Gendergedöns

Jaja, ich weiß, schon, allein die Überschrift reicht aus, mich bei einigen auf die Abschußliste zu setzen und dazu würde ich jetzt gerne mal was sagen.

Ich war und bin schon immer in der luxuriösen Situation gewesen, genau zu wissen, daß ich eine Frau bin. Es gab da für mich nie einen Zweifel und da beißt die Maus keinen Faden ab, isso. Das es Homosexuelle beiderlei Geschlechts gibt, ist mir auch klar aber bei Transsexuellen, Intersexuellen und Metrosexuellen ist mein Wissen schlicht und einfach beendet und wird für mich eben zu diesem undefinierbaren „Gedöns“ ohne jegliche Wertung. Es betrifft mich einfach nicht, genau so wenig wie Lactoseintoleranz (Allergiegedöns eben^^). Das bedeutet nicht, ich werte diese Menschen ab, überhaupt nicht. Ich habe schon immer nach dem Motto gelebt, jeder soll nach seiner Fasson selig werden, solange er niemand anderem damit schadet. Wenn ich einen Menschen mit Laktoseintoleranz zu Besuch habe, koche ich eben ohne Milchprodukte und wenn ein Mensch mit, nennen wir es „andersartiger Sexualität“, in meiner Gegenwart dumm angemacht wird, dann schreite ich ein.

Was mir aber zunehmend auf den Zeiger geht, ist dieses Social-Media-Mimimi. „Wie kannst du den Kampf um die sexuelle Selbstbestimmung als Gendergedöns bezeichnen?!?!“ schallte es mir da entgegen. Ich habe mit der Bezeichnung diesen Kampf weder abgewertet noch lächerlich gemacht aber es ist ganz einfach nicht MEIN Kampf. Ich habe meine eigenen Kämpfe und kann mich nicht an jeder Front kloppen und zur Toleranz gehört für mich auch, sie nicht nur von allen anderen zu fordern sondern sie auch zu gewähren. Es gehört heute zur „Diskussionskultur“, Dinge, die einem nicht passen, als „behindert“ zu bezeichnen. Dieses ist behindert und jenes auch. Manchmal noch gekrönt von der Bezeichnung „du Spast“. Wenn ich als davon Betroffene jedesmal betroffen reagierte, käme ich zu nichts anderem mehr. Natürlich wünschte ich mir, es wäre anders und die Leute dächten mal nach, bevor sie was sagen oder schreiben, aber auch ich bin davor nicht gefeit, auch mir rutscht mal was durch, was nicht immer hundertprozentig ist. Da hilft dann nur noch die berühmte Filterblase zur Mentalhygiene, wenn man all zu große Empfindlichkeiten hat. Nur wird es in letzter Zeit immer schlimmer, egal, um welches Thema es geht.
Gendergedöns
Allergiegedöns
Inklusionsgedöns
Veganismusgedöns
Impfgegnergedöns
Aluhutgedöns

Irgendwann redet keiner mehr mit niemandem – und dann haben wir richtig spaß. Denkt mal drüber nach….

Werbeanzeigen

2 Antworten auf “Gendergedöns”

  1. Das ganze Gedöns macht zudem die ursprüngliche Situation überhaupt nicht besser. Nur weil ich nicht mehr Negerkuss sage, wird mein persönlicher, privater Rassismus wahrscheinlich nicht besser 😉
    LG
    Sabienes

  2. Ela hat Deinen Beitrag auf Facebook geteilt und schon als ich die Überschrift gelesen habe, hatte ich genau den Gedanken: wenn das mal keinen Unmut heraufbeschwört 😉 ich kommentiere heute vieles nicht mehr, einfach, weil ich mir keine Diskussionen zumuten möchte, weil ich nicht in der Verfassung dafür bin und auch keine Lust habe, meinen Standpunkt zu verteidigen gegen Menschen, die scheinbar nur ihre eigene Meinung gelten lassen (Facebook, Twitter). Das ist für mich auch ein Teil von „nicht mehr drüber reden“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s