Offener Brief an Bundespräsident Steinmeier

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

ich schreibe Ihnen aus meiner freiwilligen Selbstisolation. Als Risikopatientin habe ich seit 18 Tagen meine Wohnung nicht verlassen. Aber selbst wenn ich es könnte oder müsste, könnte ich es doch nicht, weil ich keinen Mundschutz besitze und es mittlerweile zumindest erwünscht ist, einen zu tragen.

Womit ich zum Kern meines Anliegens komme: Sie, Herr Bundespräsident, zeigten sich in Ihrer Videobotschaft „stark beeindruckt“ von der Solidarität der Bevölkerung. Das ist richtig, sie ist überall zu spüren und ohne sie läge vieles sicherlich noch mehr im Argen. Was in meinen Augen, und sicherlich in den Augen aller, die es tun, jetzt gar nicht geht ist, all die Menschen mit einer Abmahnwelle zu überrollen, die freiwillig und oft auf Spendenbasis Schutzmasken für alle nähen! Viele Unternehmen stellen ihre Produktion auf Schutzmasken um, was gut und richtig ist, und werden dafür gelobt und gefeiert, andere Menschen dafür bestraft? Das kann und darf nicht sein!

Ehrlich gesagt weiß ich nicht mal, ob Sie der richtige Ansprechpartner dafür sind, ich bitte Sie aber trotzdem: Stoppen Sie die Abmahnanwälte! Es ist einfach erbärmlich, aus der großen Solidarität und Hilfsbereitschaft einzelner Menschen Kapital schlagen zu wollen. Wir haben eine globale Krise, die Menschleben kostet und noch kosten wird. Etwas dagegen zu tun, und sei es „nur“ ein Stück Stoff zu vernähen, sollte jetzt unbedingt wichtiger sein als eine Bereicherung auf dem Rücken derer, die freiwillig helfen.

Hochachtungsvoll, Regina Neumann

Gedanken aus der Quarantäne

Bisher habe ich mich ja ausgeschwiegen zum Thema Corona. Aus einer Menge Gründe. Ich wollte erstmal abwarten und gucken, was passiert. Womit ich ÜBERHAUPT nicht gerechnet habe, sind Hamsterkäufe jeglicher Art. Einfach weil wir immer noch in einem der reichsten Länder der Welt leben, in dem es alles gibt und wir eben NICHT alle sterben werden, wenn es den bevorzugten Joghurt mal einen Tag lang nicht gibt. Die Tünche „Zivilisation“ ist recht dünn, wenn Menschen anfangen, sich wegen Klopapier zu prügeln, oder? Ich habe keinerlei Verständnis für Leute, die mit 80 Kilo Mehl und drölfzig Packungen Hefe einen Laden verlassen. Denen wünsche ich einen fetten Befall mit Lebensmittelmotten – dann haben sie in ihrer Hamsterburg wenigstens Verwendung für die 150 Liter Desinfektionsmittel, die sie schlimmstenfalls einer Praxis oder Klinik geklaut haben! Falls ihr es noch nicht bemerkt habt, ja, ich finde solches Verhalten asozial.

Ich lebe jetzt seit zehn Tagen in kompletter Selbstisolation. Als chronisch Kranke gehöre ich mehrfach in Risikogruppen. Und ich habe nicht EINE Flasche Handdesinfektion mehr erwischt (nur am Rande). Klar könnte ich raus für einen einsamen Gang durch den Park, aber ich mache selbst das nicht. Wenn ich nämlich falle, was leicht passieren kann, ist das nicht so einfach „aufstehen, Krönchen richten, weitergehen“, es endet fast immer im Krankenhaus. Und das möchte ich gerade jetzt nicht, die sind da überlastet genug, da muß ich nicht auch noch andackeln, weil ich mit dem Hintern nicht zu Hause bleiben konnte. Klar, ich falle auch zu Hause, aber wesentlich seltener – und hier habe ich tatsächlich mehr Möglichkeiten, alleine wieder hoch zu kommen und die Verletzungsgefahr ist nicht so hoch. Also wäre das schon mal geklärt.

