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Essen. Beten. Lieben. Das ist es, was glücklich macht. Aber die einfachen Dinge sind die schwersten. Das weiß auch Elizabeth. Mit Anfang dreißig beschließt sie, nochmal ganz von vorne anzufangen. Sie lässt ihre Ehe, ihre Affäre, ihren Job in New York hinter sich und packt die Koffer für eine Reise, die die Reise ihres Lebens wird: Vier Monate Dolce Vita in Italien, vier Monate Meditation und Yoga in Indien – und vier Monate Bali, das eine berauschende Begegnung für sie bereithält …

Ich habe zuerst den Film gesehen, bevor ich das Buch las. Ich mag Julia Roberts, der Film hat wundervolle Bilder, tolle Musik und er ist ganz einfach entspanntes Kino. Das Buch ist anders und es polarisiert offenbar sehr stark. Viele, denen ich sagte, daß ich es lesen will, sagten mir, sie fanden es furchtbar, oberflächlich, belehrend, nervig, einfach blöde. Ich nicht. Ich glaube, dies wird ein Buch werden, das mich über viele Jahre begleiten wird und als geliebtes, zerfleddertes Taschenbuch enden.
Vielleicht fange ich damit an, was es NICHT ist: Es ist kein Lebensberatungsbuch, kein „Ratgeber“ Elizabeth Gilbert sagt zu keiner Zeit:“Wenn du unglücklich bist, geh nach Italien, in einen Ashram oder nach Bali, dann wirst du geheilt sein!“ Dies war lediglich IHR persönlicher Weg, aus einer Depression herauszukommen.
Auch ist das Buch NICHT religiös, selbst wenn der Glaube eine sehr große Rolle spielt und auch die Suche nach Gott. Die Autorin erklärt gleich zu Beginn ihren Gottesbegriff und ich bin sehr froh darüber, denn damit konnte ich mich absolut identifizieren. Hätte sie sich auf den christlichen Gott reduziert, hätte ich das Buch mit Sicherheit nicht weitergelesen. Man könnte es bezeichnen als die Suche nach innerem Frieden, Aussöhnung mit sich selbst und natürlich ist das ein „religiöses“ Thema.
Der Stil ist leicht, amüsant, amerikanisch, manchmal sehr witzig. Alle Figuren sind lebendig und liebenswert geschildert (am besten gefiel mir „Richrd aus Texas“ 🙂 ) und mir gefällt die Offenheit, mit der über alles geschrieben wird: Gefühle, Rückschläge, Sex, Ängste. Der Mittelteil, der vom Leben im indischen Ashram berichtet, ist zwar stellenweise sehr theoretisch, kommt mir aber dennoch sehr wichtig vor, weil er das Verständnis vertieft – und mir persönlich zu der Erkenntnis verhalf, mich nie in einen solchen zu begeben. Denn morgens um 4h aufzustehen um zu meditieren und täglich 5 Stunden Böden zu schrubben, sind definitiv nichts für mich!
Am meisten beeindruckt hat mich Gilberts Auseinandersetzung mit Antidepressiva. Es ist keine große Passage, aber sie schrieb fast wörtlich das Gleiche wie ich darüber…
Mein Fazit: Wenn man nicht versucht, dieses Buch als der „Weisheit letzter Schluß“ zu betrachten, nicht sagt, mein Gott, es gibt ja wohl schlimmere Probleme auf der Welt, wenn man sich darauf einlassen kann und es einfach als einen Reisebericht ins Innere liest, dann ist es wunderbar! 🙂 🙂 🙂 🙂

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