Ich komm auf Deutschland zu – Firas Alshater

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dsci0417 Lieber Firas,

ich habe schon sehr viele Buchrezensionen geschrieben, darum kann ich auch berechtigter Weise sagen, daß es mir noch niemals so schwer gefallen ist, eine für Dein Buch zu schreiben. Weil Dein Buch mehr verdient als das übliche Geschwurbel über Inhalt und Schreibstil. Weil es mehr zu sagen gibt, wird diese Rezension eine völlig neue Form haben, ein offener Brief an Dich sein.

Das es in Syrien einen furchtbaren Krieg gibt, weiß ich natürlich. Was ich bisher nicht verstanden habe, ist das wieso und wer-gegen-wen. Was haben die Russen da zu suchen und wer ist dieser Daesh? Ich danke Dir für diese Erklärungen. Es hilft, etwas besser zu verstehen, was eigentlich nicht zu verstehen ist. Es macht aber auch furchtbar hilflos, weil es bedeutet, daß Dein Volk – und damit meine ich die ganz normalen Leute, die Hausfrauen, Studenten, Bäcker, Handwerker, Künstler – überhaupt keine Chance haben. Sie werden Opfer und Spielball von Menschen, denen völlig gleichgültig ist, was sie hinterlassen und absolut jeder, der ein wenig Menschlichkeit besitzt, oder auch nur gesunden Menschenverstand, versteht, warum von dort geflüchtet wird.

Ich habe Dein Buch überwiegend im Bett gelesen, weil erkältet, warm zugedeckt, mit vollem Bauch und ohne Angst, daß gleich mein Dach über mir explodiert oder daß jemand meine Tür eintritt und mich wegzerrt, weil ich auf meinem Blog einen unangenehmen Artikel geschrieben habe. Was für ein Luxus! Ich habe über Deine Arschbrause gegrinst und habe mit Dir über die deutsche Bürokratie den Kopf geschüttelt. Ich war fassungslos und traurig über Deine Berichte aus den Gefängnissen – und ich bin mir sicher, Du hast uns Leser noch geschont. Was mich aber absolut begeistert hat, ist Dein ungebrochener Wille, das Leben positiv zu sehen und mit Deinem wunderbaren Humor. Und auch nachdenklich hat mich Dein Buch gemacht. Und zwar in den Passagen, in denen es um die „Flüchtlingsdiskussion“ geht. Du schreibst, die Diskussion in den Sozialen Medien (Facebook) wäre eigentlich sinnlos, weil beide Seiten mit Argumenten aufeinander eindreschen. Ich kann jetzt nur für mich sprechen, natürlich. Ich bin sicher, das liegt an unserer eigenen, unverarbeiteten Geschichte, der Nazi-Zeit nämlich. Jahrzehnte lang war es ein absolutes No-Go, bestimmte Dinge laut auszusprechen. Weil sich natürlich niemand in eine Reihe mit menschenverachtenden Massenmördern in eine Reihe stellen wollte. Heute ist das wieder „salonfähig“, Menschen sprechen davon, andere zu vergasen, von „Viechern“ und noch viel schlimmeres. Nur sind es heute nicht mehr Juden sondern eben leider Flüchtlinge um die es geht. Früher haben sehr viele aus Angst den Mund gehalten, heute halten eben nicht mehr alle den Mund, zum Glück. Krieg kommt „von oben“ sagst Du. Genau so ist das hier auch: Politische Parteien schüren irgendwelche wirren Ängste – und WIR streiten deswegen. Das ist aber leider notwendig. Menschen wie ich können und wollen nicht tatenlos dabei zusehen, wie sich die Geschichte wiederholt. Wenn wir hier keinen Krieg haben wollen, geht es nur mit Argumenten, so schwierig das auch sein mag.

Ich wünsche mir, daß sehr, sehr viele Menschen Dein kluges, gutes Buch lesen und vor allem, daß der ein oder andere es auch ein bisschen begreift. Dir, lieber Firas, wünsche ich vor allen anderen Dingen ein langes Leben in Frieden.

