Nur EINS?! Dann muß ich wohl eine Auswahl treffen, und die fällt auf „Hilfe, die Herdmanns kommen“ von Barbara Robinson. Eine herrlich anarchistische Weihnachtsgeschichte mit Tiefgang.

Die Herdmanns sind der Albtraum des braven (Spieß-)Bürgertums, könnten die Ahnen der „Flodders“ sein. Die Herdmanns sind arm, Eltern haben sie wohl irgendwo, aber weil das keiner so genau weiß, schlagen sich die zwölf Geschwister irgendwie so durchs Leben – und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Sie rauchen, klauen, lügen und verprügeln andere Kinder und sich untereinander – UND sie schaffen es, sich sämtliche Hauptrollen des diesjährigen Krippenspiels der Schule unter den Nagel zu reissen! Natürlich glaubt jeder an ein totales Desaster, denn die Herdmanns haben von Weihnachten nur soviel Ahnung, als daß es in der Sonntagsschule besseres Essen zu klauen gibt. Aber dann passiert etwas unerwartetes: die Geschichte des Jesuskindes fasziniert sie! Als sie hören, daß Herodes aus Angst vor der Prophezeihung seines Sturzes alle Erstgeborenen töten lassen will, sind sie empört und wollen geschlossen losziehen um Herodes „so richtig zu verkloppen“! Sie nehmen sich der Geschichte auf ihre Weise an und es gibt ein, recht unorthodoxes, Krippenspiel.
Ich habe zu Weihnachten immer diese Geschichte vorgelesen, bis sich meine Tochter beschwert hat, sie sei jetzt kein Baby mehr. Macht nichts, jetzt lese ich sie für mich allein 🙂

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