Die Überschrift mag merkwürdig klingen, vor allem jetzt, wo es früh dunkel wird und morgens mancherorts so dicker Nebel herrscht, daß man nicht fünf Meter weit sehen kann. Selbstverständlich müssen Radfahrer gut sichtbar sein, keine Frage!

Ich lebe in einer Fahrradstadt. Universitätsstadt. Tausende Studenten mit tausenden von Fahrrädern, die mittlerweile technische Hyperteile sind. Vor allem die Lampen. Diese Halogenstrahler mit dem hellen, kalten, blauweißen Licht. Wenn ihr, liebe Radfahrer, euren Drahtesel durch die Fußgängerzone schiebt, macht doch BITTE das Licht aus! Warum? Nun, eine solche Lampe wirkt beim schieben wie ein Stroboskop. Normaler Weise ist das nur einen Moment lästig, bis ihr vorbei seid. Bei einem Menschen mit Epilepsie und erhöhter Photosensibilität kann das innerhalb weniger Sekunden einen Anfall auslösen. Das ist keine Übertreibung. Ihr könnt nicht wissen, ob in dem Pulk Menschen, der euch entgegenkommt, ein solcher Mensch ist, bis er ohne ersichtlichen Grund umkippt. Das ist für alle eher unschön. Für den Betroffenen natürlich, aber auch für die herbeigerufenen Rettungskräfte. Normaler Weise dauert ein epileptischer Anfall nicht sehr lange, meist ist er vorbei, bis der Rettungswagen eintrifft. Der Patient ist vielleicht noch etwas schwach und verwirrt aber kein Fall für die Klinik. Das verursacht Aufwand und Kosten, die im Normalfall dem Betroffenen in Rechnung gestellt werden.
Ein Krampfanfall ist anstrengend und schmerzhaft und manchmal auch mit Verletzungen verbunden, die durch den Sturz entstehen. Das lässt sich durch einen einfachen Klick am Lichtschalter umgehen. Also, liebe Radfahrer, allzeit Gute Fahrt, getreu dem Motto:

Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt – und macht dabei bitte das Licht aus!

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