Puzzelt euch die Haekelschweine!

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Firmin – Ein Rattenleben von Sam Savage

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„Sam Savage erzählt eine Geschichte über Außenseiter und Ausgeschlossene, über Erniedrigungen und Selbstzweifel, über Kunst als einen Weg, diese zu überwinden, aber auch über Größenwahn und eitle Prätention. Weil Savage dabei nie kitschig wird und sehr deutlich macht, dass manches im Leben noch nicht mal einer Ratte zumutbar, sondern schlicht und einfach eine Riesengemeinheit ist, deshalb ist hier nebenbei große Kunst entstanden.“ (ARD, Druckfrisch, 2008)

Firmin ist eines von 13 Rattengeschwistern, die eher zufällig und ungeplant im Keller einer Bostoner Buchhandlung das Licht der Welt erblicken. Weil er der Kleinste und Schwächste ist, wird er auch regelmässig von Mams natürlicher Nahrungsquelle weggeschubst und muß sehen, wo er bleibt. In Ermangelung anderer Möglichkeiten beginnt er, die Bücher im Keller zu fressen – und lernt dabei zufällig lesen.
Als es Zeit wird das Nest zu verlassen, bleibt Firmin als Einziger, von den anderen unverstanden, in der Buchhandlung zurück. Er verschlingt Bücher jetzt nicht mehr als körperliche sondern als geistige Nahrung, liest absolut alles, was er in seine kleinen Pfoten bekommt und denkt über das Leben nach.

Ich mag wirklich eine Menge Bücher, einige liebe ich – und „Firmin“ werde ich definitiv lieben! Es ist ein wirklich wunderbares Buch, es ist manchmal komisch, manchmal melancholisch und es ist weise. Mehr mag ich dazu eigentlich gar nicht erzählen. Den Zauber dieses Buches sollte sich jeder selbst „erlesen“. 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂

Das Wesen von Arno Strobel

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Ein kleines Mädchen stirbt, und der Hauptverdächtige wandert in den Knast – unschuldig? 15 Jahre später: Wieder verschwindet ein Kind, und der Albtraum beginnt von vorn – für die Ermittler und den Täter von damals. Ein verurteilter Psychiater und ein besessener Kommissar – ein erbittertes Psychoduell um Schuld und Rache.

Menkhoff ist ein Bulle. So ein richtiger, mit Bauchgefühl und einem Hang, Dienstvorschriften zu … „umgehen“. Seifert ist sein Partner und von jahrelangen Zweifeln geplagt. Menkhoff war sich immer sicher, im Psychiater Dr. Lichner den Richtigen für den Kindermord in den Knast gebracht zu haben, Seifert hingegen hatte seine Zweifel. Zwar nicht unbedingt an der Schuld des Täters, aber an den Methoden seines Partners, und viellecht hätte er zu bestimmten Dingen etwas sagen sollen… Hat er aber nicht. Und in 15 Jahren kann man eine Menge begraben. So sind beide mehr als schockiert, als sie auf einen anonymen Tip hin, ein kleines Mädchen wäre verschwunden, vor der Wohnung des inzwischen entlassenen Dr. Lichner stehen! Die Vergangenheit holt die drei Männer unerbittlich ein, ein toternstes Spiel um Rache und Vergeltung, Recht und Gerechtigkeit, beginnt. Am Ende ein Spiel auf Leben und Tod, in dem Seifert sich entscheiden muß, ob er seinem Partner entgültig vertraut. Eine falsche Entscheidung kann Leben kosten, schlimmstenfalls das eines Kindes…

Ich habe dieses Buch an Silvester begonnen und durchgelesen bis Neujahr um 5h! Ich habe schon geschielt vor Müdigkeit, aber es musste noch eine Seite sein und noch eine und NOCH eine! Seit langer Zeit hat mich ein Buch mal wieder eine Nacht wachgehalten vor atemloser Spannung! Immer neue Enthüllungen die immer mehr Fragen aufwerfen, statt zu erklären und immer, wenn man denkt, es geht nicht mehr spannender, setzt Strobel noch eins drauf! Und r hat wirklich den bösartigsten, miesesten, gemeinsten… (Ha, DAS hättet ihr wohl gern?!)… Thriller geschrieben, den ich seit langem gelesen habe! 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂

Ostfriesengrab von Klaus-Peter Wolf

Im zauberhaften Park von Schloss Lütetsburg wird eine weibliche Leiche gefunden. Der Mörder hat sie wie eine Elfe in den blühenden Sträuchern drapiert. Welche Botschaft will er Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und ihrem Team damit übermitteln? Auch der dritte Kriminalroman mit der beliebten Kommissarin verspricht Spannung pur.

