Das ist schon ein bißchen was besonderes…

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Welcher Autor träumt nicht davon, daß sein Buch einmal für´s Fernsehen oder Theater adaptiert wird? Jeder vermutlich^^. Als aus meiner „Traumkugel“ ein Theater-Drehbuch wurde, war das für mich noch immer abstrakt. Es war immer noch meine Geschichte, etwas gekürzt aber nach wie vor lesbar auf Papier. Selbst als ich mit Zaphod Enoch über die Musikauswahl „diskutierte“ (griiiinz!), war das noch irgendwo Theorie. Wir sind in Second Life durch zig Läden gezogen, um passende Kostüme und Acessoires zu finden, ich war dabei, als Zaph einen Tag lang darüber fluchte, daß die Kristalle für das Stück nicht die Farbe so wechselten, wie er das wollte. Aber erst seit Mittwoch/Donnerstag ist mir richtig klar geworden: Da passiert was richtig tolles! Ich war bei den Proben und habe zugesehen. Es sind die ersten Sprech- und Leseproben, noch ohne Kostüme und die Kulissen noch rudimentär, aber: da sind Menschen, die meine Story für gut genug halten, ihre Freizeit dafür zu opfern, Menschen, die mit ihren Stimmen Sätze sprechen, die ich mal geschrieben habe und mit denen sie meinen Figuren Leben einhauchen. Und ich kann nur sagen, das ist ein mordsmäßig phantastisches Gefühl!!! Ich bin wirklich gerade stolz wie ein österlicher Schneekönig (HaHa!)! Was ich bisher gehört habe, lässt mich sicher sein: Das Publikum in Second Life wird etwas großartiges zu sehen bekommen!

Und, last but not least, die „Traumkugel“ bekommt in Köln ein eigens dafür gebautes Theater! DAS gab es zuletzt nur für Andrew Lloyd Webber 😉

theater

P.S.
Heute nachmittag sah das noch so wie oben aus. Dann macht man mal ein kleines Nickerchen auf dem Sofa und… ta-daaaa!

theater1

theater2

theater3Die Autorin beim heimlichen Probe-Posing auf dem Red Carpet ^^

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Wenn man die Bude entrümpelt….

…. findet man alte Notizbücher – und darin dann das hier:

Morgennebel

Ich sitze am Fenster
ohne etwas zu sehen.
Der ICE trägt mich
durch eine Mauer aus Watte,
der Nebel drückt sich
beidseits
gegen die Scheiben.

Mit 200 Stundenkilometern
durch surrealistisches Nichts.
Kein Oben, kein Unten,
kaum Geräusch,
wo bin ich?
Kein Links und kein Rechts –
nur gleichmässiges Sausen.

Ganz plötzlich ist die Mauer weg,
blauer Himmel mit Wölkchen
und Sonne über mir.
Neben mir eine kleine Senke
mit Watte angefüllt,
voll bis zum Rand,
als wäre diese eine Wolke
genau dort
vom Himmel gefallen.

(c) Regina Neumann

Home-Office von Heidi Hensges

(c) JMB Verlag
Viele Menschen überlegen aus den unterschiedlichsten Gründen, ihren Bürojob aufzugeben und von zu Hause aus zu arbeiten – weil es die persönliche Situation erfordert oder einfach nur eine neue Erfahrung sein soll, man unabhängiger sein möchte oder schlichtweg keine Lust mehr hat, die „lieben Kollegen“ und den „lieben Chef“ den halben Tag um sich herum wuseln zu haben. Ob es aber tatsächlich besser ist, wenn einem stattdessen Familienmitglieder, Nachbarn, Freunde und Haustier(e) auf den Füßen stehen, mag dahingestellt sein. Dieser fast wahre Bericht soll einen nicht ganz ernstgemeinten Blick auf die ersten Tage nach der Entscheidung „Ich arbeite jetzt vom Home-Office aus“ ermöglichen.