Monatsrückblick Oktober

Gelesen:
Zu viele Gedanken im Kopf, um konzentriert zu lesen…

Gehört:
Sehr viel Spotify, Sturmwarnung – Hörbuch

Gesehen:
Die alten Star Trek-Folgen, Die Insel der besonderen Kinder

Gedacht:
Ich sollte wirklich meinen Prinzipien treu bleiben und NIEMALS jemanden auf meine FB-Liste aufnehmen, den ich nicht persönlich kenne, ein für alle Mal!

Gesagt:
Oh, ich hab Post! *sehr doll freu*

Gefreut:
Über die Reaktionen auf eines meiner Gedichte. Es ist wirklich ziemlich überwältigend, wenn man solche Dinge liest wie „ Da spürt man das Herz in den Fingern beim Tippen. Danke für Worte die treffsicher sind .“
Menschen, die mir für diese Worte danken, die ich schrieb, um die große Lücke zu beschreiben, die in unserem Leben plötzlich da ist. Eine persönliche Nachricht dazu hat mich ganz besonders berührt und auch sehr stolz gemacht. Auch wenn der Anlass dazu ein trauriger war.

Geärgert:
Über meine Dummheit, einen Suppentopf auf dem Herd zu vergessen. Der war hin!

Gelacht:
Ja, auch mal.

Geweint:
Doch, ja.

Getrunken:
Mal wieder einen Writers Tears (Irish Whisky)

Gegessen:
Lecker Kürbissuppe – BEVOR der Topf samt Inhalt zu Kohle wurde!

Gekauft:
Einen neuen Suppentopf, grummel…..

Gefunden:
DAS Geburtstagsgeschenk für den besten Freund! (Und nein, du brauchst nicht zu fragen….grinz!)

Gemacht:
Eher NICHT gemacht… Ich hatte ja große Töne gespuckt von wegen #Dogtober/Inktober, aber ich fand absolut keinen Zugang dazu. Weder zum Thema Hund, was allerdings nicht verpflichtend gewesen wäre, noch zum Material – was verpflichtend war. Malen und zeichnen funktioniert wohl ähnlich wie schreiben für mich. Wenn es nicht zu mir kommt, wird das einfach nichts…

Ich KANN so nicht arbeiten!

Irgendwann dachte ich ja mal, wenn ich „auf´s Land“ ziehe, wird es ruhiger und ich kann ungestört vor mich hin schreiben. Das war aber ein heftiger Trugschluß. Die verlockenden Ablenkungen des funkelnden Großstadtlebens sind es nämlich gar nicht, die DEN Roman, DEN Gedichtband verhindern. Nee, es ist das, was ich unbedingt brauche, um überhaupt schreiben zu können: meine eigenen Gefühle nämlich. Im Moment ist mein Leben mal wieder emotional reichlich turbulent. Große Freude, Trauer, Hoffnung und auch Fassungslosigkeit, alles da und quasi im fliegenden Wechsel.
Ich schrieb ein Gedicht, welches mir, den Reaktionen nach, recht gut gelungen war. Es sollte die Emotionen vieler Menschen spiegeln, die ich persönlich nicht kenne und gleichzeitig die Persönlichkeit einer Person beschreiben, die ich sehr wohl kenne – und die alle miteinander verknüpft sind. So weit, so gut. Ich wollte dieses Gedicht auch einsprechen, es ist mir nicht gelungen. Jedenfalls nicht gut genug. Zum Glück habe ich das Privileg, einen professionellen Sprecher im Freundeskreis zu haben, der mir bei Bedarf „Unterricht“ gibt. Und der Bedarf ist eigentlich immer da, sprechen und sprechen ist nämlich durchaus nicht dasselbe. Er fand das Gedicht toll, sagte mir aber: „Du klingst zu traurig.“ Ja, Kunststück, ich war ja auch traurig und das hört man. Obwohl ich vorher anderthalb Stunden lang lauthals lustige Liedchen geträllert habe, bekam ich die Traurigkeit nicht aus der Stimme raus.
Gerade was Lyrik angeht, brauche ich aber Emotionen, um sie ausdrücken zu können. Ein Gedicht ist für mich wie eine Komposition mit Worten, die Melodie einer tiefen Stimmung, es entsteht aus einem aktuellen Gefühl – und das muß stark sein. Ist es aber zu stark, behindert es mich. Dabei ist die Art des Gefühls gar nicht so wichtig, alle stören irgendwie. Vermutlich ist das Geheimnis, wie bei allen Dingen, die Balance. Aber vermutlich ist das auch das Dilemma aller Künstler: Ohne Gefühle geht nicht, mit Gefühlen geht eben manchmal auch nicht. Da heisst es dann, Geduld haben.

