Arthur – Odyssee eines Hamsters

Vor 14 Tagen tauchte Arthur im Hinterhof eines Neuköllner Mietshauses auf, zusammengepfercht mit einem Artgenossen in einer Schuhschachtel. Ohne Licht, Luft, ausreichend Platz und ohne Futter. Arthur ist ein Roborowski-Hamster, 7 cm lang, 30 g Lebendgewicht, mit einem ausgeprägten Bewegungsdrang. Schon allein seine körperlichen Merkmale legen nahe, daß er als Kuscheltier völlig ungeeignet ist und nicht in Kinderhände gehört. Genau da waren die kleinen Hamster aber: in sehr groben Kinderhänden. Meine Freundin Franz (nein, sie hat kein Identitätsproblem, sie haßt es nur, wenn jemand nach ihr „Fraanziiiiii“ schreit! 🙂 ) bekam gerade noch mit, wie der Junge versuchte, die Hamster in einen Gully zu stopfen!

Nach einigem guten Zureden kamen die Hamster wieder in die Schuhschachtel. Franz, immer noch die Ruhe selbst, fragte dann nach Futter und Wasser, da wäre ja nichts drin.
„Die piepsen dann, wenn die Hunger haben“ war die Antwort. Ein Hamster pfeift wie ein Meerschwein, alles klar!
Franz konnte das Elend nicht mit ansehen und besorgte ein altes Aquariumbecken als Terrarium vom Dachboden, etwas Sägespäne und Futter.
Keine Stunde später stand der Junge samt Aquarium vor ihrer Tür:
„Da, kannste haben, ich will den nich mehr, den Hamster! Und der andere is tot!“ Sprachs und verschwand.

arthur nach seiner rettung

Franz hat drei Katzen und ist allergisch auf Einstreu. Franz hatte noch nie einen Hamster und wußte nicht mal, was das für einer ist. Nach dem Foto konnte ich ihr das sagen und auch, was der so frißt. Und Franz hat kein Schild an der Wohnungstür, auf dem „Tierasyl“ steht. Denn es ist bereits das dritte Mal, daß exakt diese Familie ihr ein ungewolltes, obwohl vorher angeschafftes, Tier einfach vor der Tür ablädt!
Ich würde ihn ja nehmen, aber da wäre die kurze Distanz von 320 Km zwischen Berlin und Göttingen, ohne Auto nicht ganz einfach. Ausserdem hinterließ Klein-Arthur eine Blutspur in der Einstreu, ich vermutete innere Verletzungen aufgrund der Mißhandlungen (Ja, einen Hamster in einen Gully stopfen zu wollen, sehe ich als Mißhandlung an!). Mit einem 7-cm-Tierchen kann man nicht zum Tierarzt gehen…
noch ganz zerrupft, der arme
Am Ende lief es darauf hinaus, daß wir insgesamt 5 Erwachsene und 3 Autos brauchten, um Arthur zu retten! Franz und Heike, mit deren Auto wir Aquarium und Hamster zum Treffpunkt der Mitfahrzentrale schafften, André und sein Auto um von Berlin nach Göttingen zu fahren und meine Freundin Sonia und mich, mit deren Auto Arthur dann zu mir kam.

Seit 6 Tagen ist Arthur, der kleine Kampfhamster, jetzt bei mir, geniesst sein großes Terrarium, sein Sandbad und sein Laufrad (ein großes, 25 cm Durchmesser!) und ich hoffe, er hat noch ein langes Hamsterleben. Hiermit danke ich allen, die zu seiner Rettung beigetragen haben!
Zuviel Aufstand für so ein kleines Viech? Mag schon sein, aber auch ein 7 cm großes Lebewesen hat ein Recht auf anständige Behandlung und wenn manche Leute mal für 5 Minuten nachdächten, wären solche Aktionen wirklich unnötig… 😦

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Tag 30 – Das Buch, das du zurzeit liest

Im Moment lese ich „Wahn“ von Stephen King. Kann aber noch nicht viel dazu sagen, es ist ein 800-Seiten-Wälzer und ich bin erst auf Seite 46 🙂

Tag 29 – Warum zur Hölle wurde dieses Buch verfilmt???

Oh jeeeeee, die Liste der schlechten, fürchterlichen, grauenhaften Literaturverfilmungen ist endlos! Aber eines der schlimmsten Beispiele ist wohl „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende! Es gibt Bücher, bei denen es sich von selbst verbieten sollte, sie zu verfilmen, und dieses gehört dazu, ganz zu schweigen von Teil zwei und drei. Ende selbst hat sich damals sehr deutlich davon distanziert.

„Die unendliche Geschichte“ schafft Bilder beim lesen, fantastische Bilder und Vorstellungen, die für jeden sehr persönlich sind. Kein Film kann die ersetzen, geht einfach nicht!

Tag 28 – Zum Glück wurde dieses Buch verfilmt!

