Es war einmal ein kleiner niedlicher Hamster mit Namen Violetta Miles. Der holte mich, wie einst das berühmte weisse Kaninchen Alice, in ein ganz tolles Wunderland. Das Wunderland einer virtuellen Welt. Ich lief da staunend rum, lernte eine Menge interessanter Menschen kennen und fand das ganz toll. Allerdings sind ja auch im Wunderland so einige dunkle Wolken aufgezogen, schliesslich wollte die Herzkönigin jeden köpfen, der ihr über den Weg lief. Keine schönen Aussichten… Also könnte man ja überlegen, ein anderes Wunderland zu suchen und da zu wohnen. Eine kleine Karawane meiner Freunde zog also aus in das neue Gelobte Land. Auch der Prinz ohne weisses Pferd und ohne Socken, in den ich mich zwischenzeitlich verliebt hatte, zog mit der Karawane.
Ein wenig unschlüssig stand ich in meinem Wunderland und war mir gar nicht sicher, ob das so ne gute Idee wäre. Zumal das neue Wunderland eher so ein bisschen primitiv daherkam und man eine Menge Arbeit da rein buttern müßte. So ähnlich, wie die ersten Siedler im Wilden Westen. Aber egal, mein Prinz war da, meine Freunde waren da, also: Ärmel hochgekrempelt!
Ich gebe zu, ich habe eine Menge gelernt. Weil es im alten Wunderland alles mehr oder weniger fertig zu kaufen gab, musste man nicht viel tun, nur auspacken und hinstellen. Im neuen Wunderland funktionierte nichts so reibungslos und so lernte ich bauen und Skripte lesen und Berge versetzen. Natürlich hat es mir gefallen und ich war stolz auf das Ergebnis – aber ganz ehrlich: Spass gemacht hat mir das nie! Es war ein notwendiges Übel. Was mir wirklich Spass gemacht hat war, meine Kreativität und Phantasie auszuleben, etwas zu sein, was ich im realen Leben nie, oder nicht mehr, sein konnte. Eine japanische Maiko zu sein und zu tanzen, zu sehen, wie aus einer meiner Geschichten ein phantasievolles Theaterstück wurde, mit meinen Freunden Quatsch zu machen und Zeit mit dem Prinzen zu verbringen. Vor allem, weil der Prinz nicht nur im Wunderland mit mir durch die Gegend zog sondern inzwischen auch ganz und gar leibhaftig. Ich fand das eine wunderbare Sache.

Wie das so ist mit Prinzen, ist auch dieser mit Grundsätzen wie Ehrlichkeit, Fairneß und Abenteuerlust ausgestattet. Was wäre er auch sonst für ein Prinz? So kam es dann, daß er über die Herzköniginnen DIESES Wunderlandes stolperte, sowas wie eine doppelköpfige Schlange – und sich auf einen Kampf einließ. Mit den besten Absichten wohlgemerkt und in der Hoffnung, die Bedingungen für die Bewohner des Wunderlandes zu verbessern. Nur leider klappt das nicht immer so und Prinz und Maiko-Prinzessin sitzen in einem Scherbenhaufen. Weil es eben leider nicht so ist, daß Realität und Wunderland fein säuberlich durch eine Glasscheibe getrennt sind. Der Prinz zieht weiter ins nächste Wunderland. Und die kleine Maiko? Die hat ein paar Tränchen vergossen und war ganz unjapanisch wütend, weil sie dachte, dieses schöne Wunderland wäre wichtig für ihre Kreativität. Eine Zeit lang, ja. Aber dann wurde ihr klar, bis vor 2 Jahren kannte sie gar kein Wunderland und war auch kreativ. Nur eben anders. Und das kann sie ja wieder sein. Den Schlüssel zu Wunderländern allerdings wird sie irgendwo weit wegpacken und nur noch ganz selten mal auspacken. Allerdings nimmt sie ihren Prinzen ohne Socken in den Arm, rückt die Kanzashi gerade und lächelt – wie eine Maiko!

pizap.com13772976902701

Advertisements