…. findet man alte Notizbücher – und darin dann das hier:

Morgennebel

Ich sitze am Fenster
ohne etwas zu sehen.
Der ICE trägt mich
durch eine Mauer aus Watte,
der Nebel drückt sich
beidseits
gegen die Scheiben.

Mit 200 Stundenkilometern
durch surrealistisches Nichts.
Kein Oben, kein Unten,
kaum Geräusch,
wo bin ich?
Kein Links und kein Rechts –
nur gleichmässiges Sausen.

Ganz plötzlich ist die Mauer weg,
blauer Himmel mit Wölkchen
und Sonne über mir.
Neben mir eine kleine Senke
mit Watte angefüllt,
voll bis zum Rand,
als wäre diese eine Wolke
genau dort
vom Himmel gefallen.

(c) Regina Neumann

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