Also, eigentlich lese ich gerade „Die dunkle Seite der Liebe“ von Rafik Schami. Ein wunderschönes, episches, ungeheuer bildgewaltiges Buch. Man kann wirklich sofort darin versinken, riecht förmlich die Märkte und Bäckereien in Damaskus, hört die Frauen im Hamam tratschen und kann dem Geschichtenerzähler im Teehaus lauschen.
„Eigentlich“ steht nur deshalb da, weil ich nebenher noch anderes lese. Zur Zeit immer wieder mal ein Gedicht aus „Ums Haus der Sturm“ von Emily Bronte (wo sind eigentlich die Sonderzeichen mit den zwei Punkten, die über das „e“ gehören?) und „Die sieben Säulen der Weisheit“ von T.E. Lawrence (von Arabien). Letzteres ist allerdings WIRKLICH schwere Kost, trotzdem schön und sehr interessant. Lawrence hat mich schon immer fasziniert und bewogen, dieses Buch wirklich zu lesen, hat mich eine Begegnung, die schon lange zurückliegt. Ich lernte damals in einem Café in Nürnberg einen alten Araber kennen, weit über achtzig Jahre alt, der mir erzählte, er hätte als kleiner Junge, fünfjährig oder so, den Einmarsch von Lawrence in Damaskus miterlebt! In wie weit wirklich ER sich erinnerte oder was davon aus Erzählungen seiner Eltern stammte, weiß ich nicht, war mir auch egal. Ich wollte eigentlich nur eine Tasse Kaffee trinken und blieb letztendlich bestimmt drei Stunden sitzen und hörte nur fasziniert zu!
Und zum Schluß eine Bitte an wohlmeinende Buchverkäufer (Ich sage BEWUSST nicht „Buchhändler!): Wenn jemand nach den „Sieben Säulen der Weisheit“ fragt, schickt ihn bitte nicht in die Esoterikabteilung!

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