Kleines Theater-Update: Spielplan Dezember 2017

Kleines Update zum Theaterprojekt: Ab heute steh ich, bzw. WIR, offiziell auf dem Spielplan des „Theater am Olgaeck“! Das ist so verdammt aufregend! Ich meine, bisher hab ich im Hintergrund rumgewerkelt: geschrieben, gebastelt, virtuelles Theater und Schauspieler angeworben. Das ist zwar auch völlig real, nur eben in einer anderen Wirklichkeit, aber jetzt wird es sichtbar. Für alle! Im ganz realen Stuttgart. Das ist toll und ich freue mich wahnsinnig! Auf die Arbeit, die in den nächsten zwei Monaten vor uns liegt, und auf die Premiere sowie auf ein tolles Publikum aus BEIDEN Welten: Am 12.12. um 20.00 Uhr hier:

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Eine nachhaltig prägende Begegnung mit Kapitän Schwandt

Genau heute vor einem Jahr hatte ich das Privileg, einen sehr beeindruckenden Menschen persönlich kennen zu lernen: Kapitän Schwandt. Eine Begegnung, die mich nachhaltig geprägt hat und die das wohl auch für den Rest meines Lebens tun wird. Leider war es der letzte öffentliche Auftritt, bevor er sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen musste. Und gerade in diesen Tagen, kurz vor einer Bundestagswahl, die das Gesicht Deutschlands erneut mit einer sehr häßlichen Fratze verunstalten könnte, der Fratze des Nationalsozialismus, merke ich, wie schmerzlich er fehlt. Mir ganz persönlich. Seine Klare Kante, seine auf den Punkt treffende Sicht der Dinge, die hier schieflaufen. Ich bin sehr froh, daß er eine sehr große Gruppe von Menschen zusammenbringen konnte, die seine Ansichten weitertragen, dafür einstehen und auch laut sind. Denn ganz ehrlich, ich habe ein wenig Angst davor, in was für einem Deutschland ich am 25.09.2017 aufwachen werde.

Persönlich habe ich einen klugen, bedachtsamen Menschen kennengelernt. Einen sehr warmherzigen, empathischen Mann mit einem wunderbar trockenen Humor und, auch wenn manche eher den grummeligen Alten in ihm sahen, einen wahren Humanisten. Diese Begegnung hat mir sehr viel Kraft gegeben und sie wirkt heute noch, ein Jahr später, in mir nach. Ich habe selten einen Menschen getroffen, der eine solche Ausstrahlung und Power besitzt, wie dieser alte Kapitän. Auch wenn er sich nicht mehr, oder nur in Ausnahmefällen, auf Facebook zu Wort meldet, vergessen wird er nicht. Nicht nach einem, nicht nach fünf oder zehn Jahren. Ein Jahr ist schnell vorbei und vieles passiert in zwölf Monaten, aber das ich das Glück hatte, ihn kennenlernen zu dürfen, ist mir diesen kleinen Artikel mehr als wert.

Wenn du nicht weißt, was es wird, nenne es Essay. Oder einfach Fingerübung.

Freundschaft muß man sich verdienen. So heißt es zumindest. Oder Freundschaft muß wachsen, über Jahre. Das mag stimmen, oft ist das sicherlich auch so. Aber manchmal wird sie einem auch einfach zuteil, wie ein unerwartetes Geschenk, wie etwas, womit man nicht rechnet. Ein Mensch, der dir im entscheidenden Augenblick die Hand reicht und den du danach niemals mehr wiedersiehst, dessen Namen du vielleicht nicht einmal kennst und nie erfahren hast, kann dir mehr zu einem Freund werden als jemand, den du dein ganzes Leben lang gekannt hast.

Wenn Zeit bei der Entwicklung einer Freundschaft eine Rolle spielt, kann ich nur sagen, Zeit hat ja nicht nur eine meßbare Länge, also Sekunden, Minuten, Tage, sie hat auch eine, nicht meßbare, Tiefe. Manchmal genügt ein einziger Augenblick, um einen wahren Freund zu erkennen. Dieser Augenblick war dann nachhaltiger und tiefer als es zehn Jahre sein können. Und unvergesslicher.