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Monatsrückblick September #catember

Gelesen:
Ich, der Kater (Ja, immer noch. Das Buch ist schön aber sehr anspruchsvoll.)

Gehört:
Quer durch Spotify. Lesung „Sturmwarnung“ von Stefan Krücken und Kapitän Schwandt.

Gesehen:
Viele Schiffe in Hamburg.

Gedacht:
Meine Katzen werden besser ^-^

Gesagt:
Ich freue mich so sehr, dich kennen zu lernen!

Gefreut:
Das ich mir beim diesmaligen lang hinschlagen nur den Ellbogen aufgeschlagen habe.

Geärgert:
Verdammte, blöde, unebene Bodenplatte!

Gelacht:
Ja. Einfach nur JA 🙂

Geweint:
Nein.

Getrunken:
Irgendwie zu viel Kaffee….

Gegessen:
Franzbrötchen!!!

Das berühmte Hamburger Franzbrötchen!

Das berühmte Hamburger Franzbrötchen!

Gekauft:
Einen „Hamburger Pott“

Gefunden:
Einen sehr besonderen Menschen und – meinen „Strich“

Gemacht:
Das ich in Hamburg war, könnt ihr im vorigen Artikel ausführlich nachlesen. Ich habe ja den (fast) kompletten September an Kikis #catember teilgenommen und dazu jetzt noch einige Worte: Von meiner Überzeugung, ich könne nicht malen oder zeichnen, habe ich mich inzwischen ein bisschen verabschiedet. Ich habe zwei Zeichenprogramme, in die ich mich in diesen 30 Tagen etwas eingearbeitet habe. Manche Miezen empfinde ich als verunglückt, habe sie aber trotzdem so gepostet, weil sie für mich auch zum Entwicklungsprozess gehören. Andere sind mir gut gelungen, sie gefallen mir. Was ich auf jeden Fall aus dem #catember mitgenommen habe, ist folgendes: Ich habe meine ganz eigene Art, Katzen zu malen. Sie sind nicht anatomisch korrekt aber das müssen sie auch nicht sein. Andere konnten das viel, viel besser als ich, aber das sind auch deren Katzen, nicht meine. Meine sehen halt aus wie etwas verzogene Achten mit Schwanz und Ohren :). Aber je mehr ich rumprobiert habe mit verschiedenen „Stiften“ und „Pinseln“, desto mehr verschwand die Unsicherheit, der zittrige Strich wurde mutiger und die Miezen wurden immer mehr „meine“ Miezen. Auf den #catember folgt nun der #dogtober und ich werde weitermalen und ausprobieren. Mal sehen, wie „mein“ Hund am Ende aussieht.