Tatsächlich bin ich wohl, trotz Temperament und durchaus kommunikationsfähig, eher introvertiert. Mir fehlt nämlich gar nichts. Über Twitter (ja, meinetwegen auch Facebook) sehe ich euch alle. Ich sehe, daß ihr noch da seid, ich erfahre, was ihr macht – und ihr seht, was ich mache. Wir können jederzeit miteinander reden, quer über die ganze Welt von Lummerland bis Japan, von Neuseeland bis nach Alaska. Wir komischen Leute da in diesem Internet haben jetzt im wahrsten Sinn des Wortes Heimvorteil. Natürlich denke ich auch darüber nach, wie es weitergeht, in einigen Wochen oder gar Monaten. Wird sich unsere Gesellschaft jetzt verändern und wie? Ich glaube, das liegt zum großen Teil an uns. Und nennt mich ruhig eine naive Optimistin, wenn ich sehe, was viele einzelne an Hilfsmaßnahmen oder auch nur an täglichen kleinen Lichtmomenten in die Welt stellen, ist noch nicht alles verloren und vielleicht begreift auch noch der Letzte, daß 400 Rollen Klopapier nichts sind gegen ein positives Miteinander. So, ich habe fertig. Bleibt gesund!

Ich habe keinen Bock mehr oder: alle bekloppt

Neulich mal hat Twitter wieder richtig Spass gemacht. Seit langer Zeit mal wieder. Ich hatte eine Frage und es entspann sich eine interessante Diskussion. Ganz ohne Mimimi und gegenseitiges Gebashe. Nun ist meine Filterbubble zugegeben recht klein und da sind nur nette, vernünftige Menschen drin (Natürlich!), aber das verhindert ja nicht, daß weniger nette, vernünftige Menschen seitlich reingrätschen und man das gesamte Thema dann frustriert löscht.

Weil es nämlich keinen Spass mehr macht. Nirgends. Vor ein paar Jahren ging es noch, da konnte man sich drauf verlassen, auf Facebook tummelten sich die Aluhutträger und Konsorten, auf Twitter waren eher die „Intellektuellen“ oder so. Inzwischen kann man pauschal sagen: alle bekloppt. Und es ist weder eine themenbezogene noch nationale Beklopptheit, es ist überall dasselbe.

Postet nichts zum Thema Essen, um Himmels Willen!
„Waaas, du Tiermörder ißt noch FLEISCH?!“
„ Hahaha, Vegaaaner!“
Verbalschlacht, Handgemenge…

Klimawandel, Greta Thunberg – willst du Social-Media-Selbstmord begehen?!
Was dazu abgelassen wird, spottet jeder Beschreibung, Social Media wieder zu.

Jemand bittet wegen irgendwas um Hilfe:
„Wer sagt uns, daß das stimmt und du nicht nur Leute abzocken willst? Beweise erstmal, ob du überhaupt Deutsche/r bist, ne?!“
(Im schlimmsten Fall, zum Glück geht es auch anders und viele helfen immer noch problemlos. Aber obige Diskussion taucht eben regelmässig auch auf, garniert damit, daß diejenigen, die helfen, als naive Idioten beschimpft werden.)

Meerschweinchen! Die sind süß und flauschig, da kannste doch nix…. Dooooch, kannste!
Jemand postet ein Foto, Meerschweinchen im Schnee. Jemand schreibt dazu, Meerschweinchen bitte nicht in den Schnee zu setzen, weil sie empfindlich sind und schnell sehr krank werden. Reaktion?
„Wie unhöflich! Wieso verurteilst du mich, was fällt dir überhaupt ein?! Das saß nur für das Foto da und überhaupt… mimimiiiiiii“

