Schlampenyoga oder: Wo geht´s hier zur Erleuchtung? von Milena Moser

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Milena Moser ist bekennender Couch-Potato, bis sich eines Tages ihr Rücken mit einem lauten Knacken meldet. Nun muss wohl doch irgendeine Form der Bewegung her. Bedingung: Gut für den Rücken, aber garantiert nicht anstrengend! Sie entscheidet sich für Yoga. Schön und gut, aber welches? »Power-Yoga«, »Power-Flow«, »Flow-Flow« oder doch lieber »Yoga für dich und deinen Hund«? Wissbegierig begibt sich Milena Moser auf die Suche nach der klassischen Form und erlebt dabei wunderbar witzige und oft auch skurrile Geschichten aus der exaltierten Lifestyle-Welt.
Ein unverzichtbarer und zugleich höchst amüsanter Wegweiser durch den jahrtausendealten Yoga-Dschungel.

Der Titel ist wirklich ein wenig irreführend, aber dank anderer Rezensionen wußte ich das schon 🙂 Deswegen habe ich mich mit Vergnügen in die Lektüre gestürzt und habe es nicht bereut, es gab einige Stellen, an denen ich wirklich laut lachen mußte!
Milena Moser kämpft sich mit Humor durch den schier unüberschaubaren Dschungel verschiedener Yoga-Stile und -schulen, setzt sich mit der lebenswichtigen Frage auseinander, ob der Yoga-Bikini farblich zur Yogamatte passen muß und anderer Kleinigkeiten, die ein/e „hippe/r“ Yogi/ni unbedingt wissen sollte.
Trotz des Augenzwinkerns lernt man eine Menge über den Ursprung, Sinn und Zweck des Yoga und bekommt eine wichtige Lektion vermittelt: Yoga ist gut für jeden, macht spass und ist gesund.
Als einziges habe ich ein Glossar vermisst. Es gibt doch eine Menge Fachbegriffe, die in einem Anhang speziell erklärt werden könnten. Trotzdem ist das Buch auch für Anfänger geeignet und für jeden, der sich für Yoga interessiert.

Stadt, Land – Schluss von Judith O´Reilly

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Eine Frau zieht ans Ende der Welt
Judith O’Reilly liebt ihr Leben in London über alles. Nur eines liegt ihr noch mehr am Herzen: das Glück ihrer Familie. Deshalb folgt sie dem Traum ihres Mannes und zieht, hochschwanger mit dem dritten Kind, in ein Cottage in Northumberland – und lernt High Heels und Karriere durch Schafescheren und Gummistiefel zu ersetzen.
»Mein Mann war derjenige, der unbedingt auf dem Land leben wollte. Als ich meinen jüngsten Sohn fragte, was er davon hält, sagte er mit großen ängstlichen Augen: Ein Bär könnte mich fressen! Da gibt es keine Bären , beruhigte ich ihn, schaute aus dem Fenster in die Dunkelheit und hörte das Brummen «

Das Buch ist eine ziemliche Enttäuschung, leider… Das Cover ist sehr hübsch (dafür ein Sternchen) und der Klappentext klang lustig, nach netter Unterhaltung eben. Leider ist es das aber nicht.
Die Frau lässt sich von London in die tiefste Provinz verpflanzen, tut das ihrem Mann zuliebe, der unbedingt auf dem Land leben will. Was er faktisch aber nicht tut, er lebt schön weiter in London, er muß ja die Brötchen dafür verdienen, daß wenigstens Frau und Kinder auf dem Land leben dürfen, was die gar nicht wollen. Darum dreht sich das gesamte Buch: Über den geschlagenen Zeitraum von fast drei Jahren jammert die Autorin über die Gegend, ihren Mann, ihre Kinder und spätestens nach dem dritten Kapitel zum Thema „Ich habe kein Benzin im Tank“ fragt man sich, wieso sie nicht ihre Koffer packt, die Scheidung einreicht und geht.