Ich renoviere gerade mein Wohnzimmer und, nein, liebe Männer, DAS meinte ich nicht mit meiner Überschrift! Es gibt inzwischen gaaaanz viele Frauen, die hämmern, bohren, schleifen und streichen und das auch richtig gut machen.
Aber bevor man überhaupt anfangen kann, Farbe auf Türen und Wände zu bringen, gibt es ja soviele Vorarbeiten, daß das Streichen selbst ein Klacks ist. Platz schaffen zum Beispiel. Eine gute Gelegenheit, meinen überquellenden Zeitschriftenkorb auszumisten. Überwiegend sind das Wohnzeitschriften und natürlich blätterte ich die auch durch, könnte ja noch was wichtiges drinstehen… Ich fand dann noch einen Artikel über Schuhschränke und somit auch über Schuhe, der Frau liebstes Sammler-Objekt!

Natürlich waren auf den Seiten die Schuhe der Design-Superstars abgebildet wie Manolo Blahnik (links) oder Stuart Weitzman (rechts), bei denen manchen Frauen der Sabber läuft und der Puls auf satte 200 ansteigt.

Bei mir auch? Nö. Ich hasse es, Schuhe kaufen zu müssen! Schon als ganz kleines Kind war es ein täglicher Kampf mit den Hausschuhen. Jemand zog sie mir an, ich zog sie nach spätestens zehn Minuten wieder aus. Ich hasste einfach dieses eingezwängte Gefühl an den Zehen und überhaupt. Selbst heute laufe ich in der Wohnung lieber in dicken Socken rum, wenn es kalt ist. Für mich sind Schuhe notwendige Gebrauchsgegenstände: sie müssen meine Füße vor Nässe, Kälte und Glasscherben auf der Strasse schützen, sie müssen passen und, ganz wichtig: ich muß auf ihnen stehen und laufen können! Also am Besten rein in den Laden, die Schachtel mit der richtigen Größe geschnappt, anprobiert und nach längstens fünf Minuten wieder raus! So sähe für mich das perfekte Schuhkauferlebnis aus.
Diese Manolos und Weitzmans sehen ja schon toll aus, so als schickes Designer-Kult-Objekt für die Vitrine. Oder als modernes Zehenquetsch-Tritt-zu-und-erstich-jemanden-Mordinstrument. Aber zum Laufen? Als meine Mutter in meinem jetzigen Alter war, hatte sie Hühneraugen, deformierte Zehen und Ballen und Schmerzen bei jedem Schritt. Dafür hatte sie allerdings als sie jünger war das, was man(n) „sexy Beine“ nennt. Na schön, und wozu das? Robin Williams brachte es als „Mrs. Doubtfire“ auf den Punkt: „Den Bastard, der diese hochhackigen Schuhe erfunden hat, bring ich um!“ Ob Herr Blahnik seine Werke mal angezogen hat? Das bezweifle ich. Wenn ich mit Freundin oder Tochter shoppen gehe, höre ich oft, ich wäre eine „total untypische“ Frau, wenn ich beim sechsten Schuhgeschäft die Augen verdrehe. Stimmt überhaupt nicht! Ich steh total auf … HANDTASCHEN!

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