Sonnenaufgangskatze

Sonnenaufgangskatze

Ein Wochenende in Hamburg – Lesung „Sturmwarnung“ auf der MS Stubnitz

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Mein letzter Besuch in Hamburg ist wirklich schon fast dreißig Jahre her. Da ich zum Geburtstag eine Karte für das Harbour Front Literaturfestival geschenkt bekam, für die Lesung aus „Sturmwarnung“ von Kapitän Schwandt vom Ankerherzverlag, ging es gestern also gen Hamburg. Der Hauptbahnhof ist ein Bienenstock, riesig und voll. Aber trotzdem alles sehr übersichtlich, ich fand ohne Probleme zu meinem Hotel, zwischen St. Pauli und Schanzenviertel gelegen. Sachen verstaut, Beutel geschnappt und los! Da ich ja nicht arbeiten musste sondern ein reiner Tourist war, hab ich mich auch so benommen: Ab zu den Landungsbrücken! Leider zog es sich zu und wurde höllisch schwül. Ich dachte, das geht in Hamburg gar nicht, aber… falsch gedacht! Egal. Ich schlenderte da rum, besah mir die Menschen und Schiffe. Segelschiffe, Dampfer, Barkassen, Schnellboote und Tanker. Schon sehr beeindruckend. Langsam meldete sich Hunger und das hieß: Krabbenbrötchen! Wenn schon Tourist, dann aber richtig. Und während ich da saß und versuchte, mich nicht einzusauen, kamen zwei Riesencontainerfrachter die Elbe rauf. Das war sehr majestätisch. Der erste war größer als jedes Haus, das in unserem Dorf steht, allein die Brücke war breiter als unser komplettes Grundstück lang ist, Wahnsinn! Das Monster war von der „Grimaldi Line“ und zog langsam vorbei. Der zweite war kleiner, aber nicht wesentlich. Inzwischen stand der Imbißkellner neben mir und beobachtete wie ich das Einlaufen der Giganten.
„Wo kommen die her?“ fragte er.
„Ich weiß nicht. Auf dem einen stand was arabisches….“
„Ja! Ja! Arabisch!“ Er strahlte mich an.
„Ja, Bahran oder Barah…. ich weiß nicht genau…“
Der Kellner machte große Augen und sprudelte auf arabisch los. Ich bremste ihn aber und sagte, daß ich das nicht verstehe. Ich habe nur mal ein wenig aufgeschnappt, könnte ein paar Zeichen entziffern, verstehe aber nicht, was es bedeutet. Aber das ich die Schrift sehr schön finde und auch die Sprache der arabischen Gedichte. Er strahlte noch mehr. Wir unterhielten uns noch einen Moment, dann musste er weiterarbeiten. Ich aß mein Brötchen auf und dachte: Es könnte so einfach sein. Ein paar freundliche Worte, mehr braucht es doch gar nicht…

LandungsBrücken:

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Die "Cap San Diego" - da wird "Schwandt in Sicht" gedreht

Die „Cap San Diego“ – da wird „Schwandt in Sicht“ gedreht


Ja, ich bin ein Touri^^

Ja, ich bin ein Touri^^


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Die Lesung sollte am Abend auf der MS Stubnitz stattfinden. Ich hatte mir einen Wegeplan ausgedruckt und auch, welche Verkehrsmittel ich brauchte. Das war alles recht einfach. Allerdings sah es auf dem Plan so aus, als läge die Stubnitz irgendwie kilometerweit im Nirgendwo und man müsste ziemlich weit laufen. Da ich noch reichlich Zeit hatte, suchte ich mir einen Bäcker, denn man kann nicht in Hamburg sein, ohne ein Franzbrötchen zu essen. Vor allem nicht, wenn einem ein gewisser Verlag immer die Zähne mit Fotos von den Dingern langmacht, ne? Wir haben in Göttingen einen Bäcker, der sie auch hat, aber jetzt, wo ich vergleichen kann: an die Hamburger kommen unsere hier nicht ran, keine Chance!

Das berühmte Hamburger Franzbrötchen!

Das berühmte Hamburger Franzbrötchen!


So langsam wollte ich dann aber los. Ich drückte dem Busfahrer den Plan in die Hand und der erklärte mir, wo es langging. An der Endhaltestelle, die tatsächlich „in der Prärie“ lag, war nur ein Schiff zu sehen – die Stubnitz.

MS Stubnitz
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Taue, so dick wie mein Unterarm

