(c) Amazon

Adam Cohen ist 1938 achtzehn Jahre alt. Edward Cohen wird um das Jahr 2000 erwachsen. Zwei Generationen trennen sie aber eine Geschichte vereint sie. Von der Macht der Familienbande und der Kraft von Wahlverwandtschaften erzählt dieses Debüt, und davon, dass es nur einer Begegnung bedarf, um unser Leben für immer zu verändern.

Edward Cohen wächst in einer merkwürdigen Familie auf. Sein Großvater verlässt niemals den Dachboden, seine Großmutter ist eine recht herrische Frau und seine Mutter ist eine unverheiratete Träumerin. Obwohl sein leiblicher Vater Skandinavier war, Däne, Norweger oder auch Schwede, so genau weiß das niemand, schlägt er seinem Großonkel nach, Adam. Adams Augen, Adams Nase, Adams Mund, sogar Adams Sprache, was seine Großmutter, Lara Cohen, rasend macht. Adam ist das große Familiengeheimnis und obwohl es verboten ist, steigt Edward auf den Dachboden um seinen Opa Moses zu fragen: „Wer ist Adam?“
Eine Antwort auf diese Frage erhält er indes erst Jahre später. Jahre, in denen er mit seiner Mutter, die einen kleinen Ganoven geheiratet hat der aussieht wie ein Zweit-Elvis, ein mehr oder weniger unstetes Leben geführt hat. Jahre, in denen er mal zur Schule ging und mal nicht, trotzdem ein Abitur hinlegte und, mehr durch Zufall denn durch Können, ein erfolgreiches Label auf die Beine stellte. Nach dem Tod der Großmutter Lara entdeckt er auf dem verbotenen Dachboden ein Buch. „Adams Erbe“ steht darauf. Edward beginnt zu lesen und zu begreifen…

Es ist mir bisher immer sehr schwer gefallen, schlechte Bücher zu rezensieren. Es ist eine neue Erfahrung, daß das auch für wunderbare Bücher gelten kann. „Adams Erbe“ IST ein wundervolles Buch, aber das reicht einfach nicht, es zu beschreiben. Ich hatte das Glück, die lovelybooks-livestreamlesung zu erleben. Die Autorin fesselte sofort mit Stimme und Betonung, ich hatte sie ständig beim Lesen im Kopf. Obwohl das Thema sehr tragisch ist (es endet im Warschauer Ghetto) und die Geschichte einer nie gelebten Liebe wirklich sehr, sehr berührend und traurig, ist die Sprache des Buches poetisch, leise und schön, sie rührt stellenweise zu Tränen, ohne im geringsten rührselig zu sein. Es ist ein Buch über Menschlichkeit in einer unmenschlichen Zeit, über die kleinen Dinge im Leben, eine Flasche Asbach auf einem Dachboden zum Beispiel, die so unendlich groß und wichtig sein können. Ich kann es nur nochmal wiederholen: Ein wundervolles Buch! 🙂 🙂 🙂

Advertisements