(c) Gmeiner VerlagWO IST WALTER? Walter Hutschendorf ist weg! Und mit dem Verschwinden des Bonner Schnapsfabrikanten ist es auch mit der Ruhe für Britta Brandner vorbei, wird sie doch mit der Suche nach ihrem Arbeitgeber beauftragt. Dass ihr die trinkfeste, rheinische Frohnatur Margot zur Seite steht, die mangelnden Sachverstand durch großen Enthusiasmus wettzumachen sucht, erleichtert die Lage nicht wirklich. Dennoch kommt das ungleiche Gespann mit seinen unkonventionellen Ermittlungsansätzen dem dunklen Familiengeheimnis der Hutschendorfs schon bald gefährlich nahe …

Wenn der, allein zeichnungsberechtigte, Seniorchef eines Unternehmens spurlos verschwindet, just in dem Augenblick, in dem Verträge zu unterzeichnen sind, wirft das Probleme auf. Erst recht, wenn es mit der Juniorchefin deswegen einen Mordskrach gibt…
Die Hutschendorfs sind eine reiche aber keineswegs feine Familie, die durchaus einige Leichen im Keller haben. Und weil sie möchten, daß diese Leichen bleiben, wo sie sind, wollen sie natürlich keine Polizei. Also nicht so richtig jedenfalls… Darum beauftragt Agathe Hutschendorf, altersgiftige Matriarchin des Clans, ihre Physiotherapeutin Britta damit, bei der verhassten Schwiegertochter herumzuschnüffeln. Die hätte nämlich ein brauchbares Motiv, Walter besser tot zu sehen: im Falle einer Scheidung bekäme sie keinen einzigen müden Cent vom Hutschendorf´schen Vermögen. Britta macht sich, äußerst widerwillig daran, sich umzuhören. Tatkräftig unterstützt wird sie dabei von der Haushälterin Margot, die zwar überhaupt keine Ahnung hat, was sie tut, das aber mit viel Power!

Die Geschichte ist spannend und unterhaltsam erzählt, deckt nach und nach Ungeheuerliches auf und verzichtet auch nicht auf Humor, der allerdings manchmal ein bisschen ins Absurde driftet. Allerdings weckte er auch Kindheitserinnerungen, ich kannte eine solche Industiellenfamilie, die sich recht gut für die Hutschendorfs einsetzen liesse: die alte Matriarchin im Obergeschoß, der Seniorchef in der Beletage, der Juniorchef samt ungeliebter Schwiegertochter im Erdgeschoß – und sie hatten auch einen dicklichen Sohn ohne Freunde! Allerdings waren sie doch einen Tick netter als die Hutschendorfs und ich war sowieso nur „die Tochter vom Personal“ ;)…

Ich vergebe 🙂 🙂 🙂 🙂 Smilies und danke dem Gmeiner Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

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