Taue, so dick wie mein Unterarm


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Keine 100 Meter weit zu gehen. Na klasse, dachte ich, ich bin viel zu früh da. Zu allem Überfluß fing es an zu regnen und weit und breit weder was zum Unterstellen oder Sitzen. Naja, was heißt Regen? Die Hamburger würden vermutlich „feuchte Luft“ sagen, aber es war ungemütlich. Zum Glück turnte da gerade eine junge Frau an Deck rum. Ich rief nach oben, ob ich mich unten auf die Gangway setzen durfte, weil ich nicht über eine Stunde stehen könnte. Ich durfte sogar schon an Board kommen. Das war dann das erste Abenteuer: Diese Gangway fühlte sich eher an wie eine verdammte Hängebrücke! Ich hab zwar keine Höhenangst aber das Ding war verdammt wacklig, also schön langsam einen Fuß vor den anderen setzen. Um auf das Vordeck zu kommen dann noch eine steile Treppe rauf und auf der anderen Seite wieder runter. Zum Glück waren die Geländer stabil aber ganz ehrlich, ich hatte reichlich die Flatter, da rumzuturnen!
Nach einer Weile trudelten mehr Leute ein, die aber unten blieben. Offiziell war ja noch kein Einlass. Und dann sah ich Kapitän Schwandt. Er wurde augenblicklich von den Menschen umringt, schüttelte Hände, sagte einige Worte – und kam die Hängebrücke hoch. Ich stand ganz allein auf dem Vordeck und kam mir wie eine Idiotin vor. Dann wieselte dieser 80jährige Mann sehr behände die steile Treppe runter und ich fühlte mich wie eine 95jährige Idiotin…
„Moin! Du musst die Regine sein…?!“
„Ja, bin ich…. Moin.“
Es war eine herzliche Begrüßung, wir kennen uns schon eine Weile über Facebook.
„Ich hab gewußt, daß du heute hier sein würdest, ich hab deine Nachricht gelesen.“
Das hatte ich gehofft. Inzwischen kamen die anderen auch auf´s Schiff. Ich sagte gerade zum Kapitän, daß er diese Höllenstufen schneller schaffen würde als ich, weil das mit dem Festhalten nicht so hinhaut bei mir (was mir einen sehr wachen, scharfen Blick von ihm einbrachte), als die Veranstalterin dazu kam und meinte, die Treppen im Schiff nach unten wären noch steiler.
„Ach du Sch…. na super. Wenn es einen Schlag tut, bin ich angekommen!“ Ich grinse. Aber: Kapitän-Schwandt-Fans sind sehr nette Menschen! Mir wurde beim Abstieg geholfen, es wurde aufgepasst, daß ich nicht stolperte, es wurden Hände gereicht, alles ging gut. Beim Aufstieg das Gleiche. Einfach tolle Menschen! Wer dabei war und das hier liest: Dankeschön.
Glücklich unten - erst mal eine schmöken :)

Glücklich unten – erst mal eine schmöken 🙂

Es ging weit nach unten in den Schiffsrumpf, Laderaum vermute ich mal. Der Kapitän saß ganz ruhig im Gewusel um ihn herum, rauchte, trank Kaffee und justierte seine Hörgeräte. Niemand rauchte sonst, vermutlich war es gar nicht erlaubt. In diesem Moment erinnerte er mich einfach nur an Helmut Schmidt, der sogar bei einem Interview im Fernsehen seelenruhig eine rauchte und am nächsten Tag im Internet heftig über ihn gemeckert wurde. Das sich absolut NIEMAND beschwerte, zeigt nur, wie groß der Respekt ist, den dieser Mann geniesst. Leute kamen zu ihm und ließen sich ihre Bücher signieren. Ich ging auch hin, allerdings mit den „Robben Islands“, ich warte noch auf das Hörbuch zu „Sturmwarnung“
„Du mußt lauter sprechen, min Deern, ich hab die Dinger in den Ohren…!“
Ich fand, ich war schon recht laut….
„Lauter bitte!“
„Ich kann dich doch nicht anschreien, Käpt´n!“

Fans jeden Alters wollen ein Autogramm und bekommen es mit freundlichen Worten

Fans jeden Alters wollen ein Autogramm und bekommen es mit freundlichen Worten


Vermutlich ist es schwierig, wenn ein permanentes Hintergrundgesumme herrscht und noch dazu Musik dudelt, das rauszufiltern, was man wirklich hören will, aber wir haben es hinbekommen. Langsam ging es los. Es war eine moderierte Lesung. Stefan Krücken las die Passagen vor, Michel Abdollahi (vom NDR) stellte intelligente und witzige Fragen, Kapitän Schwandt beantwortete sie in seiner ruhigen, besonnenen Art. Ein besonderes Highlight war es, daß das Publikum fragen stellen durfte. Ich hatte eine, die mir schon ewig unter den Nägeln brannte. Eingedenk dessen, daß ich laut reden sollte, tat ich das, ich KANN laut (Entschuldigung an meinen Vordermann!):
„Hatten Sie je einen blinden Passagier an Bord und wenn ja, was macht man dann? Über Bord schubsen geht ja nicht…“ Bei diesen Worten huscht ein Lächeln über das Gesicht des Kapitäns. Er sagte aber, er hatte nie einen. Fand ich ein bisschen schade, es hätte mich schon interessiert, ob der dann die ganze Zeit hätte Kartoffeln schälen müssen. Eine Frage fand ich so bemerkenswert, daß ich diese hier auch erwähne:
„Wann haben Sie Glück empfunden auf See?“
Der Kapitän spricht über Glück

