Du versaust mir Weihnachten! Echt jetzt.
Nicht nur, daß es im Sommer schon Lebkuchen gibt. Ja, im SOMMER! Die Lebkuchensaison beginnt am 26.8.. Dieses Datum kann ich erstens deshalb nicht vergessen, weil es mein Geburtstag ist und zweitens habe ich in Nürnberg jahrelang unmittelbar neben Schöller gewohnt. Das bedeutete, daß es schon vor meinem Geburtstag wochenlang dermassen nach Zimt, Vanille und Apfel roch, daß einem übel wurde. Ich liebe Spekulatius, Marzipanbrot und Dominosteine, wirklich. Aber im Winter! Inzwischen sieht es doch so aus, daß die Geschäfte schon jetzt mit dem Zeug so geflutet sind, daß man Ende November, wenn man es dann wirklich haben möchte, nur noch rudimentäre Reste aus der Wühlkiste ziehen kann. Vor einigen Jahren habe ich mal eine Reportage zu dem Thema gesehen, in dem der Geschäftsführer einer bekannten Keksfabrik sagte, sie würden das nun eben nicht mehr speziell als Weihnachtsgebäck anbieten sondern es „Herbstgebäck“ nennen, damit die Kundschaft sich langsam daran gewöhnt. Schön. Toll, lieber Handel. Ich will mich da aber nicht dran gewöhnen (lassen), ich möchte Zimtsterne und Lebkuchen zu Weihnachten.

Gestern war ich in der Stadt, ein wenig shoppen. Muß ja auch mal sein. Ich betrat eine bekannte Ladenkette, in der es allerlei Dekokrams für die Wohnung zu kaufen gibt – und bin fast rückwärts wieder rausgefallen! Weihnachtskugeln, Lichterketten, Rehe im (Styropor-)Schnee, es blinkte und glitzerte aus fast jeder Ecke. Am 30.09.?!? Früher wurde wenigstens noch bis nach Halloween gewartet… Ich bin ja ein echter Weihnachtsjunkie, also so mit Plätzchen backen und Deko-Orgie und Kerzenschein und Weihnachtsmusik, aber ganz ehrlich: Du versaust mir die ganze Vorfreude, lieber Handel. Wenn Du nämlich jetzt schon alles auffährst, kann es im Dezember keiner mehr sehen! Schon mal daran gedacht? Und drei Wochen nach Weihnachten stehen dann die Osterhasen im Regal. Machen wir es doch gleich so: Wir stellen die Halloweenkürbisse und anderen Gruseltierchen direkt unter den Weihnachtsbaum und hängen die Ostereier in die Äste. Das Gesamtkunstwerk lassen wir dann praktischer Weise gleich das ganze Jahr stehen, oder?

Und weil ich wissen möchte, wie IHR (die Leser dieses Blogs) das seht, dazu eine kleine Umfrage:

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