(c) Gmeiner Verlag

Zusammen mit ihrer Tochter Susanne lebt Helene in einer Kleinstadt am Rand des Schwarzwalds. Die Wochenenden verbringt sie mit Marius, der am anderen Ende wohnt. Alles scheint geregelt und eingespielt. Bis bei ihr eingebrochen wird. Der Dieb stiehlt nur ein Parfüm. Aber auch Jakob Silberzahn, der jüdische Psychoanalytiker, der deportiert wurde und als Geist im Arbeitszimmer haust, ist verschwunden. Dafür taucht wenig später eine dubiose Putzfrau auf, Marius entzieht sich und Susanne führt ein Doppelleben. Unaufhaltsam schlittert Helene in eine Lebenskrise. Sie beginnt sich mit der verdrängten Vergangenheit zu beschäftigen. Zu der auch Brunhilde gehört – die behinderte Zwillingsschwester ihrer Mutter, die vor 70 Jahren in der NS-Tötungsanstalt Grafeneck umgekommen sein soll.

Zu diesem Buch habe ich leider von Anfang an keinen Zugang bekommen, was schade ist, denn das Thema klingt zumindest interessant. Schwierig, ja, aber interessant. Leider ist es geradezu uferlos langweilig und langatmig. Mehrere Personen erzählen aus der Ich-Perspektive, aber sie werden weder optisch noch stilistisch getrennt, so daß man erst nach einiger Zeit überhaupt merkt, daß jetzt jemand anderes erzählt. Unterbrochen wird das Ganze mit Rückblenden in die Zeit des 2. Weltkriegs, die mit dem, was die Ich-Erzähler von sich geben, nicht das geringste zu tun zu haben scheinen.

Bis zur Mitte des Buches passiert absolut gar nichts, ausser dieser endlos langatmigen Schwadronierei, bei der kaum ein Unterschied zu erkennen ist, ob die Mutter (Helene) oder die Tochter (Susanne) oder eine Obdachlose erzählt – und bis zum Schluß (ich habe zumindest noch quergeblättert) ändert sich das auch nicht. 😦 😦 😦
Warum dieses Buch als „Kriminalroman“ deklariert wird, ist mir ein absolutes Rätsel.

Herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag für dieses Rezensionsexemplar 🙂

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