Organspende, Politik, Silvester? Nope. Wobei, Silvester ist ein schönes Beispiel dafür, daß „Gesellschaft“ irgendwie kaputt ist. Und ich meine jetzt gar nicht die Diskussion, ob Feuerwerk verboten gehört. Das ist nur das Ergebnis der kaputten Gesellschaft. Als ich ein Kind war, haben wir auch Blödsinn gemacht. Auch wir haben einen Knallfrosch in den Briefkasten des ewig meckernden Nachbarn gesteckt, der uns täglich dreimal stockfuchtelnd vom Rasen jagte. Aber niemals warfen wir Feuerwerk in Menschenmengen oder auf Tiere! Das mußte man uns nicht mal extra sagen, es war klar, sowas tat man einfach nicht. Heute ist das offenbar Volkssport und man lacht sich darüber halbtot, wenn ein Tier völlig panisch in ein Auto rennt oder zuckt die Schultern, wenn ein Mensch verletzt wird. Auf der einen Seite totale Überempfindlichkeit bei Allem und Jedem, auf der anderen Seite komplette Empathielosigkeit, ein Mittelmaß gibt es nicht mehr. Weder in Ansichten noch in Diskussionen. Das ist der Grund, weshalb ich zu den meisten Themen inzwischen meinen Mund halte und mir mein Teil denke. Ich ärgere mich höchstens, daß ich das nicht bei noch mehr Themen schaffe. Nur, welchen Sinn macht Social Media dann noch? Außer natürlich für Werbekasper und Instagram-Influencer… Es wird jedenfalls um einiges ruhiger werden hier, ich habe momentan einfach keinen Bock mehr.

Theater der Nacht – Northeim

Es gibt Orte auf der Welt, die allein durch ihre Existenz die Kreativität anstoßen, einfach weil sie magisch sind. Das Theater der Nacht ist so ein Ort. Die ehemalige Feuerwache hat sich im Laufe der Jahre zu einem Gesamtkunstwerk entwickelt, angefangen vom Äußeren des Hauses über sein phantasievolles Innenleben.
Eine weithin bekannte Institution für märchenhaftes Puppenspiel, die Nacht der Puppen, Maskenbaukurse und vieles mehr. Wer hier in die Gegend kommt sollte unbedingt einen Abstecher machen und staunen. Ein wenig hoffe ich, die traumhafte Atmosphäre mit meinen Fotos eingefangen zu haben. IMG_0524

Die ehemalige Feuerwache

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Wundervolle Figuren. Und es gibt in JEDEM Winkel etwas zauberhaftes zu entdecken.

Die Bildrechte bleiben bei (c) Rolf Högemann und (c) Regina Neumann

Au revoir Mlle Read On

Viele Dinge sind in den letzten Wochen gesagt worden über Fräulein Readon Marie Sophie Hingst. Tatsachen und Vermutungen, Verständnis und Verdammung. Gelesen habe ich alles, gesagt habe ich nichts, gedacht habe ich manches.

Ich habe ihren Blog gelesen und gemocht. Ich habe ihre Artikel nie hinterfragt, warum hätte ich das auch tun sollen? Ich habe auf Twitter hin und wieder einen Satz mit ihr gewechselt, ich kannte sie nicht persönlich und habe nie von Angesicht zu Angesicht mit ihr gesprochen. Trotzdem trifft mich ihr Tod, als hätte ich sie gekannt. Oder vielleicht ist es die Art, wie es geschehen ist und wie sinnlos das war.

Es wurde viel geredet über Moral und Ethik. Vor allem über die von Fräulein Readon. Darf man sowas? Kann man doch nicht machen sowas! Und ganz plötzlich lag jedes geschriebene Wort von ihr auf der Goldwaage. Hat es den Tierarzt jemals gegeben? Und das Kälbchen? Das Dorf in Irland? Irland überhaupt? Ganz ehrlich muß ich sagen, daß mir das völlig egal war. Ich fand ihre Geschichten hübsch und wunderbar aufgeschrieben. Das ist mein persönlicher Geschmack, der muß anderen ja nicht gefallen und ein Blog hat für mich erst mal einen Unterhaltungswert und keinen unbedingten Wahrheitsanspruch.
Über die Betrugsvorwürfe an Yad Vashem habe ich nichts zu sagen, denn ein Urteil darüber steht mir nicht zu. Ich bin keinen einzigen Schritt in ihren Schuhen gelaufen.