„Freundschaft bedeutete, sich geehrt zu fühlen, dass man einen anderen in seiner größten Verzweiflung auffangen dürfte…“ ( Hanya Yanagihara, Ein wenig Leben) Wie lange dauert es, in seine tiefste Verzeiflung zu stürzen? Und wie lange, die Hand auszustrecken um den anderen festzuhalten? In diesem Moment sind sich zwei Menschen sehr nah, in einer Sekunde noch Fremde, in der nächsten durch tiefe Sympathie verbunden, der eine stark, der andere schwach. Es gibt keine stärkere Bindung, als sich im Augenblick der Schwäche an einen anderen zu halten, der Wärme und Kraft, Verständnis und Empathie ausstrahlt. Ebenso wenig wie umgekehrt. Es macht einen starken Menschen nur noch stärker, wenn er einen schwächeren auffängt und stützt. Ist das schon Freundschaft? Oder der Beginn einer solchen?

Wann auch immer sie beginnen, sicher ist, es gibt Freundschaften, die, obwohl während eines Wimpernschlages entstanden, unverbrüchlich sind. Sie sind unser wertvollster Besitz.

Foto: Pinterest
Foto: Pinterest

Ein Award, ein Award!

liebster Heute erreichte mich eine Nominierung und zwar zum „Liebster Award“ Nominert wurde ich von https://bettinalippenberger.wordpress.com/ wofür ich mich herzlich bedanke und mich jetzt an die Beantwortung ihrer Fragen machen werde. Ich bitte allerdings um Verständnis dafür, daß ich niemanden weiter nominieren werde. Ich gebe grundsätzlich weder Awards noch Stöckchen weiter, wer möchte, darf sich die Fragen hier gerne „mopsen“ und sie eigenständig beantworten.

Um was geht es in eurem Blog?

Grundsätzlich um alles, was mich aktuell beschäftigt. Politik, Bücher, Haustiere, Lyrik, alles, was anfällt.

Wo hast Du Deine Leser gesucht? Hast Du sie direkt angesprochen?

Ich habe überhaupt keine Leser „gesucht“. Ich habe einfach angefangen und nach und nach tauchten sie dann auf.

Welche Themen oder Dinge würde man nie auf Deinem Blog finden?

Pro-Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit.

Wie bekommst Du Familie und den Blog unter einen Hut?

Meine Familie ist erwachsen, die kommen damit klar ^^

Machst Du mit bei „Blogger schenken Lesefreude“? Was hältst Du von der Aktion?

Ich habe davon gehört.

Hast Du eine „Buchhandlung deines Vertrauens“? Wenn ja, stell sie bitte kurz vor.

Ich kaufe meine Bücher eigentlich spontan da, wo sie mir in die Hände fallen. Die einzige Buchhandlung, die ich so hätte nennen können, hat leider vor einigen Jahren geschlossen.

Wie wichtig sind Dir Buchmessen?

Schon recht wichtig, allerdings nicht mehr ganz so wie früher.

Gibt es auf Deinem Blog sog. Blogpausen? Zum Beispiel, wenn Du in Urlaub bist? Oder zu festen Jahreszeiten?

Selbstverständlich. Ich schreibe nur dann etwas, wenn es mir wirklich wichtig ist, wenn es mich beschäftigt – und nicht, weil nun zufällig Sonntag ist und es erwartet wird.

Teilst Du, wenn Dir ein Beitrag von jemand anders gut gefällt, diesen auch auf Facebook, Twitter oder rebloggst ihn?

Das kommt vor, aber seeeeeeeehr selten.

Was bevorzugst Du: E-Book, gedrucktes Buch oder Hörbuch?

Eindeutig auf Papier gedruckte Bücher, immer und überall!

Ein Stöckchen

Seit laaaanger Zeit stolperte ich mal wieder über ein Stöckchen (bei der großartigen Wibke Ladwig ) und nahm es mal mit. Dürft ihr auch gerne machen, wenn ihr wollt 🙂

Wie hast Du Deinen ersten Korb erlebt? (receiving)?