Der Kapitän spricht über Glück


Es war die ganze Zeit ruhig im Schiff. Jetzt wird es still. Absolut still. Der Kapitän antwortet nicht sofort, ich glaube, mit dieser Frage hat er nicht gerechnet. Als er spricht, klingt er verhalten und sehr nachdenklich:“Glück..ja, Glück… Ich habe mal gelesen, Glück ist die Abwesenheit von Unglück. Besser kann man das wohl nicht beschreiben.“
Es gab viele intensive Momente an diesem Abend. Dieser war definitiv der intensivste für mich. Was die Lesung angeht. Persönlich war es dieser hier:
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Und weil der Text jetzt ohnehin schon die Grenzen sprengt, lass ich nur noch Fotos sprechen. Hamburg war einfach ganz großartig!
Stefan Krücken und Kapitän Schwandt bei dr Arbeit

Stefan Krücken und Kapitän Schwandt bei dr Arbeit


Von der Stubnitz bei Nacht

Von der Stubnitz bei Nacht


Des Käpten´s zweites Wohnzimmer ;)

Des Käpten´s zweites Wohnzimmer 😉


Kann ich verstehen, der Ausblick ist fast meditativ

Kann ich verstehen, der Ausblick ist fast meditativ


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Meine Widmung in "Robben Islands"

Meine Widmung in „Robben Islands“

(Die Rechte an allen Fotos liegen bei (c)Regina Neumann Ausdrücklich nur freigegeben zur Verwendung für (c)Ankerherzverlag und Kapitän Schwandt)

Es ist #Catember! Katzen im Netz

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Kiki Thaerigen (ihr wisst schon, die mit dem Bären!) hat den September kurzerhand in Catember umgenannt und zum „bingecreating“-Monat erklärt. Entstanden ist das bingecreating auf der diesjährigen Republika, wo sie einen Workshop (richtig?) abhielt und dann via Twitter die erste Runde startete. Jeder darf mitmachen und soll jeden Tag etwas zeichnen. Auch wenn ich da noch nicht so oft vertreten war, beim Catember wollte ich sofort mitmachen und durchhalten: Jeden Tag eine Miez!

Nun gehöre ich eher in die „Waah – ich – kann – nicht – zeichnen“-Fraktion, aber ich habe trotzdem immer gerne gemalt, einfach so vor mich hin. Es geht ja auch gar nicht darum, jeden Tag ein Kunstwerk abzuliefern, obwohl da schon einige Kandidaten dabei wären, sondern einfach etwas zu MACHEN, selbst kreativ zu werden und Spass zu haben. Selbst Kiki sagte, sie könne Katzen nicht so gut… Jahaaa, ne, is klar, Kiki, wirklich! Hier mal ein Beispiel, wie sie Katzen NICHT kann, grinz. Hier geht´s zum Blog, da gibt es auch mehr zu gucken:

http://e13.de/blog/illustration/der-koenig-hat-laune/

Also hab ich Stifte gespitzt und losgelegt. Alles etwas ungelenk aber bitte, dabei sein ist alles. Und es gibt ja nicht nur Papier und Stift, ich hab da ja noch dieses Zeichenprogramm auf dem Tablet, in das ich mich ja auch endlich mal reinpfriemeln wollte. Und genau das ist es doch: Ausprobieren, versuchen, lernen. Neue Materialien, andere Methoden und mal ne andere Perspektive testen.

Der Nachtkatz

Der Nachtkatz

Katze schlafend, von oben

Katze schlafend, von oben

Inzwischen ist Tag 6 im Catember und ich staune täglich, was ich so zustande bringe. Nach 30 Tagen Miez zeichnen könnt ihr mich garantiert Pikatzo nennen! Es ist auch beinahe ein bisschen meditativ. Hinsetzen, kurz nachdenken und losmalen. Kann ich nur jedem empfehlen, eine kleine Katzen-Auszeit sozusagen. Also, worauf wartet ihr? Ran an die Stifte, wenn ich das kann, könnt ihr das auch!

Katze im Sack

Katze im Sack

Ich hab dich im Auge!

Ich hab dich im Auge!

Miauurrrr....

Miauurrrr….

Sonnenaufgangskatze

Sonnenaufgangskatze

Na bitte, es geht doch!