Leider habe ich den 3. Krimi der Ostfriesenreihe als ersten erwischt, eigentlich beginne ich eine Reihe schon gerne am Anfang :). Aber am Lesevergnügen hat das nicht viel geändert, denn es ist eine abgeschlossene Geschichte.
Die Leiche im Park sieht nicht aus, wie eine gewöhnliche Leiche, versteckt in einem Gebüsch oder in einem Teich schwimmend. Diese Leiche wird regelrecht präsentiert und sie ist geradezu erschreckend schön. Schnell ist auch ein Verdächtiger zur Hand, denn die Tote wurde von ihm massiv bedroht und eingeschüchtert. Der streitet aber vehement ab, die Frau ermordet zu haben und flüchtet. Das ist dumm von ihm, denn bald taucht noch eine Leiche auf, ebenso schön und ebenso „ausgestellt“ wie die erste. Nun sind die Kommissarin und ihr Team erst recht hinter ihm her.
Dem Leser wird sehr schnell klar, daß sie hinter dem Falschen herrennen. Der Verdächtige ist zwar kriminell und ein unangenehmer Zeitgenosse, aber diese Morde passen einfach nicht zu ihm, und irgendwann wundert man sich, daß die ostfriesische Polizei das nicht auch merkt und sich aufführt wie eine Chaostruppe. Die Kommissarin hat noch ein sehr persönliches Problem im Kopf, den Mord an ihrem Vater nämlich, verliert dadurch etwas den Überblick und lässt sich auf einen gefährlichen Deal ein. Weller, ebenfalls Kommissar und ihr Lebensgefährte, ist ein ziemliches Weichei, daß sich dauernd für irgendetwas schämt und Rupert, der dritte im Bunde, benimmt sich wie ein Aushilfs-Rambo. Gerade dieses „unperfekte“ macht die Protagonisten aber echt menschlich und auch sympathisch. Jedenfalls müssen sie sich beeilen, denn Ann Kathrin Klaasen ist sich sicher, es folgen noch mehr „schöne Leichen“, wenn der Täter nicht geschnappt wird.

Ich werde diese Reihe sicher weiterlesen, vielleicht mach ich mal mit dem ersten Band weiter? 😉

Garou von Leonie Swann

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Es ist soweit: Für die Schafe von Glennkill beginnt ein neues, wollsträubendes Abenteuer. Gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca haben sie die irische Heimat verlassen und ihre ersehnte Europareise angetreten! In Frankreich beziehen sie Winterquartier im Schatten eines entlegenen Schlosses, und eigentlich könnte es dort recht gemütlich sein – wären da nicht die Ziegen auf der Nachbarweide, die mysteriöse Warnung eines fremden Schafes und das allgemeine Unbehagen vor dem Schnee. Ein Mensch im Wolfspelz! – wispern Ziegen und Menschen. Ein Werwolf! Ein Loup Garou! Oder doch nur ein Hirngespinst? Als dann ein Toter am Waldrand liegt, ist schnell nicht mehr klar, wer gefährlicher ist: der Garou oder seine Jäger. Fest steht, dass die Schafe schnell Licht ins Dunkel bringen müssen, um sich selbst und ihre Schäferin zu schützen. Und schon bald folgen sie mit bewährter Schafslogik einer ersten Spur, die sie durch die Gänge des Schlosses und das Schneegestöber der Wälder führt …

Endlich sind sie alle wieder da: Miss Maple, Mopple the Whale, Zora, Heide, Sir Ritchfield, Othello, das Winterlamm und ein Neuer!
Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt! Wie schon im ersten Teil (Glennkill), haben die Schafe alle ihre speziellen Charaktere und ihre Fähigkeiten, die sie natürlich auch diesmal wieder gebührend einsetzen müssen. Zwar sind einige störende „Umwelteinflüsse“ zu bedenken, Ziegen zum Beispiel (Ziegen sind alle verrückt, das weiß doch jeder!) und „Mama“, die zwar viele Gesichter hat aber doch nicht so schlimm ist, die europäischen Sprachbarrieren und der „Häher“, von Mama auch „Schnösel“ genannt.
Schliesslich gilt es, etwas zu bekämpfen,vor dem alle sich fürchten, Menschen, Ziegen und Schafe: der Garou, der WOLF! Miss Maple denkt und denkt, Mopple frißt und merkt sich alles, schliesslich ist er das „Gedächtnisschaf“, das Winterlamm kämpft um seinen Namen und Cloud ist weg!
Als dann der erste Tote auf der Winterweide auftaucht, sind sich alle einig: Zeit zu verschwinden und die Schäferin mitzunehmen. Nur wie? Mit unübertroffener Schafslogik wird versucht, ein großes Auto mit einer Geschichte zu bestechen, einen Mord zu klären und alle vor dem Garou in Sicherheit zu bringen.

