(c) Gmeiner Verlag

Michelle kommt nicht über den Tod ihrer Schwester hinweg und überlässt nichts mehr dem Zufall. Sie plant ihr Leben bis hin zur Partnerwahl und der Geburt der zwei Kinder. Um sie zur Besinnung zu bringen, verzaubert sie die Freundin ihrer Mutter: Im Körper einer alten Frau wird sie zur Ruhe gezwungen. Aber der Zauber hat seine Tücken. Michelle landet in einem Pflegeheim für Demenzkranke. Dort lernt sie die 82-jährige Magdalene kennen. Die will den Mörder ihres Mannes stellen. Michelle flüchtet mit ihr …

Michelle ist durch und durch rational, so rational, daß sich jeder an ihre Terminplanungen halten muß. Selbst ihre Mutter wird nur zu genau verabredeten Zeiten telefonisch durchgestellt. Trotzdem hat sie einen liebenswerten Ehemann, der sich neben seinem Job um die beiden Kinder kümmert, die Michelle nur zu haben scheint, weil es eben so erwartet wird. Kurz gesagt, Michelle ist reichlich unsympathisch.

Michelles Mutter ist das ganze Gegenteil, eine warmherzige, lebensfrohe Frau, die seit Jahren versucht, wieder einen Zugang zu ihrer Tochter zu bekommen. Als alles nichts hilft, bittet sie ihre Freundin Lily um Hilfe und stellt damit das Leben ihrer Tochter komplett auf den Kopf. Diese findet sich von Jetzt auf Gleich im Körper einer 80jährigen wieder und da sie gleichzeitig das Bewußtsein einer Deißigjährigen hat, benimmt sie sich für ihre Umwelt so merkwürdig, daß man sie in eine Klinik zwangseinweist. Dort in der Klinik hält sich Michelle an ihre Rationalität als letzten Rettungsanker und sucht sich genau die Frau als Hilfe, die genau so wenig dement zu sein scheint, wie sie selbst: Magdalene, die behauptet, ihr Mann wurde ermordet. Und noch etwas gibt Michelle Hoffnung, ihr altes Leben wieder zu bekommen: Magdalene kennt Lily!

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, besonders die immer wieder eingestreuten Interviews verschiedenster Personen. Es regt zum Nachdenken an. Über Mutter-Tochter-Beziehungen, das Alter. Trotz des ernsten Hintergrundes (Michelle muß ein Trauma verarbeiten) ist die Geschichte durchaus auch komisch und spannend. Manchmal wünscht man sich fast, man hätte auch eine „Hexe Lily“ im Bekanntenkreis.

Ich vergebe 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 Smilys, danke an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

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