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Der große Bestseller aus Frankreich: Muriel Barberys Roman über eine kleine, hässliche, aber ungemein gebildete Concierge in Paris und eine altkluge Tochter reicher Eltern. Hinreißend komisch und zuweilen bitterböse erzählen die beiden sehr sympathischen Figuren von ihrem Leben, ihren Nachbarn im Stadtpalais, von Musik und Mangas, von Gott und der Welt. Eine großartige Gesellschaftssatire, ein sehr intelligenter Führer durch Kunst und Philosophie, die höchst unterhaltsame und anrührende Geschichte zweier Außenseiter.

Beim Lesen war ich öfter vesrucht, den Titel in „Die Arroganz des Igels“ zu ändern, womit ich nicht unbedingt die Protagonisten des Romans meine sondern schon eher die Autorin: Seht her, ich habe Philosophie studiert und kann endlos langweilige Monologe über die Betrachtung niederländischer Stilleben verfassen oder mich darüber auslassen, ob eine Katze wirklich eine Katze ist oder nur die Idee, die wir von einer Katze haben. Ganz toll!

Die Figuren bleiben (leider!) völlig farblos, vor meinem geistigen Auge passierte rein gar nichts, ausser, daß sie mir alle nicht gerade sympathisch waren.Bis auf Monsieur Ozu, der quasi als Bindeglied zwischen Renée (der Concièrge) und Paloma (dem Mädchen) dient und sich sehr elegant und menschlich über jeden Standesunterschied hinwegsetzt. Und das ohne die Arroganz, die sowohl Renée als auch Paloma zur Schau tragen. Wobei ich Paloma das verzeihen kann. Sie ist zwölf Jahre alt und hadert mit allem, dem bourgoisen Stand ihrer Familie, den Familienmitgliedern selbst, dem Sinn des Lebens. Jede halbwegs intelligente Zwölfjährige hält sich für klüger, besser und intelektuell weiter entwickelt als ihre „dämliche große Schwester“, das ist normal.
Erst ganz am Ende bekommt das Buch so etwas wie „Wärme“, werden die Figuren etwas fühlbarer. Der Charme und die Melancholie des Films (Die Eleganz der Madame Michel) geht dem Buch leider völlig ab. Schade!

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