Nun ist es also wieder vorbei, das „Fest des Jahres“, Weihnachten. Und es war ja sehr, sehr weiß dieses Jahr – und kalt! Zeit für ein paar Gedanken, einige nachdenkliche und auch einige erstaunte.
Mein Computer lief bis gestern auf Sparflamme, wie bei den meisten Anderen sicher auch. Um so erstaunter war ich, daß in meiner Timeline mit schöner Regelmässigkeit Werbung auftauchte, nicht kommerziell von so einem Berufs-Spammer, sondern von kleinen Shops. Geht sowas automatisch, habt ihr sonst nichts zu tun? Oder so traurige Litaneien von Leuten, die offensichtlich alleine zu Hause rumsaßen und sich langweilten. Oder das Fernsehprogramm als obermies kommentierten…

Mal ehrlich, Leute! Das Fernsehprogramm ist seit mindestens 20 Jahren Scheisse. Die junge Romy Schneider ist ja wirklich niedlich, aber nach der 30. Wiederholung würgt es einem den Weihnachtsbraten wieder hoch vor Magen-Gehirn-Überzuckerung. Ich mag Bruce Willes, ehrlich! Und ihn im Feinripp-Unterhemd durch Schnee kriechen zu sehen ist auch nett, so zweimal vielleicht. Aber JEDES Jahr?! Jippieyayeaah, Schweinebacke. Dann wäre da noch Dickens Weihnachtsgeschichte in einer der ca. 200 Verfilmungen, der „Grinch“ und, besonders lecker und völlig sinnfrei, „Starship Troopers“. Nicht zu vergessen natürlich die im Hochsommer gedrehten Musikkonserven für unsere älteren Zuschauer à la „Musikantenstadl“ und „Christnacht in den bayerischen Alpen“. Ah ja, und „Kevin“ natürlich! Wie konnte ich DEN vergessen?! Da hilft nur eins: Abschalten!
(Ich wiederhole es gerne nochmal, ich habe gar keinen Fernseher. Wenn ihr das eben gelesen habt, wißt ihr auch, wieso nicht 🙂 . Es ging mir nur darum, klarzumachen, daß man sich über das Programm nicht aufregen kann, nur auslassen hilft!)

Es scheint in unserer Dauer-Spass-Unterhaltungsgesellschaft sehr schwer zu sein, Ruhe zu ertragen. Ich war Heiligabend alleine. Ja, wirklich, und ich hegte weder Selbstmordgedanken noch hatte ich den Wunsch, mich mit Billigsekt zu besaufen, weil alle anderen jetzt Weihnachten feiern wie die „Hoppenstedts“ (ein alter, bitterböser Loriot-Sketch, der immer noch passt!). Ich habe gut gegessen, richtig gekocht, nix Microwelle oder TK, habe Weihnachtsmusik gehört und dann mein Geschenk ausgepackt. Ein Buch, wie schön! Ja, ihr habt richtig gelesen, EIN Buch! (Naja, okay, es werden noch mehr, wenn ich die Buchgutscheine und das Geld in die Buchhandlung tragen kann, sobald ich wieder das Haus verlassen kann. Geht gerade nicht bei dem Glatteis…) Es war gemütlich, lesend auf dem Sofa zu lümmeln, heiße Schokolade zu trinken, Kerzen an, ein paar Plätzchen zu knabbern. Das ist weder langweilig noch deprimierend sondern sehr entspannend. Denkt mal darüber nach – für´s nächste Jahr!

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