Am Freitag machte ich mich auf Richtung Braunschweig zu einem Theaterbesuch, auf den ich mich schon lange gefreut habe. Ich wollte zur Kömödie am Altstadtmarkt und mir Sebastian Fitzeks „Seelenbrecher“ angucken! Ich muß gestehen, ich bin keine große Theatergängerin, aber auf diese Umsetzung war ich sehr gespannt!

Eigentlich sollte auch das Häkelschwein wieder mit, aber es versteckte sich so gründlich, daß ich es nicht fand und es zu Hause bleiben musste. Vermutlich hatte es nur Angst vor einem psychopathischen Serienkiller 🙂 Dieses Foto schoß meine Wohnungs-Überwachungskamera:

Was Dein Häkelschwein tut, wenn Du nicht zu Hause bist!

In Braunschweig angekommen erstmal ins Hotel. Kleiner Spaziergang, leicht zu finden und recht hübsch am Bürgerpark gelegen.

Zimmer mit Aussicht

Allerdings war das Zimmer schon „bewohnt“, in Braunschweig fand gerade die Invasion der Marienkäfer statt. So viele habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen!

Das waren noch längst nicht alle! 🙂

Und zum Abschluß das totale Grauen – die Toilette! Keine Angst, sie war kein spinnenverseuchtes Dreckloch, sie war blitzsauber, aaaber… in jeder Telefonzelle oder Zugtoilette ist mehr Platz! Umdrehen unmöglich, bücken nur unter akuter Gefahr einer Gehirnerschütterung, weil man dabei mit dem Kopf gegen die Tür knallte, Ellenbogen bitte angewinkelt lassen. Ehrlich, ich kenne wenigstens drei Leute, die da nicht reingekommen wären! Was macht man da? Wieder auschecken mit der Begründung „Tut mir leid, Ihr WC passt mir nicht.“?

Nur seitlich reinquetschen, bitte nicht umdrehen oder bücken und lassen Sie die Arme eng am Körper. EINKLEMMGEFAHR!

Bei strahlendem, milden Wetter machte ich mich dann auf in die Altstadt, die wirklich schön ist. Ohne Stadtplan allerdings nicht ganz einfach, sich in den vielen Gassen und Plätzen nicht zu verlaufen. Ich dachte, da Braunschweig ja „Eulenspiegel-Stadt“ ist, würde ich etwas mehr von ihm finden. Das war leider nicht der Fall, vielleicht habe ich aber nur an den falschen Stellen gesucht. Als Kind hatte ich ein Buch mit Eulenspiegelgeschichten, das ich überhaupt nicht mochte. Wahrscheinlich, weil die Geschichten ja eigentlich nicht für Kinder gedacht sind.

Ein Eulenspiegel-Zeichen! Diese Fliesen sind überall um den Dom im Pflaster eingelassen

Ein wirklich großer, klassizistischer Bau, heute zum Glück ein Hotel (mit vermutlich größeren Toiletten*g*)

Burg Dankwarderode

Der Braunschweiger Löwe

Bronzerelief des Rathausplatzes. Sehr schön: die Bezeichnungen der Häuser in Braille auf den Dächern und...

...ebenso die Erklärungstafel (daneben noch eine für Sehende)

Die Krönung des Abends! 🙂

Was ich mir alles so angeguckt habe, könnt ihr nebenstehend sehen (in das Bronzerelief hätte ich ja zuuu gerne das Häkelschwein gesetzt!). Gegessen habe ich sehr gut asiatisch HIER im „coa“ und dann ging es Richtung Theater. Wirklich SEHR gespannt! Von aussen wirkt es gar nicht so, als wäre da Platz für ein Theater, aber: zweistöckiger Zuschauerraum (Parkett und Rang), gut einsehbare Bühne, bequeme Sitze – einfach schön 🙂 Es war die vorletzte Vorstellung und sie war voll! Nach dem Einlass machten alle erstmal die Handys aus, klar – und dann, gespannte Erwartung. Dramatisch untermalt mit dezenten Schneesturmgeräuschen und den erbärmlichen Schreien der Opfer ;)!
Die Handlung erzähle ich jetzt nicht, ich gehe davon aus, die meisten kennen das Buch – und wer nicht, dem will ich hier nichts verraten und sage nur: unbedingt lesen! Sehr gelungen fand ich allerdings die Lösung, die Gedanken von „Caspar“, der Hauptperson mit Amnesie, als Backround laufen zu lassen, wenn er sich an Bruchstücke seines Lebens erinnert. Und, natürlich, diese Szene, in der das gebannte Publikum vor Schreck laut aufschrie! Schliesslich sah man sich einen Thriller an :)! Es war wirklich gelungen und ein wunderbarer Abend.
Nach der Vorstellung dann per Taxi ins Hotel (Ja, ich schwelgte im Luxus, grinz!), aber durch dieses Gassengewirr im Dunkeln hätte ich den Weg vermutlich nie gefunden. Am Samstag dann nach einem opulenten Frühstück noch ein wenig Stadtbesichtigung und am Nachmittag dann zurück nach Hause.

Schön war´s in Braunschweig!

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