Mit dir schweigen

Bei dir sein
und schweigen.

Wir schweigen
gemeinsam

so laut, daß
die ganze Welt

uns hören kann.

Ich will!

Bisher immer nur
Ich möchte bitte
Ich hätte gern
Ich wünsche mir.
Sehr oft
Ich will
nicht.

Auf einmal nun
Ich will!
Mit Macht.
Mit Gewalt.
mit einer Kraft
die mein Herz
in Stücke reißt!
Und dennoch heilt.

Eis

Begraben
unter Schichten
des Jura,
eingefroren, meterdick
und eingemauert
von eigener Hand –
deine Seele.

Eine zarte Pflanze
fand den Weg
in den Jura,
brach die Mauer
bis ins Eis.
Entzündete ein Flämmchen
und schmolz bis zur
Explosion
deine Seele – frei.

Ohne Titel

In meiner Seele steht ein Haus,
Schräg, verwunschen und klein.
Auf einer Lichtung, ich seh hinaus
und warte auf dich: Komm Heim.

Der Boden ist krumm, die Tür ist schief.
Trotzdem der schönste Ort.
Dort drinnen ist das Leben tief
und wir gehen niemals fort.

Du bist zu Hause in meinem Ich,
ich in Deinem daheim.
Es ist ein magisches Licht
um uns, in uns, goldener Schein.

Mein Herz, komm zu mir
in der Nacht!
Halte mich ganz fest bei dir,
daß ich deinen Schlaf bewach.

(c) Regina Neumann

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