Dr. Suker ist einer der besten Augenchirurgen der Welt. Und Psychopath. Tagsüber führt er die kompliziertesten Operationen am menschlichen Auge durch. Nachts widmet er sich besonderen Patientinnen: Frauen, denen er im wahrsten Sinne des Wortes die Augen öffnet. Denn bevor er sie vergewaltigt, entfernt er ihnen sorgfältig die Augenlider. Bisher haben alle Opfer kurz danach Selbstmord begangen.
Aus Mangel an Zeugen und Beweisen bittet die Polizei Alina Gregoriev um Mithilfe. Die blinde Physiotherapeutin, die seit dem Fall des Augensammlers als Medium gilt, soll Hinweise auf Sukers nächste „Patientin“ geben. Zögernd lässt sich Alina darauf ein – und wird von dieser Sekunde an in einen Strudel aus Wahn und Gewalt gerissen …

Der Augensammler hat am Ende des ersten Teils Alexander Zorbachs Frau getötet und seinen Sohn entführt. Mit dem allseits bekannten Ultimatum. Zorbach wird von nun an von Hass und Rache getrieben, den Mann zu fassen, der seine Familie zerstört hat, denn der Augensammler wurde bisher nicht gefasst und ist auf der Flucht.
Parallel dazu sitzt Dr. Zarin Suker, ein Mann mit einem Namen wie eine Süßstoff-Tablette und einer untadeligen Reputation als genialer Augenchirurg, in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet auf Verstümmelung und Vergewaltigung. Allerdings ist die Beweislage dünn, alle bisherigen Opfer sind tot, und so muß der Mann wieder entlassen werden. Da die Polizei davon ausgeht, daß Dr. Suker mit dem, was er tut, weitermachen wird, erhoffen sie sich von Alina einen Hinweis, um ihn dieses Mal auf frischer Tat stellen zu können. Tatsächlich „sieht“ Alina etwas, unter anderem eine Verbindung zum Augensammler – UND zu Julian, Zorbachs Sohn!

Ich habe mich bemüht, sämtlichen Rezensionen, Diskussionen, dem kleinsten Fitzelchen an Information über dieses Buch aus dem Weg zu gehen um es unvoreingenommen lesen zu können. Und das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört 🙂 Aber es hat sich gelohnt! Sebastian Fitzek hat immer betont, „Der Augenjäger“ sei keine direkte Fortsetzung des „Augensammlers“ sondern eine eigenständige Geschichte. Trotzdem würde ich empfehlen, beide Bücher zu lesen und zwar in der richtigen Reihenfolge. Das ist keine Frage des logischen Verstehens, aber des emotionalen Begreifens.
Fitzek entpuppt sich einmal mehr als Meister des emotionalen Mimikry. Wer ist gut, wer ist böse? Er schickt den Leser auf eine Achterbahn der Gefühle und lässt ihn einmal mehr verstört zurück, es gibt keine „Erlösung“. Und natürlich endet auch dieses Buch mit einer radikal unerwarteten Wendung und einem ungeheuerlichen Knalleffekt! Absolut empfehlenswert aus meiner Sicht.

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