Eine (Charakter-) Studie in Sherlock – SH

Gebt es zu, auf diesen Post wartet ihr doch alle schon 😉 Na gut, hier kommt er: Sherlock himself!


Sherlock selbst gibt ein eindeutiges Statement über seinen Charakter ab, als er Anderson anfährt: „Ich bin ein hochfunktionaler Soziopath. Machen Sie Ihre Hausaufgaben!“ Soziopath, ein Begriff, den es zu Conan-Doyles Zeiten noch gar nicht gab. Da nannte man das eben „exzentrisch“. Soziopathie gehört zu den dissozialen Persönlichkeitsstörungen und lt. Wikipedia sieht das so aus:
Die dissoziale Persönlichkeitsstörung ist durch ausgeprägte Diskrepanz zwischen Verhalten und geltenden sozialen Normen gekennzeichnet. Typische Merkmale sind
Unfähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen
Unfähigkeit zur Verantwortungsübernahme, gleichzeitig eine klare Ablehnung und Missachtung sämtlicher sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen
Unfähigkeit, längerfristige Beziehungen aufrechtzuerhalten, jedoch keine Probleme mit der Aufnahme frischer Beziehungen
Geringe Frustrationstoleranz, Neigung zu aggressivem und gewalttätigem Verhalten
Fehlendes Schuldbewusstsein
Unfähigkeit, aus Erfahrungen zu lernen.

Also, bis auf den letzten Punkt würde ich da mehr oder weniger zustimmen, oder? Aus Langeweile Löcher in die Wand ballern gehört jetzt nicht wirklich zur sozialen Norm. Sollte man aber vielleicht in den Gesellschaftskatalog aufnehmen^^ Sherlock hat die für ihn einzig logische Wahl mit seinem Beruf getroffen. Als John ihn wegen seines mangelnden Mitgefühls mit den Opfern anbrüllt, fragt Sherlock, ob denen das helfen würde. Nein, würde es nicht. Es könnte zwar nichts schaden, aber es hilft nicht. Das allerbeste Beispiel, das mangelnde Emotion ein Schutz sein kann, haben wir mit Molly. Als Moriarty mit Sherlock auf dem Dach steht, sagt er: „Drei Kugeln, drei Schützen, drei Opfer!“ und in meiner Twitter-Timeline fragten viele: „Und was ist mit Molly?!“ Ja, was ist mit Molly? Leute, „Jim aus der IT“ stand daneben, als Sherlock Molly sehr uncharmant auflaufen ließ! Moriarty wird zwar gewußt haben, daß Molly in ihn verliebt ist, allerdings ging er nach DEM Auftritt davon aus, daß sie für ihn „nicht zählt“ – also, keine Kugel für Molly.

Wir haben gesehen, wie behutsam er Mrs Hudson nach dem Überfall behandelt hat, daß er sich bei Molly entschuldigte und das er mit Tränen in den Augen auf dem Dach stand, weil er genau wußte, er würde John das Herz brechen. Also, ich finde hochfunktionale Soziopathen echt cool! 😉

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2 Antworten auf “Eine (Charakter-) Studie in Sherlock – SH”

  1. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Menschen mit hohem IQ tatsächlich eher einen niedrigen EQ haben. Selbstverständlich nicht alle. Aber das eine scheint das andere zu bedingen. An sich ist es schwierig eine fiktive Figur mit Diagnosen zu belegen, da sie Interpretationen und damit verbundenem Wandel unterliegt. Aber ich würde Sherlock vor allem als schizoid bezeichnen.
    Wer den Begriff nicht kennt – schizoid bedeutet, das Meiden von Menschen, da sie als verwirrend erachtet werden und der Umgang mit ihnen dadurch schwierig ist. Schizoide Menschen wollen von ihrer Umwelt in Ruhe gelassen werden. (das ist natürlich eine extrem knappe Definition, aber trifft die Hauptpunkte)
    Mit ein Grund warum mir Benedict Cumberbatch‘ Sherlock Holmes so gut gefällt. 😉

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