Tell me a Story – Part of the virtual Artwork by Meilo Minotaur in Second Life

I ran, I ran
and came into a dark valley.
There were black clouds,
black clouds of black birds.

I ran, I ran
to the Village of Souls.
But the guard wouldn’t let me in.
then I still had my soul.
I thought.

I ran, I ran
and met the Dark Fairy.
She wanted to give me a heart
but
I still had my heart.
I thought. 

I ran, I ran
and saw a dark procession.
At the top of which I saw:
Me.
Without soul, without heart.

 

So I’ll stay here,
Part of the whole one.

Ich lief, ich lief
und kam in ein dunkles Tal.
Schwarze Wolken gab es,
schwarze Wolken aus schwarzen Vögeln.

Ich lief, ich lief
zum Dorf der Seelen.
Aber der Wächter ließ mich nicht ein
denn
ich hatte ja meine Seele noch.
Dachte ich.

Ich lief, ich lief
und traf die dunkle Fee.
Die wollte mir ein Herz geben
aber
ich hatte ja mein Herz noch.
Dachte ich.

Ich lief, ich lief
und sah eine dunkle Prozession.
An deren Spitze sah ich:
Mich.
Ohne Seele, ohne Herz.

So bleibe ich nun hier,
Teil des Ganzen.
(c) Regina Ichimomo

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Unter meiner Haut

Heute hättest du Geburtstag.
Wenn du nicht gegangen wärst,
vor einem Jahr.
Ein ganzes Jahr schon
ohne dich
und ich vermisse dich,
jeden einzelnen Tag.

Dir wäre er egal gewesen,
dieser Tag,
einer, wie jeder andere.
Mir war er das nie,
ich nannte dich dann immer
meinen zärtlichen Hexer,
an Beltane geboren.

Du hast dann gelächelt,
amüsiert.
Oh wie ich es vermisse,
dieses Lächeln, das nie
unterhalb deiner Augen endete,
diesen Sternen
von Aquamarin –
und meinem Bild darin.

Ich trage dich in der Seele
und auf dem Arm,
eingraviert für immer,
unter der Haut.
Du gingst mir als einziger
unter die Haut.
Dort wirst du immer lächeln.

Nicht noch einmal

Wir sahen sie.
Damals.
In Büchern und Filmen.
Nicht Märchen und Hollywood, nein,
in Geschichtsbüchern und Dokumentationen.
Wir sahen sie.
Ausgehungert bis zum Skelett,
Augen riesig, voller Schmerz,
Angst und Leere,
Knochenhaufen, Leichenberge.
Rosa Dreiecke. Gelbe Sterne.
Und wir weinten.

Wir sahen ihn.
Den SS-Mann,
der abends nach Hause kam
aus dem KZ
und seine Kinder umarmte
und ihnen eine Geschichte vorlas.
Im Schein einer Lampe
mit gelblichem Schirm.
Wir sahen sie.
Die Nummer.
Am unteren Rand der Lampe,
blaß, grünlich, unscharf.
Und wir weinten.

Wir sehen sie.
Bösartige, giftige Trolle,
auferstandene Spukgestalten.
Die nie mehr sagen können:
„Wir haben es nicht gewußt!“
Doch. Sie wissen genau, was sie tun,
wenn sie Menschen bedrohen,
ihnen den Tod wünschen,
die Menschenverachtung vor sich hertragen
und sich selbst Mensch nennen.
Wir sehen sie.
Die „Wir sind ja keine Nazis, aber…“-Sager,
die bürgerlich-mittigen Brandstifter,
denen man vor allem Angst machen kann.
Und wir weinen nicht.
Nicht noch einmal!

(c) Regina Neumann

Hassaku

Du bist weise,
alter Mann,
aber Du bist nicht
leise.

Du bist nicht laut,
alter Mann,
deine Worte sind
auf Wissen gebaut.

Du verdienst Respekt,
alter Mann,
aber viele werfen mit
Dreck.

Und ich schäme mich dafür.

Sei dankbar
für die Weisheit
des Alters.

Lerne sie schätzen,
die Klugheit
des Alters.

Zeige Respekt
vor der Würde
des Alters.

So lehrt man in Japan und
weist Ehrlosen die Tür.

(c) Regina Neumann

Dieses Gedicht schrieb ich aus einem bestimmten Anlass und bin sicher, es wird auch verstanden.

Seemannsbraut

Sie sitzt am Fenster,
schaut hinaus auf den Weg
und hofft.

Sie möchte sehen
wie er das Gartentor öffnet,
zu ihrem Fenster schaut
und lächelt.

Sie sitzt am Fenster,
schaut hinaus auf den Weg
und die Zeit tropft.

Manchmal stellt sie sich dann vor,
er wäre ein Seemann
und sie seine Braut,
die den Horizont
nach seinem Schiff abschaut.

Er am anderen Ende der Welt,
Hongkong, Yokohama, Singapur,
und sie hat zu Hause
dies kleine Fenster nur –
auf seine Welt.

Morgen sitzt sie wieder am Fenster,
ein bisschen trauriger,
schaut auf den Weg
und sieht zu,
wie die Zeit vertropft.

Tiefe der Zeit

Immer wenn
ich dich berühre
ist es
wie
ankommen,
aufatmen,
ganz weich werden.

Seit so
vielen Jahren
unverändert
bist du
mein Ort
des Friedens,
Tempel der Ruhe.

Nimmst du mich
in den Arm,
geht ein Seufzen
durch meine
Seele,
wie der
Anbeginn
der Zeit –

in all
ihrer Tiefe.

gefühle

Indifferent

Ich hasse es
Dich gehen zu lassen.
Ich hasse es,
deswegen traurig zu sein.
Ich hasse es,
daß es mir wehtut.

Ich sollte mich freuen.
Das Du hier warst
nach so langer Zeit,
ohne Dich.
Ich sollte mich freuen
über Deine Küsse,
Deine Zärtlichkeit
für mich.

Ich bin so glücklich
in Deinen Armen,
Ich bin so glücklich
wenn Du mich küßt
und traurig
wenn du mich verlässt.

Ich weiß ja
das Du gehen musst,
aber das Herz bricht
im Leib mir entzwei
und ich hasse es,
wenn du mich
verlassen musst.