Neben dem unendlich vielfältigen Programm und dem großen Spass, den wir alle in den letzten Tagen hatten, sind natürlich auch viele tolle Dinge nebenbei passiert – aber auch äußerst merkwürdiges und unangenehmes. Natürlich wollte ich die Veranstalter nicht während des Festivals damit belästigen, ich denke aber, vorenthalten möchte ich es dennoch keinem.

Während meiner Lyrik-Lesung im SL-Zwinger tauchte eine sehr asiatisch aussehende Frau in Köln auf und fing mit Heino Holmer, der zu der Zeit ganz allein da war, eine Diskussion an, warum in Köln keine Skripte laufen. Sie wollte während meiner Japanlesung, die später stattfinden sollte, eine Teezeremonie abhalten und das ginge ohne Skripte ja nicht.
Nun muß man wissen, ich bin sehr kurzfristig für eine ausgefallene Veranstaltung eingesprungen. So kurzfristig, daß es nicht mal überall im Programm geändert werden konnte, nicht mal Küperpunk wusste genau, was ich machen würde. Jedenfalls wußte Heino von nichts und holte Zaphod Enoch aus meiner Lesung weg. Nachdem ich meine Lesung beendet hatte, hopste ich ebenfalls nach Köln um noch einige Dinge an meiner Bühne zu richten. Inzwischen war auch Pom da, den sie wohl ebenfalls wegen der Skripte gelöchert hatte, und der fragte mich nun, ob ich die Dame kenne und ob die zu mir gehört. Nein, tut sie nicht und wie kommt die überhaupt dazu, bei MEINER Veranstaltung eine Teezeremonie abhalten zu wollen??? Erstens kenn ich die nicht, zweitens, wenn ich eine Teezeremonie machen würde, wüßtet ihr das und drittens würde ICH die dann durchführen, was soll das denn???

Auf eine Erklärung musste ich nicht lange warten, ich wurde von der betreffenden Dame direkt angeschrieben:
„Meine Herrin….. bittet mich, Sie zu fragen…..“
(Deine WAS?!?! Sowas kann ich ja gerade leiden, so ein unterwürfiges Gejaule!) Ich war ja sowieso schon angefressen, weil die sich Heino und Pom gegenüber so aufgeführt hatte, als gehörte sie zu mir, aber ich bin ja höflich, erstmal. Die Frage lautete sinngemäß, ob ich denn meine Veranstaltung wiederholen würde, da die Herrin sich außerstande sähe, an DIESER jetzt teilzunehmen, als Privatvorführung.
Ich sage, daß ich keine Privatvorstellungen gebe, die Veranstaltung aber sicher irgendwann wiederholen würde, in meinem Teehaus. Da wären sie dann herzlich willkommen.
Die Antwort lautete, wenn ich ein Teehaus bräuchte, wäre es überhaupt kein Problem, mir eins hinzustellen und selbstverständlich würde ich auch entsprechend bezahlt werden.
Mädchen, ich BRAUCHE kein Teehaus, ich BESITZE eins!
Das Ende vom Lied war, daß sie es dann nächste Woche besichtigen würden. Na bitteschön, wenn ich eine Qualitätsprüfung machen muß, kein Problem. Das Haus steht auf Ataria und ist für jeden zugänglich.

Zaphod ließ das keine Ruhe, vor allem, weil er nicht verstand, weswegen die sich so auf mich eingeschossen hatten und woher die überhaupt von meinem Auftritt wußten, denn Heino gegenüber hatte es noch geheissen, sie könnten den Zeitplan nicht lesen, der würde nicht richtig angezeigt. Also stöberten wir etwas in den Profilen rum und wurden auch fündig. Die „Herrin“ lässt sich allen ernstes so anreden: Her Imperial Highness …, Grand Princess of The Most Honourable Order of Art and Morality. Öhm…. Profilneurose? Dieser Orden der Kunst und Moral (was für eine Kombination!) scheint sowas wie eine ultra-exclusive Geheimgesellschaft zu sein. Na schön, wer´s braucht…. ABER: Im Laden der imperialen Moralwächterin fanden wir das hier:

Ich dachte, mir bleibt die Spucke weg! Es gibt ja Menschen mit merkwürdigen Hobbies, auch in SL, aber sowas geschmackloses habe ich lange nicht gesehen, das ist echt unfassbar! Kunst und Moral, ja? NEIN DANKE!

Leider war das Intermezzo damit noch nicht beendet. Am nächsten Morgen schrieb mich eine bekannte Münchnerin an, daß “ Her Imperial Highness“ gerne eine Privatvorstellung….. NEE, ODER?!?

Langsam kam ich mir echt gespammt vor. Und es wundert mich immer wieder, daß manche Menschen glauben,mit Geld alles erreichen zu können. ICH entscheide, bei wem ich auftrete. Wenn ICH eine Privatvorstellung geben möchte, dann für meine Freunde, die dafür auch nichts bezahlen müssen – aber sicher nicht für eine Person, die sich zu fein ist, eine öffentliche Veranstaltung zu besuchen, die ihre „Haustiere“ vorschickt (die dann auch noch so auftreten, als gehörten sie zu mir!) und solche Abartigkeiten verkaufen.

Falls das nicht deutlich wurde: ich bin RICHTIG sauer! Ich habe die Namen der betreffenden Personen noch aus diesem Bericht draussen gelassen, das lässt sich aber ganz schnell ändern, falls ich davon noch was höre!

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