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robbe „Die männliche Robbe Emanuel erlebt verschiedene Aspekte der Beziehung zwischen den Geschlechtern, die Auswüchse des Leistungssports anhand eines Wasserballspiels, den Umgang des Menschen mit der Natur und macht sich Gedanken über den Sinn von Religionen. Am Ende steht ein Krieg – Tier gegen Mensch. 
Die Fabel „Robben Islands“ überträgt Eigenheiten menschlichen Verhaltens auf eine Robbenkolonie. Teils humorvoll, teils bissig wird mit der mangelnden Einsicht des Menschen abgerechnet.“

Bei meiner letzten Online-Buchsuche stolperte ich über den Namen des Autors und sah nach, ob es sich dabei tatsächlich um Kapitän Schwandt ( https://www.ankerherz.de/produkt/buecher/sturmwarnung/ ) handelt. Das ist so und natürlich machte mich das neugierig, also bestellte ich das Buch antiquarisch.

Emanuel ist eine Robbe im besten Mannesalter sozusagen und möchte eine Familie gründen. Allerdings stürzt er sich nicht blindlings in dieses Unterfangen sondern denkt auf dem Weg zu seiner Kolonie über dieses und jenes nach. Wie findet man die beste Partnerin zum Beispiel. Oder wie schützt und ernährt man seine Familie, wenn dieses zweibeinige Raubtier namens Mensch sämtliche Meere leerfischt und ganze Robbenkolonien gnadenlos abschlachtet für Felle, Fleisch und Robbenfett? Emanuel begreift schnell, daß es nicht nur den Robben schlecht ergeht, sondern den Tieren aller Spezies überall auf der Welt, und er fasst einen Entschluß.

Dieses schmale Bändchen lässt einen mit einem Gefühl der Fassungslosigkeit zurück. Es gibt kein Happy End, keine Erlösung. Der Autor zeigt schonungslos auf, welche Untaten die Menschheit auf der Erde begeht, der einzigen, die wir haben, und alles im Namen des Profits. Er hält den Menschen den wenig schmeichelhaften Spiegel vor, in dem er den Tieren die menschlichsten Eigenschaften zuschreibt. Teilweise ist die Geschichte auch lustig, trotzdem bleibt dem Leser das Lachen oft im Hals stecken. Ich habe beim Lesen mancher Episode eher mit Tränen gekämpft.
Das Thema an sich ist nicht neu. Ich fand Anklänge an Orwell, Schätzing und auch Fitzek. Neu ist, daß hier jemand schreibt, der keine Fiktion verfasst sondern die Fakten tatsächlich kennt. So, wie sie inzwischen jeder kennen sollte. Es wundert mich sehr, daß dieses Buch nicht zur Pflichtlektüre für jeden Lobbyisten, jeden Politiker, für jeden, der diese Welt ausbeutet, bestimmt wird.

Bleibt zu hoffen, daß immer mehr Menschen aufwachen und diese Fabel den Weg in viele Köpfe findet.

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