Monatsrückblick August

Gelesen:
Der Nachtzirkus

Gehört:
Radio Japan, Taka Koto Ensemble

Gesehen:
Zoomania, Star Trek Beyond, Independance Day 2

Gedacht:
Es ist immer wieder schön zu wissen, daß man wirklich gute Freunde hat.

Gesagt:
Ich freue mich darüber, daß ihr alle da wart, es war ein toller Monat!

Gefreut:
Ich hatte eine schöne Zeit. Ganz besonders habe ich mich über einen völlig unerwarteten Brief gefreut von einer mir sehr wichtigen Person.

Geärgert:
Ja, ab und an auch, aber nicht oft.

Gelacht:
Ja. Über herrlichen Blödsinn mit Sylvia Elisabeth.

Geweint:
Ja. Die Schatten tauchen immer wieder auf und erwischen mich.

Getrunken:
Persischen Rosentee

Gegessen:
Eine Menge leckeres Zeug.

Gekauft:
Nix. Es gab Geschenke!
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Gefunden:
Neue Lieblingsplätze

Gemacht:
Viel Besuch gehabt, für Gäste gekocht, Ausflug gemacht, Quatsch gemacht, Spass gehabt, traurig gewesen, lange Gespräche gehabt, gelesen….
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Le roi en rouge^^

Le roi en rouge^^

Ich erklär da gerade was groooooßes^^

Ich erklär da gerade was groooooßes^^

Mal eine kurze Durchsage

Momentan stapelt sich hier die Arbeit. Auf dem Schreibtisch aber vor allem in meinem Kopf. Zu viele Dinge sollten endlich geschrieben werden, einige sollten bereits geschrieben sein. Trotzdem muß ich jetzt unterbrechen, um etwas ein für allemal zu klären.

Es gibt Menschen, mit denen man vor sehr langer Zeit zu tun hatte und denen man, vor ebenso langer Zeit, mitgeteilt hat, daß man nie wieder mit ihnen reden wird. Weil etwas vorgefallen ist, was das notwendig machte. Weil man sich von manchen Menschen eben einfach besser trennt. Ich habe mich im Laufe meines Lebens von so wenigen Menschen endgültig getrennt, die kann ich noch gut an einer Hand abzählen. Allerdings bedeutet endgültig bei mir auch genau das.
Manchmal taucht so ein Schatten aus der Vergangenheit unvermutet wieder auf. So geschehen auf dieser Stay-Friends-Plattform, auf der ich mich nur angemeldet hatte, weil ICH jemanden suchte. Leider wurde ICH gefunden und zwar genau von der Person, von der ich es am wenigsten wollte. Kein Problem. Einfach nicht reagiert, wieder abgemeldet (ich hatte gefunden, wen ich suchte) und Ruhe war. Bis Facebook mich zwang, meinen Realnamen anzugeben. Danke, Mark, du Paranoiker! Wenn man sich ein bisschen Mühe gibt, KANN man mich finden, klar. Soll ich mich jetzt geschmeichelt fühlen, daß mich jemand nach dreissig Jahren immer noch sucht, obwohl ich ihn umgehend bei Facebook blockiert, auf meiner Mailingliste gesperrt und auch sonst überall ausgebremst habe?! Bis auf diesen Blog, der ist schliesslich öffentlich und soll das auch sein. Aber der wird moderiert und kein Kommentar geht hier durch, den ich nicht durchlasse. Und das wird auch so bleiben. Also bitte, merkt es euch ein für allemal: mein endgültig IST endgültig.
Danke für die Aufmerksamkeit. Und nun zurück zu den wichtigen Arbeiten.

Hassaku

Du bist weise,
alter Mann,
aber Du bist nicht
leise.

Du bist nicht laut,
alter Mann,
deine Worte sind
auf Wissen gebaut.

Du verdienst Respekt,
alter Mann,
aber viele werfen mit
Dreck.

Und ich schäme mich dafür.

Sei dankbar
für die Weisheit
des Alters.

Lerne sie schätzen,
die Klugheit
des Alters.

Zeige Respekt
vor der Würde
des Alters.

So lehrt man in Japan und
weist Ehrlosen die Tür.

(c) Regina Neumann

Dieses Gedicht schrieb ich aus einem bestimmten Anlass und bin sicher, es wird auch verstanden.