Meine Spiegel

Deine schönen Augen
Sind meine Spiegel.
Wenn meine Nasenspitze fast
Die Deine berührt,
Sehe ich mich in Dir.
Ich gehe durch Deine Spiegel
Und bin wie Alice im Wunderland
Durch mein eigenes Spiegelbild
In das Wunderland Deiner Seele gegangen.
(Veröffentlicht in „Lyrik und Prosa unserer Zeit. Neue Folge,Bd. 1“ Karin Fischer Verlag, Aachen)

Kalt gelassen?

Deine Hände
Sanft suchend auf meinem Körper,
Vorsichtig, als wäre ich aus Glas.
Ich suche Dich neben mir
Strecke die Hände aus,
Dir entgegen,
Meine Lippen auf den Deinen.
Hat Dich das kalt gelassen?

Splitter

Es war schön mit uns.
Wir lagen beieinander unter Sternen
Und ich habe Deine Atemzüge gezählt,
jeden einzelnen
Ganz still lagen wir da,
Du, den Kopf auf meiner Brust,
Ich, Deine Schläfen berührend.
Plötzlich sagtest Du: Nein!
Und in mir sind nur noch Splitter…

Hände

Hände sprechen.
Sie sagen, ich mag Dich;
Geh weg!
Sie können streicheln und schlagen,
halten und festhalten,
loslassen und fallenlassen. Was tun Deine Hände mit mir?

Ein neuer Anfang

Unsere Beziehung hatte einen Sprung.
Mißverständnisse,
Scherben vor meinen Füßen,
Die Vase mit den roten Rosen
Habe ich gegen Dein Foto geschmissen!
Du willst kommen und mit mir reden
Und ich sehe nur Dich;
Sehne Dich herbei
Und fürchte mich.
Dann bist Du da.
Ich werfe mich in Deine Arme –
Alles wieder gut.

Berührungen

Ich berühre Dich mit den Augen,
zärtlich.
Sie streicheln
Deine Schläfen
Deine Augen
Deine Lippen
Deinen Hals
Deine Schlüsselbeine
Deine Brust
Deine Arme
Deinen Schoß
Sie entkleiden Dich,
Langsam, staunend,
Immer wieder
Das erste Mal
(Veröffentlicht in „Lyrik und Prosa unserer Zeit. Neue Folge,Bd. 1“ Karin Fischer Verlag, Aachen)

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