Am Samstag habe ich mal wieder eine Lesung in meinem Teehaus veranstaltet, diesmal etwas aufwändiger, nämlich mit musikalischer und tänzerischer Einlage meinerseits. Also, meines Geisha-Alter-Egos. Ich stelle immer öfter fest, es ist fast so, wie ein Auftritt im realen Leben: man muß einen Ablaufplan erstellen und proben, proben, proben, bis alles richtig sitzt. Zwar sitzt man „nur“ am PC und drückt ein paar Knöpfe, aber soooo einfach ist es denn doch nicht 😉
Ich las ein Märchen vor, dann führte ich einen Tanz auf mit dem schönen Titel „Geschichte einer Liebenden“ und danach erzählte ich dann die Fabel vom „Hasen auf dem Mond“ Tsuki no Usagi. Auf dem Paravant hinter mir seht ihr das Motiv dazu.
Wenn man während einer Vorstellung Musik laufen lässt, sollte man sein Micro abschalten, da es sonst zu Rückkopplungen kommen kann. Das habe ich gemacht. Und dann erklärte ich, was es mit dem Paravant auf sich hat und begann, die Fabel zu erzählen. Ratet, was ich vergessen hatte! Genau, ich vergaß, daß Micro wieder ANzuschalten!!! Mein Publikum saß ca. 10 Minuten in absoluter Stille da, meditativ umrahmt vom Plätschern des Brunnens und dem leisen Klingeln meines Windspiels vor der Tür! NEIIIIIIIN!!!!

Sie waren aber zum Glück geduldig und warteten, bis ich wieder „da“ war 🙂 Später erfuhr ich dann, das war DER Klassiker in SL. Vermutlich blieben sie deshalb alle so brav sitzen ^^, sie nahmen es mit Humor. Ich fing also nochmal mit Tsuki no Usagi an und alles war wunderbar!

Ich liebe asiatische Märchen und eines fällt mir immer wieder auf, wenn ich sie lese: so fremdartig die japanische, oder überhaupt die asiatische, Kultur auch sein mag im Gegensatz zu unserer europäischen, die Grundmotive ähneln sich sehr. Es gibt böse Stiefmütter oder Schwiegerväter, die „drei Töchter/Söhne“, von denen die jüngsten Exemplare immer die Schönsten und Edelsten sind, unlösbare Aufgaben, um die Liebe zu erlangen…. Und es gibt einen unerschöpflichen Fundus für noch sehr viele weitere Märchenabende im Teehaus! 🙂

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