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Eine doppelte Liebesgeschichte, von dem japanischen Nobelpreisträger in Bildern von nuancierter Erotik und Leidenschaft erzählt.
Nicht nur um die Neujahrsglocken der berühmten Tempel zu hören, fährt Toshio Oki zum Jahresende nach Kyoto. Vor allem will er seine ehemalige Geliebte Otoko wiedersehen. Mehr als zwei Jahrzehnte sind vergangen, seit er die damals Sechzehnjährige verließ, die nach einer Fehlgeburt nur knapp dem Wahnsinn entgangen war.

Inzwischen ist er ein erfolgreicher Schriftsteller, sie eine bekannte Malerin. Otoko empfängt ihn gemeinsam mit ihrer Freundin Keiko kühl und distanziert. Keiko entfaltet ihr ganzes Verführungstalent, um den lange zurückliegenden Verrat an Otoko zu rächen …

Oki ist ein Mann in mittleren Jahren, der vor über zwanzig Jahren eine leidenschaftliche Affäre mit der damals 16jährigen Otoko hatte, die von ihm schwanger wurde. Obwohl er verheiratet war und zwei kleine Kinder hatte, kümmerte er sich nach ihrer Fehlgeburt weiter um Otoko, bis diese mit ihrer Mutter nach Kyoto umzog. Otoko ist inzwischen eine bekannte Kyotoer Malerin, die mit ihrer jungen Schülerin Keiko in einer Beziehung zusammenlebt, aber Oki noch immer liebt. Oki hat seine damalige Beziehung zu ihr in einem vielbeachteten Roman beschrieben und da sie darin erkannt wird, wird sie natürlich immer wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Sein Wunsch, Otoko wiederzusehen, entspringt nicht primär dem Gedanken, ihre Beziehung wieder aufzunehmen sondern eher seinem schlechten Gewissen. Er ist der Meinung, er hat damals ihr Leben ruiniert.

Obwohl die Sprache des Buches wirklich schön ist, konnte ich mich damit nicht sonderlich gut anfreunden. Alle Personen bleiben völlig distanziert und kühl, selbst Keiko, die eifersüchtig ist, Otoko rächen will und am Ende eine Tragödie auslöst, wirkt nicht emotional. Man fragt sich unweigerlich, wo da bitte die Leidenschaft ist, die dieses Handeln rechtfertigt. Allerdings darf man dieses Buch auch nicht mit europäischen Maßstäben messen! Es ist ein japanischer Autor, der eine japanische Liebesgeschichte geschrieben hat. Die Symbolik ist in Japan extrem wichtig und trägt wesentlich mehr zum Verständnis der Handlung bei, als das Handeln der Personen selbst. Und die symbolischen Szenen sind wirklich wunderbar beschrieben! Trotzdem bekommt es von mir „nur“ drei 🙂 🙂 🙂

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