Lea Einsiedel, Ende 40, arbeitet als Notfallpsychologin für die Mordkommission. Eines Tages hört sie eine männliche Stimme. Sie gehört zu Mark, einem Toten, der ohne Körper lebt und sich in Lea verliebt hat. Anfangs glaubt sie, sie sei überarbeitet und fantasiere. Doch als sie am nächsten Tag von ihrem Kollegen zu einem Mordfall gerufen wird, den ihr Mark angekündigt hat, muss sie sich der Wahrheit stellen. Am Tatort trifft sie auf ihre ehemalige Schulkameradin Almut, deren Mann erschossen wurde. Mit Marks Hilfe kommt sie einem grausigen Geheimnis auf die Spur…

Nicht nur, daß plötzlich ein Geist in ihrem Leben auftaucht, nein, auch Leas Vater steht unerwartet vor ihrer Tür und macht sich in ihrem Leben breit, weil seine Lebensgefährtin ihn rausgeworfen hat. Verständlicher Weise, wie man sehr schnell merkt. Lea ist überfordert, zumal sie ihrem Chef auch verschweigt, daß sie Almut, das Opfer ihres jüngsten Falles, von früher kennt. Daher redet sie sich ein, sich Marks Stimme nur einzubilden. Trotzdem beginnt sie bald damit, Zwiesprache mit ihm zu halten und erfährt dabei Dinge, die ihre Meinung über das Leben im Allgemeinen gehörig durcheinander bringen.

Dieses Buch lässt mich äußerst zwiespältig zurück, es ist nicht gut – aber auch nicht grundsätzlich schlecht. Ich will mich jetzt gar nicht am Thema „Geist“ festbeissen, an ein Leben nach dem Tod glaubt man oder eben nicht. Und wie das aussehen mag, bleibt jeder Phantasie überlassen. Die Story um den Mord an Almuts Ehemann ist gut und sehr spannend, man möchte schon unbedingt wissen, wie es weitergeht. Was mich dabei gestört hat, ist Leas permanenter Positivismus. Es dauert bis zum Dreiviertel des Buches, bis sie endlich mal zugibt: „Mein Vater ist ein Arschloch!“ Stimmt. Trotzdem duldet sie ihn in der Wohnung und versucht es mit „Good-Will“, anstatt sich endlich abzunabeln. Und Mark haut zuckersüß in die gleiche Kerbe, in dem er dauernd von einer „allumfassenden Liebe“ schwafelt, die darin gipfelt, daß er mal eben seinen abgelegten, weil toten, Körper wieder „anzieht“, um mit seiner Angebeteten Sex zu haben. Und er zahlt das schnucklige Hotel mit Kreditkarte!!! Wie bitte? Selbst wenn man der philosophischen Betrachtung des Panta rhei (Alles fliesst, Heraklit) anhängt, ist DAS wohl nicht damit gemeint. Und zum guten Schluß befindet sich in diesem Buch einer der widerlichsten Sätze, die ich jemals im Zusammenhang mit einer erotischen Szene gelesen habe! Und nein, ich werde ihn NICHT zitieren… So sitze ich nun da und weiß nicht genau, wie ich das nun bewerten soll… Wäre ich in der Schule, gäbe es eine 3- bis 4+. Für eine gute 3 reicht es nicht aber so schlecht wie eine 5 ist es wirklich auch nicht, seufz….

Herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag für dieses Rezensionsexemplar 🙂

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