

Und noch ein Zahn weniger…..

Gelacht:

Ja, sehr viel

Geweint:

Nein, keinen einzigen Tag

Getrunken:

Smoothies!

Gegessen:

Matcha-Käsekuchen, ein Wahnsinns-Frühstück!

Gekauft:

Eine wunderschöne Jacke, die ich mir eigentlich nicht leisten konnte. Aber das ist mir jetzt egal, so! 🙂

Gefunden:

Den Weg in eine Vergangenheit, die nie wirklich vergangen war.

Gemacht:

Matcha-Cheesecake! Nachgedacht. Viel gelesen. Noch mehr geschrieben. Japanisch gelernt. Gesungen. Viel draussen gewesen. Brunchen mit Frau KistenFrosch. Das Leben toll gefunden!leben

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Doppelt geschlafen (Ein kleiner Schüttelreim^^)

Ich schlafe im Schlaf
und träume im Traum.
Da hör ich die Tür
und dann:
Schritte im Raum.

Das ist gar nicht schlimm,
in meinem schlafenden Sinn
weiß ich genau,
daß du das bist,
der mich umarmt und zärtlich küßt.

Ich werde nicht wach,
rücke träumend nur nach,
näher zu dir, atme dich ein,
fall in deine Hände und
tiefer in den Schlaf hinein.

Am Morgen werde ich wach
und denke nur „ach…“
Das Bett neben mir ist leer
aber nicht sehr lange mehr.
Das wünschen wir uns beide sehr!

Phönix

Fallen lassen.
Jemanden.
Fallen gelassen werden.
Von jemandem.

Jemandem
in die Hände fallen
und
darin verweilen.

Jemandem
in die Hände fallen
und
gehalten werden.

Jemandem
in die Hände fallen
und
mit Haut und Haar vergehen.

Jemandem in
die Hände fallen
und
vollkommen in Flammen aufgehen.

In deinen Händen
zu Asche verglühen
und
in ihnen wieder auferstehen.phönix

Ein wenig vorwärts ins Zurück

Ein langes Telefonat,
das es sehr lange nicht gab,
zwischen uns
ist das Katapult
durch die Zeit zurück.

Vieles, sehr vieles,
ist nicht mehr,
wie es einmal war,
manches ist erschreckend,
anderes nur ungewohnt
und dann
lachst du mich an!

Mit Augen, noch immer
so unglaublich blau,
dein Lachen blitzt
bis zu ihnen hinauf
und trifft mich.
Wieder.
Ins Herz.

Einiges ist noch immer so,
wie es mal war.
So genau wie abgefilmt,
aus meiner Erinnerung,
die Bewegung deines Arms,
wenn du meinen Kopf
auf deine Schulter ziehst,

das Gefühl deiner Finger,
die mir über´s Haar gleiten.
Mach das nochmal –
und du machst es nochmal,
ein wenig länger diesmal,
und ich schmiege
meinen Kopf in deine Hand.

Und ich schliesse die Augen,
durchlebe die Wiederholung einer
Erinnerung, die,
unvergessen,
immer in mir gelebt hat.
Ich bin zu Hause.
Für diesen Augenblick.

Bevor wir uns trennen,
aus dem Gestern ins Heute,
gibt es ein Zögern,
nicht Unbehagen, nur Unsicherheit.
Gehen wir über die Brücke
der Zeit?
Und dann tun wir es,
flüchtig wie die Berührung
eines Schmetterlings –

liegen

deine Lippen auf meinen.

Eine Geschichte aus dem „Neuland“

Im heutigen Zeitalter der permanenten Internet-Aufreger, der allgemeinen wir-sind-ja-über-alles-so-betroffen-Haltung und sowieso ist „dieses Neuland“ an allem Schuld, möchte ich mal eine andere Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die zeigt, auch Menschlichkeit gibt es in diesem Internet. Sie geht nur sehr häufig unter, weil sie, im Gegensatz zu politischen Skandalen und Promi-Skandälchen, nicht an der großen Glocke hängt.

Es dürfte so ungefähr 15 Jahre her sein, da ging es mir finanziell richtig, richtig be…scheiden. So bescheiden, daß ich am Monatsende die Brotscheiben zählte, ob die noch bis zum Letzten des Monats für die Schulbrote meiner Tochter reichen würden – wenn ich keine davon aß. Warum das so war, ist schnell gesagt: ich geriet durch gewisse, unerfreuliche Umstände, in die Mühlen der Ämter, an denen vorne das Wörtchen „sozial“ dranhing.
Ich besaß weder Internetzugang noch Computer, aber meine Bank! Da gab es eine Selbstbedienungs-Kaffeemaschine und drei Computerarbeitsplätze. An jedem Monatsletzten saß ich also da und während ich im 30-Minuten-Turnus zum Automaten ging, um nachzusehen, ob endlich mein Geld eingetrudelt war, hing ich in einem Chatroom rum. Zumindest wurde die Warterei dabei nicht langweilig.
Nach einigen Wochen fiel das einem meiner Chatpartner auf. Das ich immer nur am Monatsende da war und immer in einer Bank. Er fragte mich danach, weil ich während unserer Chats (natürlich) kaum ein Wort darüber verlor. Das Chatten war zu der Zeit der einzige Spass, den ich da hatte – und da wollte ich nicht rumjammern. Ich wollte auch erst nicht mit der Sprache raus, aber dieser Mensch da am anderen Ende im Irgendwo, war einfühlsam und ich dachte: „Was soll´s? Der sitzt irgendwo in Deutschland und kennt dich nicht, also, egal…“ Und dann geschah folgendes:
„Gib mal deine Kontonummer.“
„Nein!“
„Doch, kannste ruhig machen.“
„Nein! Dir ist doch klar, daß ich nicht mal wüßte, wie ich dir in der nächsten Zeit 20 € wiedergeben sollte und ich will keine Schulden oder Verpflichtungen.“
„ Du HAST keinerlei Verpflichtungen, versprochen. Und von Wiedergeben will ich gar nichts hören, ok?!“
Das ging noch eine Weile Hin und Her. Wir leben in einer Zeit, in der niemand einfach wohltätig ist, noch dazu zu einem falschen Namen vor einem Monitor! Am Ende gab ich ihm meine Kontonummer. Als ich eine Viertelstunde später nachsah, hatte ich einen Zahlungseingang von 500 Euro! Ich brach vor dem Automaten in Tränen aus.
„Bist du verrückt ?!“
„ Nee. Und jetzt gehste mit deiner Tochter richtig schön essen, ok? Ich wünsche euch einen schönen Tag!“ Sprach´s und loggte sich aus.

Ungefähr 18 Monate später änderte sich meine Situation erneut. Es war absolut kein Problem mehr, jemandem 20, 100 oder 500 € zurückzuzahlen. Also ging ich in den Chatroom, diesmal von meinem eigenen Rechner aus, suchte und fand meinen Chatpartner.
„Gib mir bitte deine Kontodaten, ich kann dir dein Geld wiedergeben.“
„Nein. Das war ein Geschenk, habe ich doch gesagt.“
„Ja, aber…“
„Kein aber! Ich habe das genau so gemeint und ich habe dir gerne geholfen.“
„Warum eigentlich? Ich meine, ich hätte doch so ein Schmarotzer sein können, der nur die Leute abzockt. Das konntest du doch gar nicht wissen.“
„ Das stimmt, konnte ich nicht. Du wirktest aber nicht so – und dieses Gespräch jetzt beweist mir das auch.“

Ich habe niemals erfahren, wer dieser Mensch war aber diese Tat war eine der menschlichsten, die ich jemals durch „dieses Internet“ erleben durfte.