Also, das war so…. Ich war in diesen Kunstprof verschossen, mit dem ich an einem Projekt gearbeitet habe. Seine Studenten sollten eine meiner Geschichten illustrieren. Die Illustrationen waren fertig und er lud mich ein, sie mit ihm gemeinsam zu begutachten. Ich war stocknervös, hatte ich mir doch vorgenommen, mich mal vorsichtig ranzutasten. Unauffällig die Wohnung nach weiblichen Spuren abgeröngt, nichts. Auch keine zweite Zahnbürste im Becher. Ich also all meinen Mut zusammengenommen und – da fiel mein Blick zufällig auf den Papierstapel, der neben mir auf dem Stuhl lag! Ganz oben das Meldeformular seiner Lebensgefährtin für diese Wohnung! Ich klappte den Mund wieder zu. Das war zwar kein „aktiver“ Korb, fühlte sich aber 1-A so an….

Wie hast Du Deinen ersten Korb erlebt? (giving)

Eher unangenehm. Männer haben wohl so grundsätzlich ein Problem mit dem Wort Nein, selbst dann, wenn es höflich vorgebracht wird. Am schlimmsten fand ich, daß es in eine Bettelei ausartete.

Wenn Du nochmal zurück könntest, worum würdest Du Deine erste Grundschullehrerin (m/w) bitten?

Ich würde sie dringend darum bitten, nochmal einen Pädagogiklehrgang zu besuchen, Schwerpunkt: Man darf körperbehinderte Schüler nicht wie den letzten Dreck behandeln.

Zahnseide oder Munddusche?

Zahnseide

Notlüge oder bittere Wahrheit?

Hm, das kommt wirklich ganz auf die Person, die Umstände und das Thema an, das kann man nicht verallgemeinern.

Hütchenspiel oder Skat?

Weder noch, ich bin kein Spieltyp

Musical oder Oper?

Oper! Eindeutig Oper. Zur Konfirmation wollten (und bekamen) alle eine Party, ich wollte in die Oper. Meine erste war „Othello“ von Verdi, ich bin heute noch begeisterte Verdi-anerin.

Nachschlag oder Nachtisch?

Geht auch beides? Nein, früher hätte ich sofort Nachtisch gesagt, aber z. Zt. ändert sich wohl gerade mein Geschmack und ich mag sehr viel weniger Süßkram.

Wenn Du eine Sache an Deinem Körper ändern könntest, welche wäre das?

Ich hätte bitte gerne meine vollen, dicken Haare zurück, statt der Fusseln, die ich nach der Schwangerschaft Haare nennen muß, danke.

Wenn Du eine Sache an Deinem Charakter ändern könntest, welche wäre das?

Ich wäre gerne ausgeglichener und auch etwas geduldiger.

Wenn Dir ein bedingungsloses Grundeinkommen ermöglichen würde – anstatt zu arbeiten – einer Aufgabe zu widmen, welche wäre das?

Da mein Beruf (schreiben) auch meine Berufung ist, würde ich niemals damit aufhören. Das könnte ich gar nicht. Die Aufgabe, der ich mich widmen würde, wäre, einfach noch mehr zu schreiben. Allerdings dann mit weniger Druck, ich hätte weniger Sorgen, wie ich meine Rechnungen bezahle.

Dein größte irrationale Angst ist…?

… in der heutigen Zeit nicht mehr ganz so irrational.

Gibt es einen Film, den Du immer wieder gucken kannst?

Alle Harry-Potter-Filme.

Wie stehst Du zu Deinen Füßen?

Ich pflege sie hartnäckig, denn ich bin für jeden Tag dankbar, an dem ich schmerzlos auf ihnen durch die Welt stapfe.

Monatsrückblick August

Gelesen:

Das Wesen der Dinge und der Liebe

Gehört:

Einen interessanten Podcast über Japan. Was ich sonst noch hörte, waren geflüsterte Privatheiten…

Gesehen:

Pixels (HAHAHA, sehr genial!)

Gedacht:

Der Arsch hat mir tatsächlich das Portemonnaie geklaut!!! Und es ist niemand mehr da, der mir meinen Geburtstag vermiest….

Gesagt:

Danke, ihr seid echt die Besten!

Gefreut:

Über ausgesprochen netten Besuch, einen tollen 50. Geburtstag und wirklich tolle Freunde

Geärgert:

Ja verdammt! In dem Portemonnaie war die Kohle für 2 Wochen Leben. Dankesehr nochmal, du Arsch!

