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Als ich Mittwoch in Berlin ankam, wehte mir ein eisiger Wind ins Gesicht, gefühltes Sibirien, abgestorbene Finger und ein Gefühl wie eine Botox-Vollinjektion fürs Gesicht, Mimik eingefroren. Gott sei Dank kam der Bus nach Neukölln ziemlich schnell, auf in die Sonnenallee! Die Strecke fasziniert mich jedesmal: zuerst streift man kurz das Regierungsviertel, nur um vielleicht 5 Kilometer weiter im Orient zu landen. An der Urbanstrasse über die Sonnenallee bis zur Oranienburger reiht sich ein arabisches/türkisches/syrisches Geschäft an das andere. Mittendrin auf dem Herrmannplatz als deutsche Bastion ein riesiger Karstadt zwischen Obst- und Gemüseläden, türkischen Bäckereien, syrischen Wasserpfeifen- und Teppichhändlern. Ich liebe diese orientalischen Supermärkte! Rosensirup, Granatapfelessig, Sesam- und sämtliche Nußsorten (nein, ich schreibe es aus Prinzip NICHT mit 3 „s“!) in Honig und das Obst und Gemüse ist sowieso ein Traum…
In Franziskas großer, gemütlicher Altbauwohnung angekommen, erwartet mich Wärme und drei neugierige Katzen, sowie ein verschneiter Ausblick:

Ein Wort zu den Berlinern (oder zwei oder drei 🙂 Ich darf das, bin selbst eine!) Berliner sind bekannt für „Herz mit Schnauze“, manchmal ist es aber auch nur Schnauze ohne Herz. Grundsätzlich ist der Berliner als solcher kommunikativ, kommt eben nur drauf an 🙂
Bei der derzeitigen Witterung hat Busfahren in Berlin etwas von öffentlichen Verkehrsmitteln in Afrika – bis auf die Temperatur natürlich! Kommt der Bus pünktlich, kommt er überhaupt? Er kam, 25 Minuten verspätet, und so überfüllt, daß man sich wirklich wundert, daß niemand auf dem Dach sitzt und die Leute nicht draussen an den Seiten hängen. Die nachfolgenden drei Busse der gleichen Linie sind natürlich gähnend leer…Der Busfahrer hat die Ruhe weg: „Letztet Jahr hamse jesacht, et wird jeschippt. Und? Nu kieken Se, nüscht is!“ sagt er zu mir, als ich über den hohen Schneeberg Richtung Einstieg kraxel. Naja, sind ja auch Massen von Schnee 😉

Jüdisches Museum Berlin


Im Jüdischen Museum ist gerade Chanukkah-Markt, sowas wie unsere Weihnachtsmärkte. Es heisst ja auch schon „Weihnukka“ bzw. in den USA „December Dilemma“ 🙂 Die Sicherheitsmaßnahmen sind wirklich unglaublich! Als würde man im Flughafen einchecken: Jacken und Taschen müssen durch ein Röntgengerät, man selbst durch einen Metalldetektor. Leider ist das noch immer unumgänglich. Aber drinnen ist es wirklich unglaublich!

die Deckenkonstuktion im Lichthof


die drei Chanukkah-Segenssprüche

Und nach gemütlichem Rumschlendern: Pause mit heisser Schokolade, koscherem Dominostein und Haekelschwein 🙂

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