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Superintendent Richard Jury von der Londoner Metropolitan Police ist wenig erbaut, als er zu einem Tatort gerufen wird, der eigentlich gar nicht in seinem Zuständigkeitsbereich liegt: In dem kleinen Städtchen Chesham wurde eine junge Frau in einem Designerkleid und mit erlesenen Jimmy-Choo-Sandalen an den Füßen ermordet aufgefunden. Erschossen. Auf der Terrasse des Dorfpubs. Und es gibt keine Zeugen. Außer vielleicht der schwarzen Katze des gleichnamigen Pubs. Aber diese schweigt sich aus und verschwindet schließlich ganz. Ohne Zeugen, ohne konkrete Hinweise und ohne die Identität der Toten zu kennen, muss Jury sich allein auf sein feines Gespür verlassen. Vor allem als eine zweite junge Frau tot aufgefunden wird, auch sie exquisit gekleidet und beschuht, und es scheinbar keine Verbindung zum ersten Opfer gibt …

Beide Frauen führten ein Doppelleben, ein brav-bürgerliches als Bibliothekarin und Sekretärin und parallel dazu als Escort-Service-Girl. Für Jury stellt sich nun zuerst die Frage, in welchem der beiden Leben sich die Frauen einen Todfeind gemacht haben. Und welche Bedeutung haben diese sündhaft teuren Nobel-High-Heels? Zum Glück hat Jury fachkundige Beratung in Person von Carol-Anne, die ihm erklärt, für ein Paar „Manolos“ glatt einen Mord begehen zu können.

Die Jury-Reihe gehört für mich eindeutig in die Kategorie Wohlfühlkrimi: Bei schlechtem Wetter mit Tee auf´s Sofa kuscheln und nach England abtauchen. Allerdings muß man es mögen, daß sich niemals etwas ändert. Alle Personen stagnieren auf sehr elegante Art und Weise: Jury wird immer der Melancholiker mit Pech bei den Frauen bleiben, Wiggins der ewige Hypochonder mit Schlag beim Personal, seine Lordschaft Melrose Plant der reiche Müßiggänger, Carol-Anne die hübsche aber strohdoofe Nachbarin usw. und so fort. Sie werden nicht mal älter und sollten sie es doch noch werden, sind sie auch noch in 40 Jahren genau so, wie sie es heute sind und Butler Ruthven wird noch im Alter von 200 Jahren den Tea servieren. Man kennt sie alle und darum ist es, als würde man zu ihnen nach Hause kommen 🙂 Ein Buch zum geniessen und entspannen, perfekt für verregnete Wochenenden.

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