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Dieser Artikel (http://www.abendzeitung.de/muenchen/oktoberfest/205985) im Münchner Abendblatt war Anlass für den Droemer-Knaur-Verlag, 10 Exemplare des genannten Buches zu verlosen. Ich war eine der glücklichen Gewinner/innen 🙂

via Amazon


Für mich war das gleich ein doppeltes Experiment. Erstens mag ich zwar Thriller, aber nicht unbedingt solche mit politischem oder militärischem Hintergrund, bei denen man mit technischem Fachjargon zu Tode gelangweilt wird.
Zweitens mag ich München sehr gern, nicht aber das Oktoberfest. Für mich ist das ein unglaublich lautes, global verbrüderndes Massenbesäufnis. (Hab ich das jetzt wirklich gesagt??? Oh mein Gott, ich darf jetzt niiiieee mehr nach Bayern einreisen…. mea culpa!) Aber nun: zum Buch!

„Das Gas wirkte in Sekunden. Plötzlich war es in dem riesigen Bierzelt still. Totenstill.
Der zweite Wiesn-Sonntag. Weiß-blau erstreckt sich der Himmel über München, Tausende strömen auf das größte Volksfest der Welt. Partystimmung, so weit das Auge reicht, ausgelassen tanzen die Leute in den riesigen Zelten. Niemand ahnt, dass dieser Nachmittag um exakt vier Minuten vor sechs in einem Höllenszenario enden wird. Denn genau zu diesem Zeitpunkt gibt Oleg Blochin, der skrupellose Kommandeur einer russischen Elite-Soldateska, seinen Männern den Befehl, das Betäubungsgas im ersten Bierzelt freizusetzen. Und das ist erst der Anfang: Schlag auf Schlag geht es weiter, 70 000 Menschen werden zu Geiseln in einem hochriskanten Spiel auf Leben und Tod …“

Das Buch ist UNGLAUBLICH spannend! Natürlich ist es nicht sehr schön, wenn beschrieben wird, wie 2000 Menschen an Giftgas sterben, aber der Autor „suhlt“ sich wirklich nicht in einer bluttriefenden Schlachtplatte. Er trifft genau den Ton zwischen nüchterner Beschreibung und Mitgefühl mit den Opfern. Auch ohne übertrieben ausgewalzte Brutalität läuft es einem eiskalt den Rücken runter beim Lesen. Wahrscheinlich gerade wegen der Beiläufigkeit, mit der die handelnden Personen menschliche Hindernisse „aus dem Weg“ räumen“.
Der größte Kritikpunkt der „Abendzeitung“ war unter anderem das Erscheinungsdatum, kurz vorm Wies´n-Anstich. Von Panikmache war da die Rede. Das sehe ich nicht so, denn das Szenario lässt sich ohne Weiteres über jedes Volksfest, jedes Disneyland dieser Welt stülpen. Und die technischen Details sind zwar ausgefeilt, aber nicht so, daß sie eine „Gebrauchsanweisung“ ergäben. Dazu gehört wohl doch etwas mehr.

Die Handlung zieht sich über einen weiten Zeitrahmen und fast über die ganze Welt, aber als Leser kommt man gut mit. Man weiß immer, wo man sich befindet und wer da gerade agiert. Das ist sehr gut aufgebaut.
Da ich wirklich so begeistert von dem Buch bin, würde ich am liebsten noch viel mehr erzählen, aber ich will ja auch nichts verraten 🙂 Nur eines noch: in der Kritik ging ebenfalls die feine Ironie des Autors unter, die immer wieder durchscheint und mich trotz des ernsten Themas zum Lächeln brachte. Da gibt es eine konspirative Wohnung in München, die einem unlängst verstorbenen Ehepaar gehörte namens Oskar und Maria Graf. Die Ironie dabei ist, Oskar Maria Graf war ein Münchner Literat und ein totalitärer Pazifist!
Was mir den Autor ebenfalls sympathisch macht, er ist ein Trekkie! Aber den Kommandanten des amerikanischen Flugzeuträgers „Enterprise“ James Tiberius zu nennen, war vielleicht ein klitzekleines bisschen übertrieben 😉

Meinen herzlichen Dank an Droemer-Knaur!

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