Gelacht:

Ja, sehr viel

Geweint:

Nein, keinen einzigen Tag

Getrunken:

Selfmade Eistee^^

Gegessen:

Matcha-Käsekuchen, Mohrenkopftorte, Sushi! (Nicht gleichzeitig, grinz)

Gekauft:

Bahntickets nach Köln

Gefunden:

Den Punkt, an dem meine Wirbelsäule laut (SEHR laut!) kracht und man sich dann wieder bewegen kann

Gemacht:

Göttingens Cafés erkundet, gute Gespräche gehabt, zu viel geschlafen, mich auf meine Lesung in Köln vorbereitet, superschön Geburtstag gefeiert!

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Seit heute ein halbes Jahrhundert

Bei manchen fängt die Krise ja schon mit 30 an und sie zählen die nächsten zehn Jahre einfach nicht weiter, bei anderen erst mit 40. Das war mir bisher immer fremd, sind doch nur Zahlen. Meine Zahl lautet ab heute: fünfzig (50!). Ein halbes Jahrhundert. Das…. nochmal: JAHRHUNDERT geteilt durch zwei! Ich. Bin. Fünfzig. Hab ich jetzt ne Krise? Nein, kann ich nicht behaupten, ich fühle mich nicht wesentlich anders als gestern, als noch eine Vier vor der Gesamtzahl stand.

Trotzdem ist so ein halbes Jahrhundert schon eine Hausnummer. Als ich 37 wurde, sagte ein lieber Freund zu mir, jetzt müsste ich aber langsam mal anfangen mit „seriös werden“. Mit einem Augenzwinkern, denn mir war schon klar, „seriös“ werde ich in meinem Leben wohl niemals mehr werden. Und es stimmt, auch mit fünfzig bin ich das nicht. In fünfzig Jahren passiert eine ganze Menge Leben. Da ist man erstmal damit beschäftigt, groß zu werden. Nicht „erwachsen“, das dauert länger, manche schaffen das auch nie. Zum Glück, möchte man beinahe sagen.

Ich habe geliebt und ich wurde geliebt. Ich habe gehasst und wurde gehasst. Ich wurde auf Rosen gebettet und hatte Rosenkriege. All die großen und kleinen Dramen und davon reichlich. Spuren in meinem Gesicht? Einige wenige, könnte schlimmer sein. Unsichtbare Spuren in der Seele? Viele und sie dürften gerne weniger schlimm sein. Aber all das macht mich aus. All das bin ich, wie ich heute bin, mit meinem halben Jahrhundert – und ich bin noch da!

Wie fantastisch ist das doch, heutzutage fünfzig zu sein! Zu Zeiten meiner Oma war man als Frau doch so gut wie lebendig begraben: die blau- oder violett getönte Einheitsdauerwelle und die Einheitsuniform in grau, dunkelblau und beige, einfach gru-se-lig! So Ende der Siebziger gab es in unserer Siedlung zwei Frauen, die sich diesem Diktat widersetzten. Fragt lieber nicht, wie über die hergezogen wurde! Heutzutage ist das völlig normal, Frauen mit Fünfzig tragen Jeans, nerdige T-Shirts, bunte Klamotten, bunte Haare, laufen ohne Unterrock rum (Skandal!), reden über Sex und HABEN ganz einfach welchen!

Es gibt den schönen Spruch auf Erden: Du musst bedeutend ruhiger werden! Muss ich das? Nein! Vielleicht sollte man diese Ruhe aber nur differenzieren: Es hat schon seine Vorteile, sich über bestimmte Dinge nicht mehr so aufzuregen, weil man wegen seines inzwischen „weisen“ Alters einfach weiß, es lohnt nicht. Über andere Dinge sollte man sich indes IMMER aufregen, ruhiger werden heisst nicht, apathisch zu sein. Ich glaube, das verwechseln sehr viele Menschen (vor allem in Pflegeheimen!). Ob man abstumpft oder nicht, liegt in erster Linie an einem selbst, denke ich. Bis jetzt hat mich „das Leben“ nicht klein gekriegt, die Schmetterlinge im Bauch flattern noch genau so wie sie es in meinem fünfzehnjährigen Bauch taten. Ich liebe laute Musik, ich liebe SiFi-Filme, Sherlock und Dr Who, ich mag das klassische und das schrille Japan, ich mag stille Nachmittage, an denen ich schreiben kann. Ich lerne eine mir völlig unbekannte Sprache, ich singe, ich liebe und werde geliebt.

Ich bin fünfzig!alt2