„Bakun!“ schrien die Menschen im Rhythmus der Trommel, „Bakun!“ schrie auch Thoralf, der inmitten des leuchtenden Dampfes stand und mit dem Zeremonienmesser die Luft zerteilte. Er glaubte eine Bewegung jenseits der Schwaden zu erkennen, eine große Gestalt, ganz in Silber. Schwankend stolperte das Wesen aus dem Dampf direkt auf ihn zu. Bakun, der Feuergott, war in die Welt zurückgekehrt.

In seinen Kurzgeschichten erzählt der Autor von seltsamen Menschen wie dem Jungen, der keine Angst mehr hatte, Lotte und dem Mirabellenbaum, dem Mann, der im Spiegel verschwand oder dem Maler Gotthard Nerius, dessen Bilder an Realismus nicht zu überbieten waren. Von Vergnüglich bis Nachdenklich: Unterhaltung auf höchstem Niveau!

Ich bin selten enthusiastisch was Kurzgeschichten betrifft. Denn wieviel kann man auf 2 bis 3 Seiten schon erzählen? Nun, mit „Feuergott“ wurde ich eines besseren belehrt! Peter Hellinger schafft es, ganze Welten, den gesamten Fächer an Emotionen auf manchmal nur 1,5 Seiten vor einem auszubreiten. Man ist betroffen, traurig, erleichtert und amüsiert, es gibt spannende, gruselige, traurige und lustige Geschichten. Und es war nicht eine einzige dabei, die mir nicht gefallen hätte! Ein Buch zum Wiederlesen, vorlesen und zum geniessen.

Nur ein winzigkleiner Wermutstropfen: den Setzer würde ich für manche Stellen verhauen!
Inhaltlich 5 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 Sterne, sehr empfehlenswert.

P.S: Habe erfahren, die Setzungsfehler wurden in der 2. Auflage entfernt 🙂

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