Wenn man sich überlegt, von zu Hause aus zu arbeiten, sollte man vielleicht vorher diesen nicht ganz ernst zu nehmenden Ratgeber lesen – und sich dann von diesem Gedanken verabschieden 🙂 Nein, natürlich nicht, aber diese hinreissenden Störungen des Arbeitsflusses kennt vermutlich jeder, der ein Home-Office betreibt. Mit Ironie und einer guten Portion Galgenhumor beschreibt die Autorin die erste Woche in ihrem neu eingerichteten Heimbüro, versehen mit eigenhändigen Illustrationen. Sehr zu empfehlen für jeden, der dringend was zu Lachen braucht – bevor ihm das Home Office über den Kopf wächst 😉

Der Nachtwandler von Sebastian Fitzek

(c) Knaur Verlag
In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein – doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit …

Das erste, was Leon sieht, nachdem er aus einem Alptraum erwacht, ist seine Frau Natalie, die, schwer verletzt und in Panik vor ihm, ihre gemeinsame Wohnung verlässt. Leon versucht sie aufzuhalten, verpasst sie aber am Aufzug. Hat er sie so mißhandelt? Ist er im Schlaf wieder gewalttätig wie in seiner Jugend? Leon beginnt, nach Hinweisen zu suchen. Da er sich nicht sicher sein kann, was er im Schlaf alles anstellt, verkabelt er sich mit einer Kamera, die alles aufzeichnet, was in der Nacht passiert. Als er am nächsten Morgen sieht, was die Kamera festgehalten hat, beginnt der Alptraum für ihn erst. Leon startet eine Jagd, in der er sich selbst verfolgt….

Fitzek spielt wieder einmal ein meisterhaftes Verwirrspiel mit den Emotionen des Lesers. Was ist Traum, was nicht? Was ist real, was Fiktion? Wir begleiten Leons schlafendes Ich auf dem Weg in den Abgrund, aber schläft er tatsächlich? Wie immer rasant erzählt mit vielen überraschenden Wendungen und einem wahren Knalleffekt-Schluß – ein Buch, das man nicht aus der Hand legt, bis man endlich Bescheid weiß. Und wenn man Bescheid weiß, wünschte man, man wüßte es nicht….

Ich vergebe 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 Smilys

Zauberflötenrache von Manfred Baumann

(c) Gmeiner Verlag

»Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen …« singt Anabella Todorova als Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte bei der Opernpremiere der Salzburger Festspiele. Doch sie bricht mitten in der Arie tot zusammen. Herzversagen? Unfall? Mord? Martin Merana beginnt im Umfeld der Festspiele zu ermitteln und staunt: Es bahnt sich ein Skandal um gefälschte Meistergeigen an und Papagenotreue Vogelfänger und wutentbrannte Tierschützer befehden sich. Hat der Tod der Sängerin mit diesen Vorfällen zu tun?

Eigentlich wollte Martin Merana die Premiere gemeinsam mit seiner Oma geniessen, aber die alte Dame fühlt sich nicht wohl und so nimmt er eine Kollegin mit. Beide ahnen nicht, daß der geplante Kulturabend für sie zu einem Arbeitseinsatz wird. Bei der hochdramatischen Arie der Königin der Nacht stürzt die Starsopranistin ebenso hochdramatisch von einer Säule in den Tod, mitten auf offener Bühne. Somit ist der Abend gelaufen und Merana taucht ein in die Welt der Intrigen, Eitelkeiten und des Betrugs. Viele Menschen hatten Zugang zur Garderobe der Sängerin: Ein Musikalienhändler, die Schützlinge der Todorova-Stiftung, die anderen Sänger und nicht zuletzt die Gewinnerin eines Modewettbewerbs und deren Betreuerin. Hatte jemand einen Grund, die Sopranistin umzubringen? Merana, der ein Verehrer der toten Sängerin war, stürzt sich in die Ermittlung. Da geschieht noch ein Mord….

Das Buch hat mir außerordentlich gut gefallen. Merana ist das absolute Gegenteil vom zerknautschten Chaos-Kommissar, kompetent und sehr sympathisch. Und obwohl er als Kommissar gewohnt ist, nur harte Fakten zu sehen, nutzt er doch auch sehr unorthodoxe Methoden, an einen Fall heranzugehen. Die Story ist gut erzählt, mit einer guten Mischung aus Spannung und Humor. Einziger Wermutstropfen ist die Figur von „Florababy“. Ihre Rolle ist zwar bewußt so konzipiert, aber ihre dermassen überzogene Dämlichkeit wirkt bisweilen sehr störend. Da wäre etwas weniger mehr gewesen.

Ich vergebe 4,5 🙂 Smilys von 5!
Herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.