Seit einigen Wochen (oder doch schon Monaten?) verfolge ich einen interessanten Autoren auf: Ron Hard (http://twitter.com/#!/Ron_Hard). Das ist ja nun nichts besonderes, es gibt viele Autoren auf Twitter, meine Person eingeschlossen, denen ich folge, und doch ist er aussergewöhnlich. Der Mann ist produktiv, Hartz-IV-Empfänger und streitbar. Warum ich den Hartzler extra betone? Weil er das selbst tut. Er schreibt über das tägliche Leben mit Hartz-IV oder besser, das tägliche ÜBER-Leben damit und den Kampf mit dem täglichen Wahnsinn. Unter anderem. Ich will hier keine Literaturkritik schreiben, eine Meinung könnt ihr euch hier (http://greyhound67.wordpress.com) selbst bilden und hier (http://kwalae.de) auch!
Ich will hier bloß mal über meine persönliche Meinung schwadronieren. Seine „Schreibe“ gefällt mir ganz einfach. Sie reicht von poetisch bis derb und sie polarisiert bisweilen kräftig. Bestes Beispiel dafür ist
Der Versöhnungsfick

Sie streiten wieder
heftig
Drecksnutte
schreit er und wirft eine Tasse nach ihr
Sie streiten oft

Und es läuft wie immer

Zum Schluss macht sie die Beine breit
und er stöhnt sich auf ihr ab
rammelt auf sie ein
entlädt sich wieder zu schnell

Sie stöhnt heftig unter seinen Stößen
wirft ihren Kopf hin und her
quiekt wie am Spieß

Er ist sich nicht sicher
ob sie es hatte

Er ist sich nie sicher

Am Morgen Frühstück in gewohnter Tristesse
Kaffee, Toast, Zeitung
Die erste Zigarette
Dann nimmt er seine Tasche
schlurft zur Arbeit
sie ins Bad

Kurze SMS
dann klingelt er an der Tür
Thomas
der arbeitslose Sohn der Mieter im Stock über ihr
jung, gerade neunzehn
mit strammem Prügel

Er besorgt es ihr jetzt richtig (by Ron Hard)

Der polarisiert nicht nur die Kommentar-Schreiber sondern auch in mir. Die Sprache gefällt mir nicht wirklich, ich bin eine Frau und trotz meines Alters immer noch bekennende Romantikerin, aber der Inhalt passt. Man kann eine so deprimierende Wahrheit nicht in schöne Worte packen, das wäre ganz einfach unglaubwürdig. Ich glaube, das ist einer der Gründe, warum ich die Poeme von Ron so mag: sie sind wahrhaftig.

Darum macht euch die Mühe: lest seine Texte, die unbequemen und die wahren – es lohnt sich! 🙂

P.S. Warum schreibt mir denn keiner von den vielen Lesern, daß die gestzten Links nicht funktioniert haben?! 🙂 Sie funktionieren leider gar nicht, irgendwas mach ich falsch, also müßt ihr es „guttenplaquen: copy & paste! *g*)

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