Wir haben einen Italiener im Ort, einen ganz tollen. Nicht unbedingt so „Toni umme Ecke“, schon gehobene Gastronomie. Und Herr Z und ich hatten einen Gutschein und würden ihn benutzen. Wir also hin, feiner Tisch, schickes Ambiente, Sonntag Abend, 20.00 Uhr.

Von meinem Platz aus hatte ich ein mitteljunges Ehepaar im Blick, dem auch das einzige im Restaurant anwesende Kind zu gehören schien. Nicht, daß nun jemand denkt, ich hätte was gegen Kinder in Restaurants, ü-ber-haupt nicht! Viele haben ja eine Spielecke und Malblocks, aber seien wir ehrlich, Restaurants, die nicht mit Kids-Mc-Tüt ausgestattet sind und in denen man sich benehmen muß, sind für Kinder einfach ätzend langweilig. Der Kleine, irgendwo zwischen 5 – 7 Jahren angesiedelt, war auch recht friedlich, er marschierte halt zwischen den Tischen rum. Ich selbst habe es tunlichst vermieden, ein Kind dieses Alters in ein schickes Restaurant mitzunehmen, weil es für beide Parteien, Eltern wie Kind, nicht besonders lustig ist. Und nicht jeder hat ein SchwiMo* oder auch OMo*, dem man seine Kinder bedenkenlos anvertraut. (Anm. der Redaktion: SchwiMo = SchwiegerMonster [siehe HIER ] oder OMo = Oma-Monster) So weit, so gut.
Beide Eltern saßen beim Cappu oder Dessert am Tisch – und tippten wie die Irren auf ihren Smartphones rum. Die haben ungelogen in den etwas mehr als 30 Minuten, in denen ich sie im Blick hatte, kein Wort miteinander geredet! Geschweige denn mit dem Kind. Ich dachte, ich seh nicht richtig… Was machen die dann abends? Schicken die sich vorm schlafen gehen eine SMS „Danke für den netten Abend, Schatz“??? Ich bin ja zugegeben auch ein Multi-Social-Media-Freak, aber wenn ich mit meinem Mann schick essen gehe, nehme ich nicht mal mein Handy mit. Wozu? Dann will ich nicht gestört werden und mit meinem Mann reden. Also, so ganz altmodisch verbal halt. Und ganz ehrlich, wenn ich da mein Tablet ausgepackt hätte, so „Momentchen, ich muß mal eben gerade gaaaanz kurz…..“, wäre der Mann zu Recht sauer gewesen. Wäre ich auch. Was sagt das denn über eine Beziehung aus, bitte? Wir sitzen zwar am gleichen Tisch, haben uns aber sonst nicht mehr viel zu sagen, wenn er die Sportergebnisse checkt und sie mit ihrer besten Freundin twittert.

Wir leben in einer 24-Stunden-Informations-und-Kommunikationswelt, sind so gut wie permanent überall erreichbar, sogar auf dem Klo (jahaaa, lacht nur! Kaum war ich auf der Frankfurter Buchmesse in einer Kabine verschwunden, piepte es in meiner Tasche, haha!) und manchmal ist das toll.

smart

Aber es gibt nach wie vor Situationen und Orte, an denen der vielgerühmte AUS-Schalter nicht verkehrt ist. spätestens, wenn man seine Scheidungspapiere über einen „Freund“ via „Gesichtsbuch“ geteilt bekommt….. Schöne neue Welt ^^

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