Klappentext: „Serrano, der stolzeste Kater von Potsdam, hat Streit mit seiner Freundin Aurelia. Sie will sich mit ihm paaren, er ist gerade kastriert worden. Am nächsten Tag ist Aurelia wie vom Erdboden verschluckt. Zur gleichen Zeit verliebt sich Hauptkommissar Hendrik Liebermann, den es vor die Tore Sanssoucis verschlagen hat, in eine schöne Fremde. Zwei Sätze, ein Lächeln, und es ist um ihn geschehen. Das nächste Mal begegnet er dem Lächeln auf einer Vermisstenanzeige: Charlotte Olbinghaus, Journalistin, ist spurlos verschwunden. Sowohl Liebermann als auch Serrano schnüffeln in allen Ecken ihres so verdächtig freundlichen Viertels. Als sie Aurelias Leiche finden, wissen sie, dass sie nur zusammen dem Rätsel auf die Schliche kommen können.“

Schnell ist man als Leser in das Potsdamer Viertel eingetaucht, in dem die Bewohner eine fast familiäre Gemeinschaft miteinander pflegen. Die Charaktere der Menschen (und Katzen natürlich!) sind liebevoll ausgearbeitet, inklusive ihrer kleinen und großen Marotten. Scheinbar. Denn natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Es gibt auch eine Menge Katzengold.
Serrano zum Beispiel ist der Kater des Fleischers. Zumindest denkt der Fleischer das. Serrano hingegen hat keine allzu gute Meinung von den Menschen und den „Fremden“ (Liebermann) beäugt er sehr kritisch und hält ihn schnell für ziemlich dämlich. Kann man ihm nicht verübeln, denn beim Lesen beginnt man sich wirklich zu wundern, wie der Typ am Morgen seine eigenen Schuhe wiederfindet, geschweige denn, verschwundene Menschen. Und wie er es mit dem Gedächtnis je geschafft hat, Hauptkommissar zu werden. Liebermann traut seinem Gedächtnis ja selbst nicht, und im Gegensatz zum altbekannten Inspector Columbo, hinter dessen Trotteligkeit man den scharfen Verstand ahnt, nimmt man Liebermann den Trottel ab! Was nicht zuletzt daran liegt, daß er mit Körperregionen denkt, die nicht dafür gemacht sind.
Leider ändert sich das auch bis zum Schluß, bis zur Auflösung des Falles, nicht mehr. Liebermann hat zwar dann seinen großen Moment, ungefähr drei Minuten, wenn er die Lösung präsentiert, verpatzt ihn aber sofort wieder, weil er sein Handeln umgehend von „Hauptkommissar“ auf „emotionsgesteuerter Mitmensch“ umschaltet und sofort völlig unglaubwürdig wird. So, wie er den Fall Charlotte Olbinghaus bearbeitet hat, sollte er ganz schnell seinen Beruf wechseln.
Trotzdem ist es kein schlechtes Buch. Es ist wirklich nett zu lesen, die Parallelwelten von Menschen- und Katzengemeinde sind super beschrieben, vor allem die Ansichten, die die Katzen über die Menschen so haben. Wenn man das Buch nicht als Krimi sondern als leichten Sommerroman betrachtet, ist es genau richtig und sehr zu empfehlen als schöne Ferienunterhaltung 🙂

Mein Dank geht an LOVELYBOOKS, bei denen ich dieses Exemplar gewonnen habe. Die Aufgabe lautete, Fotos, Gedichte oder Geschichten zum Thema „Kriminelle Miezen“ einzureichen. Hier ist mein Siegesgedicht:

Krimiau-Tango
Kater Karlo,mit dem schwarzen Fell,
war schon immer gefährlich, kriminell!
Seine Freundin Mieze Katze
haut ihm zwar manchmal auf die Tatze
aber nutzt das was? Neenee –
es tut ja nicht mal richtig weh!

Zum Tanze woll´n die beiden gehn,
Tango fänd Mieze richtig schön.
Karlo, der hat keine Lust
und schiebt schwarzen Katerfrust!
Aber vielleicht, man weiß ja nicht,
ist ein Geschäft dabei in Sicht?

In der Taverne ist´s ganz nett,
Karlo schiebt Mieze übers Parkett,
schaut rechts, späht links
nach einem intressanten Dings
welches ihn reich macht,
ohne Arbeit allerdings!

Mieze sagt: hör auf damit!
Bleib gefälligst mal im Schritt!
Trittst Du mir nochmal auf den Zeh,
tut das nicht nur mir dann weh!
Aber Karlo schleicht schon weg…
Hinterm Tresen hat er´s entdeckt!

Einen Stapel Whiskas in Dosen!
Da muß er auch nicht lange losen
welche er denn haben will. Alle!
Mieze schreit: Das is ne Falle!
Zu spät! Der Wirt macht Licht
das Netz schnappt zu….

Nun hat Mieze ihre Ruh!

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