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Im beschaulichen Geislingen am Rande der Schwäbischen Alb wird ein Mann nach einem Autounfall schwer verletzt in die Klinik eingeliefert. Kurz darauf stirbt er. Als es in derselben Nacht zu einem weiteren Todesfall kommt – eine Röntgen-Assistentin wird leblos zwischen ihren Apparaten entdeckt -, wird die Polizei verständigt.
Kommissar Häberle, der die Ermittlungen leitet, findet heraus, dass das Unfallopfer ein Arzt war, der an einer dubiosen Forschungsgesellschaft für Stammzellen beteiligt war …

Mit diesem Buch habe ich mich zugegebener Maßen schwergetan. Die Story klingt spannend: ein Arzt auf Abwegen, beruflich und privat, ein anderer, der auf dem Klinikparkplatz überfahren wird und eine tote Röntgenassistentin mitten im stressigen, nächtlichen Ambulanzdienst – und keiner hat natürlich was gesehen. Alle munkeln und flüstern, jeder will irgendwas geahnt haben aber nichts genaues wissen.

Die Geschichte spielt in Deutschland und in Spanien, viele Menschen sind darin verwickelt und das könnte es spannend machen. Leider gerät sie aber zunehmend langatmig. Der Plot springt andauernd zwischen Spanien und Deutschland, zwischen sämtlichen Personen hin und her. Was vermutlich Tempo implizieren soll wird einfach nur unübersichtlich, man hat als Leser irgendwann einfach nur noch Mühe, die Personen auseinander zu halten. Die ohnehin alle nicht sonderlich sympathisch gezeichnet sind. Da gibt es einen Jungkommissar, der, anstatt seinen Job zu machen, dauernd über seine Frauengeschichten grübelt und sich die Lorbeeren einer jungen Kollegin angelt, der Chefermittler Häberle, immerhin der Namensgeber der Reihe, taucht überhaupt erst in Kapitel 38 auf…

Zugute halten kann man dem Roman, daß er sich mit den Machenschaften der Medizin- und Pharmaindustrie auseinandersetzt und durchaus auch sozialkritische Züge hat. Wirklich überzeugt hat er mich leider nicht.

Herzlichen Dank an den Gmeiner Verlag für dieses Rezensionsexemplar 🙂

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