Was mich jetzt zu Moral und Ethik der Presse, insbesondere von Martin Doerry vom Spiegel, bringt. Wenn ein Journalist Kenntnis von einer Story erhält, noch dazu einer mit einer gewissen Brisanz, wird er ihr nachgehen. Selbstverständlich. Und er wird sie auch veröffentlichen, wenn ein großes öffentliches Interesse besteht, davon lebt er schliesslich. Aber auf welche Weise er das tut, bleibt ihm überlassen. Man kann einen Menschen natürlich ins Rampenlicht zerren und den Wölfen zum Fraß vorwerfen, auch wenn man den leisen Verdacht hat, dieser Mensch ist vielleicht psychisch nicht so stabil, sich abwenden und die nächste Story schreiben. Bild-Zeitungs-Niveau eben. Wie weit geht journalistische Verantwortung? Darf man jemanden unter Vorspiegelung falscher Interessen (angeblich ging es um ein Buch-Interview) so in eine Falle laufen lassen und dann seelenruhig zusehen, wie ein dadurch ausgelöster Shitstorm einen Menschen zerstört? Und den hat es gegeben. Von wüsten Beschimpfungen bis hin zu eben Selbstmordbefehlen, manche halbherzig verklausuliert, manche ganz offen. Ich muß niemandem, der sich innerhalb Social Media bewegt, etwas über die dort herrschende „Kommentarkultur“ erzählen.
Was machen solche Menschen jetzt? Menschen, die sich entweder so erhaben fühlen oder so bösartig sind, einen anderen zum Selbstmord aufzufordern – und genau das geschieht dann. Was tun die? Gratulieren die sich jetzt? Oder halten sie doch eine Sekunde inne und denken „Oh shit, das hätte ich vielleicht doch nicht sagen sollen?!“.
Inzwischen werden Stimmen laut, der Journalist Doerry habe keine Schuld sondern nur seinen Job gemacht, und wenn man jetzt ihn zum Ziel eines Shitstorms mache, wäre das nicht besser als das, was mit Marie Sophie passiert ist. Schuld ist ein starkes Wort. Aber eine Mitverantwortung besteht durchaus. Auch bei denen, die mit ihren Kommentaren noch auf sie eintraten, als sie längst am Boden lag.

Auf Wiedersehen Marie Sophie.

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Bär& ich – Die jungen Jahre von Kiki Thaerigen

Lange war es angekündigt und noch länger wurde es erwartet: das Bärenbuch von Kiki Thaerigen. Pünktlich vor Ostern (und einer langwierigen, unangenehmen Erkrankung) kam es an. Die Erwähnung der nervenden Krankheit ist deshalb wichtig, weil mir das Bärenbuch Trost spendete und gegen Langeweile half, wenn ich nur stundenlang im Bett liegen konnte. DSCI0073

Wer Kiki auf Twitter folgt (@e13kiki), kennt sie und den Bären ja schon länger durch lustige Gespräche und Bilder aus dem Leben mit Bär. Die Illustrationen im Bärenbuch sind wie immer wunderschön. Sie sind liebevoll detailreich und vermitteln Wärme und Einblick in die Beziehung zwischen Kiki und ihrem Bären. Ich bin jetzt nicht so die „Kunstkritikerin“, die so Tiefschürfendes über Farb- und Bildkomposition schwadronieren kann. Entweder, Bilder gefallen mir oder sie gefallen mir nicht. Die Bilder im Bärenbuch gefallen mir eindeutig, sie sind wunderbar.