Literaturverfilmungen sind meistens schwierig und nicht selten schlechter als ihre Vorlage. Das mag daran liegen, daß bei jedem Leser das „Kopfkino“ anspringt und man sich seine eigenen Vorstellungen macht. Aber ein Beispiel fällt mir sofort ein: Die Hexen von Eastwick! Genial besetzt mit Cher, Susan Sarandon, Michelle Pfeiffer und Jack Nicholson. Der Film ist magisch, lustig, manchmal unheimlich und die drei Frauen sind einfach toll.
Ich war sehr erstaunt, als ich erfuhr, die Geschichte basiert auf einem Roman von John Updike, ich hatte keine Ahnung, daß er SOWAS geschrieben hat. Hat er auch nicht. Ich kannte den Film vor dem Buch und weil er mir so gefallen hatte, wollte ich das Buch dazu lesen – und war maßlos enttäuscht! Der Daryl van Hoorn im Buch ist nichts weiter, als ein unangenehmer Schürzenjäger, es wird fremdgeschlafen ohne Ende und es hat keinen Funken der Magie, die der Film ausstrahlt. Es war das erste Buch meines Lebens, an dem ich ein Sakrileg beging: ich warf es weg!

Tag 27 – Ein Buch, dessen Hauptperson dein „Ideal“ ist

Ui, da gibt es einige! Pippi Langstrumpf zum Beispiel. Wer wollte nie so sein wie sie? Stark, unabhängig, nicht einzuschüchtern, mit viel Herz und auch noch reich. Also, ich wollte! 😉
Dann wäre da noch Bella Block. Auch ne starke Frau, aber ein ganz anderes Kaliber. Ich glaube, wenn ich in 20 Jahren so sein sollte, kann mich nichts mehr erschüttern. Vielleicht einen Tick weniger zynisch…

Tag 26 – Ein Buch, aus dem du deinen Kindern vorlesen würdest

Nur EINS?! Dann muß ich wohl eine Auswahl treffen, und die fällt auf „Hilfe, die Herdmanns kommen“ von Barbara Robinson. Eine herrlich anarchistische Weihnachtsgeschichte mit Tiefgang.

Die Herdmanns sind der Albtraum des braven (Spieß-)Bürgertums, könnten die Ahnen der „Flodders“ sein. Die Herdmanns sind arm, Eltern haben sie wohl irgendwo, aber weil das keiner so genau weiß, schlagen sich die zwölf Geschwister irgendwie so durchs Leben – und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Sie rauchen, klauen, lügen und verprügeln andere Kinder und sich untereinander – UND sie schaffen es, sich sämtliche Hauptrollen des diesjährigen Krippenspiels der Schule unter den Nagel zu reissen! Natürlich glaubt jeder an ein totales Desaster, denn die Herdmanns haben von Weihnachten nur soviel Ahnung, als daß es in der Sonntagsschule besseres Essen zu klauen gibt. Aber dann passiert etwas unerwartetes: die Geschichte des Jesuskindes fasziniert sie! Als sie hören, daß Herodes aus Angst vor der Prophezeihung seines Sturzes alle Erstgeborenen töten lassen will, sind sie empört und wollen geschlossen losziehen um Herodes „so richtig zu verkloppen“! Sie nehmen sich der Geschichte auf ihre Weise an und es gibt ein, recht unorthodoxes, Krippenspiel.
Ich habe zu Weihnachten immer diese Geschichte vorgelesen, bis sich meine Tochter beschwert hat, sie sei jetzt kein Baby mehr. Macht nichts, jetzt lese ich sie für mich allein 🙂

Tag 25 – Ein Buch, bei dem die Hauptperson dich ziemlich gut beschreibt

Tja…hm… spontan fällt mir da niemand ein. Auch nach längerem Nachdenken (seit gestern immer wieder mal) nicht. Ich könnte eine lange Liste erstellen, wer ich gerne WÄRE, allen voran Pippi Langstrumpf, aber die beschreibt mich natürlich nicht.
Frauen in der Literatur sind echt schwierig. Da wäre einmal der Hera-Lind-Typ: Frau hat geschätzte 10 bis 12 Kinder, einen Superjob, selten schlechte Laune UND bekommt die Männer in ihrem Leben locker in den Griff. Bin ich nicht.
Dann kommt der Jane-Austen-Typ: verarmte höhere Tochter, die unstandesgemäß einen Job annehmen muß, alles Leid der Welt erstmal erträgt und dann ihren Prinzen heiratet. Bin ich auch nicht.
Als letztes wäre dann noch der Privatdetektivinnen-Typ (oder Polizistinnen-Typ): meist in einer unglücklichen Beziehung oder gleich solo, weil viel zu abgeklärt für nen Kerl, trinkfest und so mutig, sich in den übelsten Gegenden auch alleine rumzutreiben. Nein, das bin ich erst recht nicht!
Also,leider keine Beschreibung von mir aufzutreiben 🙂