(c) KiWi Verlag

»Ohne Spiel ist mir das Leben einfach zu ernst.«

Mit viel Wärme, Poesie und zartem Humor erzählt Hannelore Elsner aus ihrem Leben – von den Schätzen einer bayerischen Kindheit, dem Schmerz über den frühen Verlust ihres Bruders und Vaters, dem Glück der ersten Liebe, von ihren Lehrjahren als Schauspielerin und der Freude an einem Beruf, der Achtsamkeit gegenüber dem Leben lehrt.

Zuerst einmal, Hannelore Elsner ist keine „Schriftstellerin“. Das Buch erzählt keine chronologische, zusammenhängende (Lebens-) Geschichte nach dem Motto : Ich wurde geboren, ging zur Schule, drehte den Film und den und den und dann den, bekam ein Kind usw.
Das sie eine Schriftstellerin wäre, wird auch nicht behauptet, aber sie ist eine wunderbare Erzählerin! Sehr oft hatte ich beim Lesen folgende Vision: Wir sitzen irgendwo zusammen, beim Kaffeetrinken, und Hannelore Elsner kommt rein, setzt sich dazu und plaudert völlig frei und ungezwungen über Episoden ihres Lebens. Genau so liest sich das Buch. Und da ich ebenso oft ihre Stimme im Kopf hatte, dieses melodiöse Timbre, konnte ich hören, wie sie sagt, was sie schreibt.
Die Sprache ist sehr wichtig in diesem Buch. Oft poetisch aber auch bisweilen äußerst nüchtern. Poetisch ist sie dann, wenn sie über ihre Kindheit spricht, die Sommer bei der Oma z. B. Nüchtern wird sie oft, wenn es um Liebesbeziehungen geht, das hat fast einen „Aufzählungscharakter“: „Wir kamen zusammen und trennten uns nach 3, 5, 8 Jahren.“ Punkt. Hannelore Elsner ist keine „Drama Queen“, sie differenziert sehr genau, welche Emotionen für die Öffentlichkeit sind und welche bei ihr bleiben. Was nicht gesagt wird, was zwischen den Zeilen steht, sagt wenigstens genau so viel aus, wie das, was gesagt wird.

Herzhaft gelacht habe ich bei der Beschreibung, was für Verrenkungen es erfordert, sich UNTER dem Nachthemd zu waschen (im Internat der „Englischen Fräulein“), weil mir exakt dasselbe passiert ist: auch ich stand, natürlich unbekleidet, vor einer langen Reihe Waschbecken und eine Ordensschwester schoß auf mich zu, wickelte mich in meinen Bademantel und hielt mir einen Vortrag über „Unkeuschheit“! 🙂 Ich war vollkommen Baff, dies Anfang der 80iger Jahre! Manche Dinge ändern sich wohl nie…

Ein interessantes und wunderbares Buch! 🙂 🙂 🙂

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