Wirklich ein wunderbares Leseerlebnis, bestimmt nicht nur für Schafe! 🙂 🙂 🙂

Die Schattenfrau von Ake Edwardson

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Erik Winter ist ein ungewöhnlicher Kommissar : Seine Vorliebe für guten Jazz und elegante Anzüge hat sich in Göteborg ebenso herumgesprochen wie sein ungeordnetes Privatleben und sein feines psychologisches Gespür. Letzteres verlangt der jüngste Mord ihm ab, denn weder das Opfer noch der Täter sind bekannt. Erst eine alte Frau und eine Kinderzeichnung weisen den Weg zur Lösung… Ake Edwardson verbindet auf brillante Weise die Spannung eines klassischen Krimis mit psychologischem Tiefgang und einer faszinierenden Figurenzeichnung. Eine Mischung, durch die er in Schweden zum Kultautor wurde.

Eine weibliche, unbekannte Leiche an einem See. Und zwar so total unbekannt, daß eine Identifikation über Monate unmöglich ist. Nur, wo soll man einen Täter suchen, wenn man das Opfer nicht kennt? Einziger Anhaltspunkt: die Frau hat irgendwann in ihrem Leben wenigstens ein Kind entbunden. Darauf konzentriert sich Kommissar Winter: WO ist das Kind? Mehr hat er nicht, an das er sich halten kann.
Diese Frage stellt sich irgendwann auch eine alte Dame: Wo sind das Kind und seine Mutter? Auf dem Spielplatz, auf dem die Beiden ab und zu auftauchen, hat sie sie schon lange nicht mehr gesehen. Es dauert noch eine Weile, bis Kommissar Winter einen Zusammenhang zwischen der Vermisstenmeldung der alten Dame und der Toten am See herstellt und trotzdem macht es die Suche nach ihrem Mörder nicht leichter. Denn auch mit einem Namen bleibt die Tote seltsam unsichtbar, als gäbe es sie gar nicht richtig. Winter muß all sein psychologisches Gespür aufbringen, um hinter das Geheimnis ihres Lebens – und ihres Mörders – zu kommen.

Ein spannender Schwedenkrimi, der zwar manchmal Längen hat, weil es irgendwie nervt, daß es monatelang nicht weitergeht, aber andererseits bezieht es den Leser in die Frustration eines Ermittlers mit ein, der auf der Stelle tritt. Winter ist ein sympathischer Typ von dem ich hoffe, noch mehr zu lesen!

Schlaf in himmlischer Ruh von Charlotte McLeod

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Charlotte MacLeod lässt hier den Exzentriker Peter Shandy, Professor am Landwirtschaftlichen College im fiktiven Balaclava, Massachusetts, zum ersten Mal auftreten. Rund um sein College geschehen haarsträubende Dinge in Schnee und Eis – auch, weil Shandy ein gespaltenes Verhältnis zu Weihnachten hat. Vor allem aber, weil die Organisatorin der Weihnachts-Lichterwochen tot aufgefunden wird. Nur Shandy glaubt nicht an einen Unfall. Mit Mutterwitz, Humor, der Hilfe von Freunden und der Zuneigung einer wunderbaren Frau betätigt sich Shandy als Hobbydetektiv bis sich ihm die überraschende Lösung fast wie von selbst präsentiert.

Pünktlich vor Weihnachten entdeckte ich diesen herrlich altmodischen, skurrilen Kriminalroman. Jedes Jahr im Dezember verwandelt sich das kleine College in den Augen Peter Shandys in ein Irrenhaus. Dann nämlich, wenn während der sogenannten Lichterwoche alle Häuser weihnachtlich geschmückt und beleuchtet zur Touristenattraktion mutieren. Alle Häuser bis auf seines. Professor Shandy hat sich jahrelang geweigert, dabei mitzumachen und sich so den Unmut der Organisatoren zugezogen. Dieses Jahr allerdings besorgt er sich wirklich alles, was blinkt, leuchtet und bimmelt, verwandelt sein Haus in eine weihnachtlich-kitschige Wunderkerze, schliesst ab und fährt in Urlaub. Aus seinem durchaus halb lustig gemeinten Racheplan wird unversehens blutiger Ernst, als er bei seiner Rückkehr die Organisatorin der Lichterwoche tot in seinem Haus vorfindet und er nicht an einen Unfall glaubt. Peter Shandy macht sich ans Ermitteln und dabei lernen wir all die verschrobenen, weltfremden, neidischen, liebenswerten Bewohner des Campus kennen.

Das Buch ist genau das, was ich mir unter einem „Winterkrimi“ vorstelle. Unterhaltsam, spannend, atmosphärisch stimmig, mit Humor erzählt 🙂