(c) Gmeiner Verlag

Panik im alten Kieler Wasserturm. Während einer Theateraufführung wird eine junge Frau brutal angegriffen. Der mutmaßliche Täter, ein Schauspieler des Hamburger Ensembles, flüchtet sich auf das Dach des Gebäudes. Im Scheinwerferlicht der angerückten Spezialeinheit gibt er eine letzte Probe seines Könnens, um kurz darauf in den Tod zu stürzen. Kommissar Hansen von der Kripo Kiel nimmt die Ermittlungen auf, doch in Hamburg sind ihm die Hände gebunden und so bittet er einmal mehr seinen alten Freund Stuhr um Hilfe. Dem agilen Frühpensionär ist bald klar, dass die Lösung des Falls mitten im nordfriesischen Wattenmeer liegt.

Helge Stuhr freut sich nicht wirklich auf diesen Theaterabend, viel lieber würde er im Sportler-Vereinsheim ein Bierchen trinken. Aber weil Jenny, seine neue Liebe, einmal bei dieser Theatertruppe mitgespielt hat und ohnehin sehr kulturinteressiert ist, spielt Stuhr eben auch mit und besucht mit ihr die Aufführung. Mittendrin bricht dann das Chaos aus. Die Polizei umstellt den Turm, schliesst alle Anwesenden ein und nur Stuhr erkennt, daß da ein echter Kommissar auf der Bühne steht und um Ruhe bittet, sein Freund Hansen nämlich. Plötzlich dreht einer der Schauspieler durch! Er bedroht das Publikum, insbesondere Jenny, mit einer Waffe, zwingt sie, die Polizei zu entwaffnen und flüchtet auf´s Dach! Stuhr verfolgt ihn nach oben, nur um dort Zeuge eines wirren Monologs zu werden, bevor der Akteur, nach einem unauthorisierten Schuß der Polizei, vom Dach stürzt. Allerdings kommt bei der Autopsie heraus, der einzelne Schuß ging fehl und war somit nicht der Grund für den Todessturz…
Da die Schauspieltruppe zurück nach Hamburg muß, schleust Stuhr seinen Kumpel Olli bei ihnen ein. Warum hat der Schauspieler vor der Vorstellung die junge Frau überfallen? Warum drehte er durch und was hat Jenny mit all dem zu tun?

Dieser Krimi lebt eindeutig von seinen illustren Charakteren und zum großen Teil von ihren Namen. Die Geschichte ist leider nur mäßig spannend und die „Zufälle“ wirken oft sehr konstruiert. Zum Beispiel die „alte Flamme“ von Stuhr, die unter einem fadenscheinigen Vorwand wieder auftaucht und ganz zufällig genau auf DER Insel wohnt…. usw.
Olli scheint ein netter Kerl zu sein, leider erschliesst sich dem Leser überhaupt nicht, WER er ist. Er hat sofort Zeit, sich in eine Ermittlung zu hängen, also hat er keinen regulären Job. Ist er ein reicher Hobbydetektiv? Ein Privatdetektiv, Journalist? Keine Ahnung…
Helge Stuhr ist der „Womanizer“, hat aber leider so gar kein Händchen für die Damen. Jenny, seine derzeitige Freundin, ist eine egoistische, von sich eingenommene Blondine, Typ „Ich-bin-ein-Star-küß-den-Boden-auf-dem-ich-wandle“. Und die unverhofft wieder aufgetauchte Verflossene ist ein derartig berechnendes Biest, daß Alexis aus dem „Denver-Clan“ ein sanftes Lämmchen dagegen war und man sich fragen muß, wie jemand gleich zweimal auf sie reinfallen kann. Zumal Stuhr nicht so dämlich ist, nicht genau zu wissen, worauf er sich da einlässt…

Leider hat mich dieses Buch nicht wirklich überzeugt.

Meinen herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag für dieses Rezensionsexemplar 🙂

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