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Seit gestern rattert in meiner Twitter-Timeline ja die #Wulff-Kolumne an der Seite. Ich gebe es zu, ich habe mich über die Kino-Plakate und sonstigen bösen Witzchen köstlich amüsiert und bin auch der Meinung, jemand, der sich so dermassen zielsicher dreimal ins Knie schiesst, verdient es nicht anders. Aber… langsam wird es lächerlich. Ehrlich.

Jetzt kommen solche Dinger wie „Wulff-Affäre: Wulffs Ehefrau soll kostenlos Luxusmode getragen haben. Da hat sich ja jeder bereichert!“ Na und?! Es ist absolut gängige Praxis, das zu tun. Und warum? Weil es für die Luxusmode-Firma eine prima Werbung ist, wenn die First-Lady eines Landes ihre Fähnchen trägt, so einfach ist das! Wenn eine Schauspielerin mit einer Kollektion Louis-Vuitton-Taschen verreist, glaubt ihr, die wurden offiziell bezahlt? Die Firma stellt die Taschen damit eine Prominente damit gesehen wird, Ende der Geschichte. Sich daran jetzt aufzuhängen ist absolut lachhaft. Genau so wie mit ihrer Vergangenheit. Es ist mir ehrlich gesagt schnurzpiepegal, was die Frau vorher gemacht hat – und wenn sie die Toiletten bei MacD geputzt hätte. Hat das irgendetwas damit zu tun, wie Christian Wulff sein Amt wahrnimmt? Oder das er sich jetzt gerade zu einer unglaubwürdigen Lachnummer stempelt? Nöööööö……!

Ach ja, Lachnummer! Die vielbeschrieene „Häme“ des Pöbels und so. Es dürfte ja wohl inzwischen jedem klar sein, uneleganter, also trampeliger und unfähiger, hätte „man“ die ganze Sache wirklich nicht angehen können. Natürlich reizt das zu Unmengen von Spott, vollkommen klar. Aber ich denke, diese Reaktionen sind auch ein Symptom. Nämlich dafür, wie unglaublich voll die Leute (die Bürger!) die Nase von unseren Politikern im Allgemeinen haben. So sehr nämlich, daß aus einer „Mailboxaffaire“ ein Affentanz wird. Was würden wir uns freuen, wenn Merkel sowas passierte?! (Sagt jetzt ja nicht „Nein!“ Es würden Freudentänze aufgeführt, da bin ich sicher.)

Versteht mich recht, ich bin immer noch der Meinung, Wulff sollte zurücktreten und er tut mir kein bisschen leid – aber lasst die Kirche im Dorf 🙂

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