Zuerst entschuldige ich mich bei meinen Lesern, weil mir bei diesem Beitrag sicher das ein oder andere unfreundliche Wort entschlüpfen wird, garantiert! Wer mich näher kennt weiß, daß ich sehr japanorientiert bin und dort ist Höflichkeit ein absolutes MUSS. Darum kommen Entgleisungen verbaler Art bei mir auch eher selten vor. (Nein, andere auch nicht! ^^)

Ich habe bestimmt seit 30 Jahren diesen ESC, der früher ja Grand Prix de la Chanson d´ Eurovision hieß, nicht mehr gesehen, gehört oder anderweitig verfolgt, weil mich dieses Schlager-Tralala einfach nicht interessiert. Darum hatte ich weder eine Ahnung, welche Länder gewonnen hatten, noch erst recht nicht, wie die Interpreten hiessen. War mir total Wurst! Tja, im Internetmedialen Zeitalter bekommt man ja ungewollt so einiges mit, so also auch den Namen der diesjährigen Gewinnerin: Conchita Wurst. Mein erster Gedanke war: Welche Eltern tun ihrem Kind denn sowas an?! Da hatte ich überhaupt noch nicht überrissen, daß es sich um eine Kunstperson handelt. Ich hatte den Song nicht gehört und auch kein Bild gesehen. Allein der Name machte mich neugierig, also ab zu Youtube, mal gucken. Ich sah zuerst mal nur dunkle Bühne, Spots nach unten und eine Wow-Silouette. Dann Kamerafahrt, mehr Licht und: das Gesicht von Conchita. Ähm…Huch?! Erstmal große Irritation, völlig klar. Man hat bei einem solchen Auftritt eine Erwartung: Man sieht eine schlanke Frauengestalt. lange Haare, atemberaubend schöne Augen – und dann dieses unübersehbar männliche Attribut Vollbart. Okaaay… ABER: je länger ich mir das ansah, desto weniger irritierte es mich. Den Song fand ich ohnehin toll, ich mochte auch die alten Bond-Songs, von daher… Diese Person ist unumstritten interessant, also weiter durch YT geklickt, Interviews und so angesehen. Was für ein Mensch steckt hinter Conchita Wurst? Ein intelligenter, witziger, schlagfertiger Mensch mit Charme, Ausstrahlung und einem wunderbar warmen Lachen. Natürlich wurde immer wieder gefragt, warum macht sie das? Und ihre Message ist klar: Toleranz! Sehr schönes Ziel und hoffentlich bringt sie die Menschheit einen Schritt näher da hin – denn sie hat es bitter nötig! Warum?

Conchita hat eine Facebook-Seite. Wenn mich etwas oder jemand interessiert, lese ich da recht viel, Postings, Kommentare usw. Und ich muß sagen, was da z. T. zu lesen ist, ist unterirdisch! Da bleibt mir die Spucke weg…. Ich werde das jetzt nicht weiter ausführen, weil ich denke, jeder, der sich dafür interessiert, hat es selbst gesehen. Ob ich einen Menschen schön oder hässlich finde, ist ja zuerst mal meine persönliche Meinung. Ihn deshalb zu beschimpfen ist… hirnlos! Diese Hater sind dermassen krank in der Birne, daß alles zu spät ist! Besonders toll sind diese homophoben Übermännchen, die den Bart als absolutes Maskulinum vertreten und ihn darum Conchita, die biologisch nunmal Mann ist, verbieten wollen, weil „er“ nicht würdig ist. HaHaHa! Habt ihr mal genau hingeguckt? Dieser Bart ist topgepflegt, wie die komplette Person von Kopf bis Fuß. Und ich verrate Euch jetzt mal ein Geheimnis: Keine Frau dieser Welt steht auf einen Mann mit so ungepflegtem Sauerkraut-Gestrüpp in der Fresse! Geschweige denn küßt sie ihn gern!
Ich weiß wirklich nicht, was in der Erziehung, Umgebung, Einstellung schiefgelaufen ist, in den Köpfen dieser Leute vorgeht, einen anderen Menschen, der den Mut hat, SICH SELBST zu leben, dermassen in den Dreck zu treten. Ist es schön, so von Hass zerfressen, so dumm und intolerant alleine durchs Leben zu latschen? Niemand wird nun einen Modetrend lostreten, daß alle Frauen jetzt mit Bart rumlaufen sollen. Nicht jeder muß es toll finden, was Conchita macht. Das ist alles okay. Wenn es mir nicht gefällt, kann ich mir das ansehen, die Schultern zucken und weiterklicken. Wenn ich mich über alles aufregen würde, was mir in dieser Welt nicht gefällt, und ständig irgendeinen Scheiß dazu poste, müsste der Tag 200 Stunden haben. Wenn allerdings ein Mensch für das, was er ist, was er darstellt, für was er eintritt, bedroht, diffamiert und übelst beschimpft wird, halte ich meine Klappe auch nicht. An alle Hater dieser Welt: Kriecht in eure Höhlen, mauert sie zu, haltet einfach die Schnauze und verschont den Rest der Welt mit eurer Anwesenheit! Da bin ich jetzt mal konsequent intolerant, so!

Falls das bisher noch nicht so richtig durchkam: ich finde Conchita Wurst toll! Mutig, intelligent und (Mit Einschränkung^^) schön! Der Bart ist ein Statement und gehört dazu, ohne wäre sie NOCH schöner. Und weil das so ist, habe ich, sozusagen als Tribute, mit Hilfe von Lampithaler Resident, meine eigene kleine Version von „Rise like a Phoenix“ gedreht. Danke Lampi! Ich hoffe, sie gefällt Euch^^

A Tribute to Conchita Wurst

reissverschluß (Ein hübsches Accessoire für alle, die nichts Nettes zu sagen haben, oder?)

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