Die Geschichte selbst ist ein Gespräch zwischen Kiki und Bär im Stil eines lockeren Geplauders. Es fliesst mal hierhin und mal dorthin, es ist sehr lustig, manchmal nachdenklich und ab und zu auch ein bisschen melancholisch. Wir erfahren, woher der Bär eigentlich kommt und was seine Aufgabe ist (außer, die Leckereien aus dem Kühlschrank zu mopsen^^), was Kiki und Bär in der Kindheit so erlebt und angestellt haben und man erkennt sich in vielen Situationen einfach wieder. Zumindest, wenn man zu den „komischen, uncoolen Kindern“ gehörte – die letztendlich aber doch die cooleren waren. Oft gab es den Aha-Moment: „Ja, genau so war das bei mir auch!“
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Das Bärenbuch ist eine liebevolle Hommage an das Leben und wenn man es liest und anschaut, hat man mehr als einmal das Gefühl, mit den beiden Protagonisten in der Bärenbibliothek zu sitzen und dem Gespräch der beiden zu lauschen. Absolute Leseempfehlung! Und wer nun auch so ein schönes Bärenbuch möchte, der gucke mal hier, ein paar wenige gibt es wohl noch:

Bärenbuch

Gendergedöns

Jaja, ich weiß, schon, allein die Überschrift reicht aus, mich bei einigen auf die Abschußliste zu setzen und dazu würde ich jetzt gerne mal was sagen.

Ich war und bin schon immer in der luxuriösen Situation gewesen, genau zu wissen, daß ich eine Frau bin. Es gab da für mich nie einen Zweifel und da beißt die Maus keinen Faden ab, isso. Das es Homosexuelle beiderlei Geschlechts gibt, ist mir auch klar aber bei Transsexuellen, Intersexuellen und Metrosexuellen ist mein Wissen schlicht und einfach beendet und wird für mich eben zu diesem undefinierbaren „Gedöns“ ohne jegliche Wertung. Es betrifft mich einfach nicht, genau so wenig wie Lactoseintoleranz (Allergiegedöns eben^^). Das bedeutet nicht, ich werte diese Menschen ab, überhaupt nicht. Ich habe schon immer nach dem Motto gelebt, jeder soll nach seiner Fasson selig werden, solange er niemand anderem damit schadet. Wenn ich einen Menschen mit Laktoseintoleranz zu Besuch habe, koche ich eben ohne Milchprodukte und wenn ein Mensch mit, nennen wir es „andersartiger Sexualität“, in meiner Gegenwart dumm angemacht wird, dann schreite ich ein.

Was mir aber zunehmend auf den Zeiger geht, ist dieses Social-Media-Mimimi. „Wie kannst du den Kampf um die sexuelle Selbstbestimmung als Gendergedöns bezeichnen?!?!“ schallte es mir da entgegen. Ich habe mit der Bezeichnung diesen Kampf weder abgewertet noch lächerlich gemacht aber es ist ganz einfach nicht MEIN Kampf. Ich habe meine eigenen Kämpfe und kann mich nicht an jeder Front kloppen und zur Toleranz gehört für mich auch, sie nicht nur von allen anderen zu fordern sondern sie auch zu gewähren. Es gehört heute zur „Diskussionskultur“, Dinge, die einem nicht passen, als „behindert“ zu bezeichnen. Dieses ist behindert und jenes auch. Manchmal noch gekrönt von der Bezeichnung „du Spast“. Wenn ich als davon Betroffene jedesmal betroffen reagierte, käme ich zu nichts anderem mehr. Natürlich wünschte ich mir, es wäre anders und die Leute dächten mal nach, bevor sie was sagen oder schreiben, aber auch ich bin davor nicht gefeit, auch mir rutscht mal was durch, was nicht immer hundertprozentig ist. Da hilft dann nur noch die berühmte Filterblase zur Mentalhygiene, wenn man all zu große Empfindlichkeiten hat. Nur wird es in letzter Zeit immer schlimmer, egal, um welches Thema es geht.
Gendergedöns
Allergiegedöns
Inklusionsgedöns
Veganismusgedöns
Impfgegnergedöns
Aluhutgedöns

Irgendwann redet keiner mehr mit niemandem – und dann haben wir richtig spaß. Denkt mal drüber nach….